Persönliche Assistenz – SPÖ-Stubenvoll: „Betreuungsform mit Zukunft!“

Bund ist bei der Umsetzung gefordert

Erika Stubenvoll
Simonis

„Die persönliche Assistenz ist eine sinnvolle Weiterentwicklung in der Behindertenpolitik und sicherlich eine Betreuungsform mit Zukunft“, reagierte heute die Vorsitzende der Behindertenkommission des Wiener Gemeinderates, Prof. Erika Stubenvoll, auf eine Pressekonferenz der ÖVP zum Thema. „Wir sind gerade dabei, die notwendigen Umsetzungsperspektiven zu definieren.“

Es gehe nun im Detail darum, die Rahmenbedingungen genau festzulegen: „Wie wird die persönliche Assistenz organisiert, wer hat Anspruch und wie schaut es mit den Kosten aus“, so Stubenvoll weiter. Dabei sei aber vor allem auch der Bund gefordert: „Die Einführung einer offenen Pflegegeldstufe und die Valorisierung des Pflegegeldes sind dringend notwendig – leider scheint das Sozialminister Haupt kein wirkliches Anliegen zu sein!“

Der Fonds Soziales Wien werde jedenfalls ein Modellprojekt zur Persönlichen Assistenz durchführen, „das dann auch Grundlage für die weiteren politischen Entscheidungen sein wird.“ Die bestehende Wiener Assistenzgenossenschaft sei bereits ein gutes Modell für die Organisation der Persönlichen Assistenz, „weil dadurch ordentliche Arbeitsverhältnisse für die Assistenten gewährleistet sind“.

Im Herbst werde sich der zuständige Wiener Gemeinderatsausschuss auch in Stockholm über das dort laufende Modell der Persönlichen Assistenz informieren. Darüber hinaus werde sich Wien in einer großen Enquete zur Behindertenpolitik im September dem Thema „Persönliche Assistenz“ widmen, unterstrich Stubenvoll.

„Ziel muss es sein, dass es jedem behinderten Menschen, der selbstbestimmt leben will, unabhängig von seinen Kompetenzen möglich ist. Diesen Grundsatz hat die Wiener Landesregierung auch in ihrem Arbeitsprogramm ausdrücklich definiert.“

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Ich, Mutter einer sehr schwer körperbehinderten jungen Frau, kann Frau Brozek nur zustimmen. Die derzeitigen Lebensumstände machen Betroffene und ihre Angehörigen krank; der ständige Kampf um ein Minimum an Unterstützung, zur Gewährleistung von einem klitzekleinem Bisschen an Menschenwürde, ist erschöpfend, raubt Betroffenen die Lebensfreude und sämtliche Energien, die sie besser zur Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung nützen könnten. Das ganze ist höchst menschenunwürdig. Und wenn man sich an zuständige Politiker wendet, bekommt man entweder keine Antwort oder wird im Kreis geschickt. Meine doch noch relativ guten Manieren verbieten es mir das noch weiter zu kommentieren … .

  • selbstbetimmt leben heisst für behinderte menschen zwischen mehreren möglichkeiten wählen zu können, genauso wie es nichtbehinderte menschen auch können. ob alleine – also in singlewohnung – oder zu zweit oder in einer WG oder bei der ursprungfamilie oder … bisher haben wir eher nur die wahl zw. zwangsgemeinschaften und/oder sich in den grundbedürfnissen reduzieren müssen. das hat oft gesundheitliche folgen und auch, dass wir in unserem handlungsspielräumen enorm eingeschränkt werden … dieser umstand grenzt behinderte menschen aus und nimmt ihnen ihre würde.

  • Muss selbstbestimmt leben denn in einer Singlewohnung stattfinden? Wieso gibt es noch so wenig Möglichkeiten, in Hausgemeinschaften mit mehreren Generatinen zu leben?