Persönliche Stellungnahme des Justizministers zur „Friedrich Zawrel – Schule“

Zawrels Name ist mit einem düsteren Kapitel der österreichischen Justizgeschichte verbunden, das erst sehr spät aufgearbeitet wurde.

Friedrich Zawrel
Blickpunkte

„Friedrich Zawrel hat uns ein Vermächtnis hinterlassen, das uns und künftige Generationen in die Pflicht nimmt. Diese unsere Pflicht ist es, wachsam und sensibel zu sein, damit sich ein Schicksal wie jenes von Friedrich Zawrel, der viel zu lange Unrecht ertragen musste, nicht wiederholen kann. Gerade jungen Menschen immer wieder die Ungerechtigkeiten und Gräuel der NS-Zeit näher zu bringen, ist enorm wichtig“, so Justizminister Wolfgang Brandstetter.

Zawrels Name ist mit einem düsteren Kapitel der österreichischen Justizgeschichte verbunden, das erst sehr spät aufgearbeitet wurde. Sein Schicksal ist symptomatisch für das NS-Unrechtsregime, dessen Opfer er war, und für die Probleme der Vergangenheitsbewältigung auch im Justizbereich. Es eignet sich nicht als Zankapfel politischer Auseinandersetzung, sehr wohl aber als Lehrgegenstand für junge Menschen. Darüber hinaus ist der Vorwurf bereits längst getilgter strafbarer Handlungen nach unserer Rechtsordnung absolut unzulässig.

Als Überlebender und Zeitzeuge des NS-Kinder-Euthanasieprogrammes trug Friedrich Zawrel wesentlich zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen am Spiegelgrund bei. Seinem starken Willen war es auch zu verdanken, dass der NS-Arzt Dr. Heinrich Gross angeklagt wurde und die Justiz sich der bis dahin unzureichenden Aufarbeitung der Gräueltaten des Nationalsozialismus stellte.

„Ich persönlich habe erst kürzlich erfreut festgestellt, dass sein Schicksal als Teil der österreichischen Justizgeschichte auch bei der hervorragenden Ausstellung über die Siebzigerjahre auf der Schallaburg angemessen berücksichtigt wurde. Die Lehren daraus müssen wir unbedingt an die Jugend weitergeben. Der Name Friedrich Zawrel markiert einen nicht unwesentlichen Teil der jüngeren österreichischen Justizgeschichte und gehört zu unserer Erinnerungskultur. Man soll und wird sich an ihn erinnern, “ so Bundesminister Brandstetter.

Für seinen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit erhielt Friedrich Zawrel das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

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