Pfarrer verweigerte Kommunion

Der Pfarrer von Raxendorf in Niederösterreich hat einigen behinderten Menschen während der heiligen Messe den Empfang der Kommunion verweigert.

Betende Gläubige
Weltjugendtag GmbH

Der Pfarrer von Raxendorf/NÖ, Benedikt Triebl, hat zwei Menschen mit Lernbehinderung die Kommunion verweigert.

Der Vorfall hat sich vor einigen Wochen ereignet und ist durch Medienberichte jetzt öffentlich bekannt geworden. Nun wird heftig über die Hintergründe und die Art des Umgangs der Diözese St. Pölten mit der Diskriminierung diskutiert.

„Ähnliches kommt eigentlich nicht vor“

Der Leiter Kommunikation der Caritas Diözese St. Pölten, Dr. Sepp Winklmayr, kündigt im BIZEPS-INFO Gespräch an, dass mit dem Pfarrer noch Gespräche stattfinden werden.

„Vor zwei, drei Wochen sind diesbezüglich Klagen aufgetaucht“ und man habe mit dem Pfarrer Kontakt aufgenommen, weil dieser 2 behinderten Personen die Kommunion verweigert hat.

Ähnlich wie in Spanien im Jahr 2004

Seine Argumentation ist jener ähnlich, die im Jahr 2004 ein spanischer Pfarrer vorgebracht hatte. Der Pfarrer war der Meinung, dass dieses Sakrament dem Kind nichts nützen würde, da es den Sinn des Sakraments nicht verstehen könne. Der Vorfall rief weit über die Grenzen von Spanien Unmutsäußerungen hervor und es wurde gegen den Pfarrer eine Untersuchung eingeleitet.

Man versuche – so Winklmayr im Telefonat – weiterhin den Pfarrer „für die Integration zu gewinnen“. Das Gespräch werde erst jetzt stattfinden, weil der Pfarrer von Raxendorf nicht früher Zeit für einen Termin gefunden habe.

Die Caritas hat in Niederösterreich in rund 25 Pfarren Einrichtungen und „ähnliches kommt eigentlich anderswo nicht vor“, so Winklmayr. Die behinderten Menschen sind dort „völlig integriert“.

Diözese St. Pölten schwieg bisher

Obwohl der Vorfall schon vor Wochen passierte, konnte sich die Diözese St. Pölten bisher nicht durchringen, klar zu diesem Fall von Diskriminierung Stellung zu nehmen.

Sogar auf Nachfrage seitens des ORF war man bis vor kurzem nicht bereit, Stellung zu nehmen. Der öffentliche Druck dürfte nun zu einem Umdenken geführt haben.

In einem Telefonat mit BIZEPS-INFO kündigte eine Mitarbeiterin des Bischöflichen Sekretariats „eine Stellungnahme des Bischofs Küng innerhalb der nächsten Stunden“ an.

„Kirche hat dringenden Handlungsbedarf“

„Das Verhalten erinnert an längst vergangene Zeiten. Wir gehen davon aus, dass die Kirche weiß, was in diesem Fall getan werden sollte“, kommentiert die Klubobfrau der NÖ Grünen, Madeleine Petrovic, die Vorfälle in Raxendorf.

Laut Petrovic hat die „Kirche dringenden Handlungsbedarf“, denn das Verhalten ist aus verfassungsrechtlicher Sicht ein klarer Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot und eine Diskriminierung behinderter Menschen.

Bisher keine Entschuldigung

Bisher erfolgte nach vorliegenden Informationen weder von Seiten der Diözese St. Pölten noch vom Pfarrer von Raxendorf eine Entschuldigung.

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22 Kommentare

  • Bevor ich durch einen Schlaganfall körperbehindert wurde, warich ehrenamtlich in der kath. Kirche tätig. Jetzt geht das nicht mehr, nicht weil ich diskriminiert werde, sondern, weil ich zu wenig mobil und zu schnell müde bin.
    Das Weltbild dieses Pfarrers kann ich mir absolut nicht vorstellen. Mir ist so etwas nie begegnet. Ich würde das eher für ein fpö Weltbild halten als für ein katholisches.
    Auf alle Fälle weckt dieser Bericht meinen Widerspruchsgeist. Ich habe gute Lust wieder meine Mitarbeit anzubieten. Schauen wir mal ob ich diskriminiert oder willkommen geheißen werde!
    Entsetzlich finde ich in diesem Zusammenhang vor allem das schweigen der diözesanleitung. Besonders deshalb weil gegen einen Pfarrer der anlässlich ch einer Predigt das Weltbild der fpö kritisiert hat, sofort Disziplinarmaßnahmen ergriffen wurden.
    Seltsame Wertigkeit!

  • Jesus Christus hat das mosaische Gesetz erfüllt, deshalb stehen Christen nicht unter dem „Gesetz“ des AT. Sonst dürften Christen auch keine Blutwurst (wie die Zeugen Jehovas) etc. essen. Also handelte der röm. Kath. Pfarrer falsch!
    Jedoch habe auch ich den Eindruck, dass oft behinderte Menschen (siehe Kirchenzugänge, Gottesdienstveranstaltungen etc.) von sogenannten religiöse Gruppen zwar bemitleidet, jedoch ausgegrenzt werden. Der biblische Gott (aller Menschen) ist kein behindertenfeindlicher Gott, sondern will das Beste für alle Menschen!

  • Gott ist ein Feind behinderter Menschen. Die Diskriminierung Behinderter hat seinen Ursprung in der Bibel.

    3. Moses 21, 16-24: Es sprach der Herr zu Moses: „…denn wenn jemand ein körperliches Gebrechen hat, darf er sich nicht nahen, es handle sich um einen Blinden oder Lahmen, einen mit gespaltener oder mißgebildeter Nase, mit einem gebrochenen Bein oder Arm, um einen Buckligen oder zu Mageren, einer, der weiße Flecken im Auge hat … oder beschädigte Hoden. Der mit einem leiblichen Gebrechen Behaftete darf sich nicht nahen, die Speise seines Gottes darzubringen. … Er soll sich dem Altar nicht nähern, weil er ein Leibesgebrechen hat. Er soll meine Heiligtümer nicht entweihen; denn ich bin der Herr, der sie heiligt!“

  • Ich persönlich finde die Aussage, „Ähnliches kommt eigentlich nicht vor“ absolut falsch. „uneigentlich kommt es nämlich täglich vor“, das behinderte nicht nur vor dem Angesicht des Herren verwahrt werden sollen sondern auch in der Gesellschaft einen der letzten Plätze einnehmen, ähnlich der Nahrungskette , obwohl es auch nur Menschen sind, die das Recht haben einen Glauben anzustreben, den sie für richtig halten. Ich finde ein Pfarrer der so reagiert sollte direkt mit einem Tritt in den Hintern vor die Tür gesetzt werden. Ich glaube es steht oft genug niedergeschrieben, das Menschen wegen ihren roten Haaren oder wegen einem zu kleinen Daumen verbrannt, gefoltert oder einfach nur ausgerottet wurden. Gerade die Kirche und deren Vertreter sollten zu sehen, das Sie sich nicht dieses Paket aufbinden, welches Sie sich früher aufgebunden haben. Scharlatan oder Wohltäter (Kirche oder Jesus)? Hat sich schon mal jemand mit dieser Frage beschäftigt?

  • Ich bin Pfadfiender in deutschland und wenn ich sowas lese bekomme ich Wut es kann nicht sein das ein Pfarer sagt das er der Meinung sei ja der weiss ja nicht was er da bekommt! sowas ist meines erachtens traurig

  • Habe eine frage, kenne einen Priester der die Kommunion einen Menschen (Sandler), so nannte sie ihn verweigert hat, er hat in sogar aus der Kirche verwiesen. Es war in der Abendmesse. Darf er das? R.Kat. Kirche.

  • Ich bin echt entsetzt über diesen Herrn und die Reaktion der Diözese. Zudem ist von lernbehinderten Personen die Rede. Es gibt eine Regelung von Pius X., dass jeder, der die Kommunion von gewöhnlicher Speise unterscheiden könne, diese empfangen dürfe. Weitergehende Einschränkungen GIBT ES NICHT. Darauf können sich die beiden Lernbehinderten und deren Helfer übrigens berufen.

    Bei der Taufe gibt es übrigens keine mir bekannte Einschränkung. Darüber hinaus bekommen Schwerstbehinderte sogar die Firmung, die dem Wahlrecht und der vollen Geschäftsfähigkeit in der katholischen Kirche entspricht. Wenn die beiden die volle Geschäftsfähigkeit haben, müssten sie sogar gefirmt werden.

  • Ich möchte diese Plattform nützen um meinen Unmut und mein Entsetzen über das Verhalten von Herrn Pfarrer Benekikt Triebl kund zu tun. Ich bin Leiterin einer Wohngemeinschaft für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung der Caritas Vorarlberg.

    In meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder wie wichtig für viele Menschen mit Behinderung der Glaube und die Kirche im Allgemeinen sind. Sie besuchen sehr gerne den Gottesdienst und der Empfang der heiligen Kommunion ist für sie von größter Bedeutung.

    Es ist meiner Meinung nach eine absolut verurteilungswürdige Anmaßung und ein im höchsten Maße menschenverachtendes Tun, das Herr Pfarrer Triebl geleistet hat! Er hat nicht das geringste Recht sich so respektlos und diskriminierend gegenüber Menschen mit Behinderung zu verhalten.

    Ich frage mich, wo da die (bedingungslose) Nächstenliebe und der Grundsatz, dass vor Gott alle Menschen gleich sind geblieben ist? Menschen mit Behinderung sind Gotteskinder wie wir alle, und wenn Gott nicht gewollt hätte, dass sie zu seiner Gemeinschaft gehören, dann hätte er ihnen nicht das Leben geschenkt.

    Er hat es aber getan und unser Leben dadurch mit wunderbaren Menschen bereichert. Allein diese Tatsache bestätigt, dass wir alle AUSNAHMSLOS Kinder Gottes sind und ein Recht darauf haben, auch als solche gesehen und behandelt zu werden! Sie sollten intensiv über dies nachdenken Herr Pfarrer und eine aufrichtige Entschuldigung an alle Menschen mit Behinderung und an Jesus Christus richten.

  • Lieber Herr Pfarrer! Auch diese Menschen sind Geschöpfe Gottes – oder? Ich denke Jesus hat Behinderte nicht als „Menschen 2. Klasse“ gesehen, die seiner nicht würdig waren (das war Hitler nicht Jesus). Hätte er sonst Blinde und Lahme geheilt? Sollten Jesus Jünger nicht seine Botschaften und Taten fortsetzen?
    Sehr traurig, dass die Kirche dies nicht so sieht! Danke an Frau Pöhacker für Ihre tröstenden und einfühlsamen Worte!

  • Wahnsinn! Wie kann man einen behinderten Menschen der im Glauben auf Hoffnung und Heilung hofft eine Kommunion verbieten! Das ist als ob ein behinderter Mensch kein Recht auf Glauben und Hoffnung hat! Schlimm das es so etwas noch gibt!

  • Ich bin betroffen von den Vorkommnissen in Raxdorf und gäbe viel darum, wenn ich mich entschuldigen könnte – stellvertretnd sozusagen -bei den betroffen Menschen. Bei allen also, denen statt Würdigung ihrer Einzigartigkeit erniedrigende „Sonderbehandlung“ zugedacht wird. Rot vor Scham werde ich also weiter arbeiten – beauftragt und bezahlt von genau dieser kath. Kirche – arbeiten daran, dass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen nicht nur selbstverständlich und sondern auch wesentlich dazugehören in Kirche und Gesellschaft. Ich bitte euch „die katholische Kirche“ nicht zu generalisieren, ich bitte euch um verstärkt Zusammenarbeit um auf dem Weg der Gleichbehandlung weiter zu kommen.

  • Schön ist ja auch im Vergleich, daß die kath. Kirche nicht das geringste Problem hat, Leuten mit Blut an den Händen wie Pinochet die Kommunion zu spenden und sich massiv für sie einzusetzen, wie das auch der angeblich so tolle und humane Johannes Paul II gemacht hat. Aber Behinderte werden als Menschen zweiter Klasse behandelt. Widerlich.

  • Ich möchte die Gemüter nicht noch mehr hochtreiben – sage aber trotzdem noch, dass das EINEM Glauben an die Menschheit – und das predigt ja die (kath.) Kirche – sie ist ja sogar gegen die Pille oder sonstige Verhütungsmittel – nicht gerecht wird!

  • Langsam aber sicher sollten die Menschen verstehen, warum immer mehr von der Kirche nichts wissen wollen. Also ich habe mich schon seit Jahren von diesem Verein abgeseilt, denn immer wieder beweisen sie, dass es nicht gut ist zur Kirchengemeinde zu gehören. Was diesem wahnwitzigen Pfarrer da eingefallen ist, nicht einmal Gott weiß es. Aber so sind Sie, von der Kanzel predigen sie Frieden und Gottes Segen und in Wahrheit knechten sie die Mitmenschen noch immer mit der Religion, die besonders in diesem Fall nix mit Nächstenliebe zu tun hat.

  • Es ist mir völlig unbegreiflich, dass auch noch in unserer Zeit derartige Diskriminierungen vorkommen. Es ist nämlich auch eine Diskriminierung der Eltern der betroffenen Kinder, die sehr gut versthen, welche Diskriminierung der Pfarrer den nach Trost suchenden Personen antut.

  • Man fühlt sich an die Diktionen und Ideologien des 3. Reiches erinnert! Dort wurde in tödlicher Konsequenz unwertes Leben gleich vernichtet! Wäre das nicht auch in Ihrem Sinn, Herr Pfarrer? Woher wollen Sie überhaupt wissen, wer in der Lage ist, den Sinn der Sakramente zu vertsehen und wer nicht? Könnte es nicht sein, dass Sie den Sinn der Sakramente nicht verstanden haben? Und trotzdem dürfen Sie die Sakramente spenden!!! Aber es steht ja schon in der Bibel der Vergleich mit dem Splitter im Auge des anderen und dem Balken im eigenen Auge! Die Behinderten erwarten eine Entschuldigung von Ihnen, Herr Pfarrer!
    Es ist nur erstaunlich, wie es der katholische Kirche in der Diözese St. Pölten immer wieder gelingt, NICHTS auszulassen, was aufrechte Christen verprellen könnte!

  • Dieser Vorfall bestaerkt mich nur in meiner Meinung, das GLAUBE absolut nichts mit KIRCHE zu tun hat.
    Die Kirche hat jedenfalls keinerlei Hemmungen Kirchenbeiträge einzuheben, ja einzuklagen, verweigert aber die elementaersten Sakramente. Auch wenn dieser Vorfall nur ein Einzelfall sein mag – die diskriminierenden Richtlinien des Vatikans existieren anscheindend doch, auch wenn sie nur nicht in der Praxis angewendet werden.

  • Das Sakrament der heiligen Kommunion einem Menschen zu verweigen, da er eine Behindung hat ist sicherlich nicht im Sinne Jesus, Jesus bittet alle zu Tisch ob Reiche, Arme, Kranke, Behinderte oder Ungläubige. Der Pfarrer von Raxendorf, Benedikt Triebl hat in seiner eigenwilligen Handlung aufgezeigt, dass die Diskriminierung gegenüber Menschen mit einer Behinderung sogar in der Kirche noch alltäglich sein kann.

    In unserer schönen Wallfartskirche zur heiligen Muttergottes werden Eltern mit Kleinkindern, Babys, Menschen im Rollstuhl, Menschen mit Behinderungen herzlichst vom Herrn Pfarrer aufgenommen, eingeladen und ermutigt, gemeinsam miteinander die Heilige Messe zu feiern und zu beten. Ich und meine Familie sind über diesen Vorfall in der Kirche von Raxendorf erschrocken und traurig.

  • Nur eine kleiner Kommentar bzw. eine Bitte am Rande: Ich wuerde es fair finden, wenn bei der Berichterstattung über derartige Themen nicht verallgemeinert wird sondern bewusst auch gesagt wird, um welche Konfession es sich dabei handelt. Schliesslich gibt es in österreich nicht nur die katholische Kirche. Dabei will ich nicht von vornherein ausschließen, dass es in „meiner“ evangelischen Kirche nicht auch zu Fehlern kommen kann. Nur, dass von den Medien so oft undifferenziert alle in einen Topf geworfen werden, finde ich nicht korrekt.

  • Was ich soeben in den Medien vernommen habe ist eine Frechheit! Ich bin noch bei dieser Kirche aber schön langsam muss ich mich wirklich fragen wie lange noch! In der heutigen Zeit mit solchen Argumenten zu kommen wie dieser Pfarrer ist einfach gesagt nur eine riesen Frechheit!
    Er kann das nicht beurteilen wie gläubig auch ein behinderter Mensch sein kann und wie ein behinderter Mensch die Messe verfolgt! Für Jesus waren alle gleich! Die kirche hat so viele Fehler gemacht in den letzten Jahren, lernt sie nie aus ihren Fehlern?

  • ** Sollte ein Pfarrer nicht Christ sein? **

    Und Christen sind keine Menschen, oder wie? Ein Pfarrer ist auch nur ein Mensch und hat Vorurteile, wie jeder anderer, den man auf der Straße trifft.

  • Sollte ein Pfarrer nicht Christ sein? Sind der Diözese die christlichen Grundwerte wirklich so gleichgültig, wie es das laute Schweigen der Hirten vermuten läßt? Soll man für diese Menschen noch Hoffnung haben?