Pflegegeld: Aufbruch in ein neues Zeitalter?

PflegegeldbezieherInnen werden anscheinend zur „Sache“

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Höchst befremdet zeigte sich ÖAR/ÖZIV-Präsident Dr. Klaus Voget über die heutige Aussage von Sozialminister Rudolf Hundstorfer, wonach Änderungsbegutachtungen auf Erhöhung des Pflegegeldes künftig ab der Stufe 4 von geschultem Pflegepersonal durchgeführt werden sollten, die jedoch „in keinem Betreuungsverhältnis zu den von ihnen begutachtenden Pflegebedürftigen stehen“ sollen.

Für diese neue Tätigkeit der Pflegefachkräfte ist ein Einschulungszeitraum von einem halben Jahr vorgesehen. Voget: „Menschen, die Pflegestufe 4 beziehen, haben mit Sicherheit einen erhöhten Pflege- und Betreuungsaufwand. Darüber hinaus sind sie aber immer noch individuelle Persönlichkeiten und nicht nach Schema F klassifizierbar nach dem Muster eines allgemeinen Betreuungsaufwand für ihre Krankheit und Behinderung. Es gibt keinen logischen Grund, warum nur ausschließlich Pflegepersonal die Begutachtung bei Änderung vornehmen darf, das nicht im Betreuungsverhältnis steht! Das Gegenteil wäre richtig: Nur eine Pflegeperson, die den oder die AntragstellerIn kennt, könnte garantieren, dass eine adäquate, richtige Einstufung erfolgt!“

Fast schon müßig zu erwähnen, dass keine Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen bei der Erstellung des Pflegegeldreformgesetztes erfolgte – obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention dies eindeutig vorsieht.

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0 Kommentare

  • Es herrscht bei „denen da oben“ scheinbar die grosse Angst, dass bei zuviel Pflegegeld wieder zuviele Mopeds gekauft werden, na servas!

  • Ich verstehe das Problem hier nicht. Überall, wo etwas oder jemand begutachtet werden soll, ist es üblich, das von einer unabhängigen Instanz machen zu lasssen. Das hat sich aus verschiedenen Gründen sehr bewährt. Der wichtigste ist es, dass persönliche Interessen (wie z.B. dass der Pfleger ja selbst von einer höheren Einstufung profitiert) dann eben keine Rolle spielen. Ich denke, dass es im Gegensatz zu meinen Vorpostern sehr wohl im Interesse der Bevölkerung ist. Im Interesse der wirklich Pflegebdürftigen, die eine professionelle (und nachvollziehbarere) Begutachtung bekommen, und im Interesse der Steuerzahler, dass die Einstufungen nicht missbraucht werden. Ich halte es allerdings für notwendig, dass der persönliche Pfleger bei der Begutachtung dabei ist.

  • Es hat den Anschein, dass es sehr gefährlich sei, wenn zuviele Mopeds gekauft werden – womöglich auch noch im Ausland, na servas!

    (meinen Namen bitte oben einsetzen, es funzt leider nicht – Charlotte)

  • In welchen Ostbockstaat leben wir, wo die sogenannten Volksvertreter die ja demokratisch gewählt worden sind, gegen die Interessen der Bürger – sprich Betroffenen agieren? Warum gibt es Interessenvertretungen, wenn diese zwar vom Sozialministerium „erhalten“ sprich bezahlt werden, jedoch deren teilweise schon „angepassten“ Protagonisten nicht einmal angehört, geschweige denn in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden? Dies hat mit Demokratie nur mehr wenig zu tun – Dem Herrn Sozialminister „Rudi Hundstorfer, ist das Wohl der Betroffenen scheinbar „scheiß Egal“. Im vorigen Jahrhundert hätte die Arbeiterschaft solche und diesen Minister „hinweggefegt“. Im Mittelalter hätte man solche „Volksvertreter“ geteert und gefedert.

  • Sozialminister Hundstorfer arbeitet konsequent am Umbau (man könnte auch sagen Zerstörung) der Pflegevorsorge. Zuerst kürzt er für die nächsten Jahre das Pflegegeld im Ausmass von 300 Mio. Dann verschiebt er das Geld im Rahmen des Pflegefonds zu den Ländern, die damit die mobile Betreuung (Sachleistung) bezahlen. Weiters zentralisiert er die Pflegegeldverwaltung (was ansich gut ist), aber wahrscheinlich ist damit auch, dass in Zukunft der Bund – und damit Leute wie der jetztige „Sozial“Minister schrankenlos das Bundespflegegeldgesetz für die eigenen Zwecke ändern kann.