Pflegegeld: Behinderte wieder Bittsteller

Chalupka: Autonomie und Selbständigkeit für Menschen mit Behinderung

Behinderte und Pflegebedürftige drohen wieder zu Bittstellern zu werden, befürchtet der Direktor der Diakonie Österreich, Pfarrer Mag. Michael Chalupka. Beim Vorschlag einer sozialen Staffelung des Pflegegeldes komme die alte Fürsorgementalität zum Vorschein. Eine soziale Staffelung könne, so der Diakonie-Direktor, nur über Bedürftigkeitskontrollen durchgeführt werden. Ziel des Pflegegeldes sei es hingegen, „die Autonomie und Selbständigkeit zu erhöhen“.

Bedürftigkeitsprüfungen beim Pflegegeld hält Chalupka aufgrund der ausgewiesenen Verteilungswirkung für kontraproduktiv, da sie administrative Mehrkosten verursachen. Zwei Drittel aller Pflegegeldbezieher verfügen laut Chalupka im Monat über weniger als 10.000,– Schilling brutto. Warum gerade eine Reform des Sozialsystems bei Einschnitten beim Pflegegeld ansetzen soll, bleibe angesichts der vorangegangenen Diskussion um die Wohnbauförderung unverständlich.

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie die Diakonie oder das Rote Kreuz hätten in den letzten Jahren wiederholt Vorschläge für einen verbesserten Einsatz des Pflegegeldes vorgelegt (wie z. B. Schulungen von pflegenden Angehörigen). Dass laut Presseberichten der nominierten Expertengruppe zum Thema „Treffsicherheit“ keine Vertreter von NGOs angehören, lässt Chalupka befürchten, dass ausschließlich Einsparungen das Ziel sind, und keine Verbesserung der Situation von Menschen, die der Pflege bedürfen.

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