Pflegegeld: Geografie bestimmt die Höhe

Jetzt haben wir´s schwarz auf weiß: in Vorarlberg gibt´s im Monat gleich um mehr als 100 Euro mehr Pflegegeld als in Wien.

Pflegegeldstatistik nach Auszahlung pro Bundesland/Person
Waxmann/APA-Grafik/PictureDesk.com

Wer hätte das gedacht: Im Bundesland mit dem höchsten Wohlstand Österreichs gibt´s am wenigsten Pflegegeld von allen Bundesländern: 4.354 Euro pro Jahr, gleich um 1.218 Euro im Jahr weniger als im westlichsten Bundesland. (Anmerkung: Die Höhe der einzelnen Pflegegeldstufen sind in allen Bundesländern gleich, aber die Einstufungen in den Bundesländern sind unterschiedlich.)

Damit ist Wien das Schlusslicht von allen Bundesländern, noch hinter Kärnten, Nieder- und Oberösterreich. Mit dieser Summe liegt Wien gleich um beinahe 300 Euro unter dem gesamtösterreichischen Durchschnitt.

Das wirft für den aufmerksamen Beobachter gleich einige Fragen auf: Leben in Wien vielleicht deutlich weniger schwer behinderte Menschen als jenseits des Arlbergs? Ist man im Ländle etwa großzügiger als im fernen Wien? Gibt es da einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass Vorarlberg bereits vor der Einführung des bundeseinheitlichen Pflegegeldes ein höheres Pflegegeld auszahlte als die anderen Bundesländer?

Oder sind in Wien die begutachtenden Ärztinnen und Ärzte möglicherweise angehalten, bei ihrer Einschätzung des Bedarfs strengere, kleinlichere Maßstäbe anzulegen, auf dass sich das Land etwas erspart?

Ganz egal, woran es auch liegen mag. Ein Signal für die Aufgeschlossenheit gegenüber behinderten, pflegebedürftigen Menschen ist es jedenfalls nicht und so muss sich Wien die Frage gefallen lassen: Wie konnte es dazu kommen?

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