Pittermann: Sterbebegleitung statt Sterbehilfe

Wiens Gesundheitsstadträtin warnt vor steigendem Druck auf Patienten und Angehörige

Elisabeth Pittermann
SPÖ

„Schwerkranke wollen – aus meiner Erfahrung in mehr als 30 Jahren ärztlicher Tätigkeit – Begleitung und Linderung ihrer Schmerzen. In Phasen der Depression wünschen sie manchmal den Tod, nach Überwindung der depressiven Stimmungen wollen sie durchaus ihren Weg weitergehen“, reagiert Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker am Montag auf den Vorschlag des Grünen Gesundheitssprechers Kurt Grünewald, passive Sterbehilfe zu legalisieren.

„Die Bereitstellung von tödlichen Medikamenten setzt den Schwerkranken unter enormen Druck, aus dem Leben zu scheiden, um seinen Angehörigen nicht weiter zur Last zu fallen“ so Pittermann. Die Stadträtin wertet den Vorstoß, die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei zu stellen als Versuch, die Angehörigen von Schwerkranken aus ihrer scheinbar ausweglosen Situation zu befreien aber auch als Versuch den Kranken nahe zulegen, weder weitere Kosten noch Lasten für die Angehörigen zu verursachen.

„Angehörige von Todkranken sind von der Situation oft schwer überfordert. Finanzielle Nöte, Angst und Mitleid mit dem geliebten Menschen erzeugen einen riesigen Druck“, erläutert Pittermann. „Psychologische Unterstützung sowie eine entsprechende medizinische sowie menschliche Betreuung und Begleitung tot kranker Menschen, die weder den Patienten noch seine Familie in finanzielle Schwierigkeiten bringt, kann auch die Angehörigen entlasten“, weiß Frau Stadträtin und warnt gleichzeitig davor, einen Dammbruch beim Thema Sterbehilfe herbeizureden.

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