Preisverleihung Ohrenschmaus 2016: „Die Zeit muss ich haben“

Literaturpreis Ohrenschmaus zum 10. Mal an Menschen mit Behinderung vergeben

Bild von der Preisverleihung Ohrenschmaus 2016
Franz-Joseph Huainigg

„Die Zeit muss man nehmen, die Zeit muss man halten. Die Zeit rennt immer weiter, [..] die Zeit soll dableiben bei mir“, dichtet Herbert Schinko und verdeutlicht uns mit seinem Ohrenschmaus-Siegergedicht, dass Menschen mit sogenannten „Lernschwierigkeiten“ sehr viel verstehen von Kunst, und vom Leben.

„Mit poetisch starken Worten nehmen sich auch die diesjährigen PreisträgerInnen um Themen an, die sie besonders betreffen“, gratuliert Initiator Franz-Joseph Huainigg den PreisträgerInnen des Literaturpreises Ohrenschmaus 2016, die im Wiener Museumsquartier gekürt wurden.

Die Partnerorganisationen des Literaturpreises Ohrenschmaus Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First ehrten bei der Preisverleihung Sybille Grafl, Herbert Schinko, Viktor Noworski.

Die Hauptpreise 

Sybille Grafl, Ohrenschmaus-Preisträgerin 2016, ist 1978 geboren und in Vorarlberg aufgewachsen, wo sie seit einem Jahr in einer betreuten Wohngemeinschaft lebt.

Mit ihrem Text „Sie hat sich richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft!“ beschreibt Sybille Grafl in sehr eindringlichen Worten die Ausgrenzungen und Mobbingerfahrungen, die man als sogenanntes „behindertes Kind“ in Kindergarten und Schule erleben kann. 

Herbert Schinko, ausgezeichnet mit einem weiteren Ohrenschmaus-Hauptpreis, ist Jahrgang 1982 und stammt aus Oberösterreich. Er hat mit seinem preisgekrönten Text „Die Zeit“ Jurymitglied Heinz Janisch zu folgenden Worten inspiriert: „Ein Text, den man wie ein Gebet lesen kann, wie eine Beschwörung des Glücks: ‚Die Zeit muss ich haben‘.“  

Der dritte Preisträger Viktor Noworski lebt und arbeitet in Wien und wurde für seinen Text „A brenhassa Summa“ ausgezeichnet. In der Laudatio von Ludwig Laher heißt es: „`A brenhassa Summa‘ ist ein erstaunliches Stück Prosa […]. Der schräge und dynamisch erzählte Inhalt ist ebenfalls außerordentlich. Der Autor erweist sich […] als großes poetisches Talent.“

Preis zum 10. Mal vergeben 

Der Literaturpreis Ohrenschmaus wurde heuer zum zehnten Mal vergeben. „Dieser Literaturpreis ist ein Kulturprojekt – und kein Sozialpreis – und soll das öffentliche Bild von behinderten Menschen nachhaltig verändern“, so die Organisatoren. 

Die Ohrenschmaus-Jury ist jedes Jahr aufs Neue überrascht und begeistert, welche großen Talente der Ohrenschmaus ans Licht zu bringen vermag. Felix Mitterer dazu: „Als hätte man ein Füllhorn geöffnet, voll von literarischen Kostbarkeiten, die auf uns niederströmen.“

Alle eingereichten Ohrenschmaus-Texte sind im Internet unter ohrenschmaus.net zu finden.

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