Pro Life Tour endet in Wien – Jugendliche fordern Abschaffung der Spätabtreibung

Unterstützung kommt von ÖVP-Behindertensprecher Huainigg, FPÖ-Behindertensprecher Hofer und zahlreichen Kirchenvertretern

Jugend für das Leben hält Transparent: 9 von 10 Kindern mit Down-Syndrom kommen nicht auf die Welt
Jugend für das Leben / Josef Büchsenmeister

Am 20. August 2017 endete die Pro Life Tour in Wien. Zwei Wochen lang bewältigten insgesamt 120 Jugendliche die 200 Kilometer lange Strecke von Graz nach Wien. 

ÖVP-Behindertensprecher Huainigg: Die Spätabtreibung behinderter Kinder ist unerträglich und ist abzustellen.

Franz-Joseph Huainigg, der selbst im Rollstuhl sitzt und künstlich beatmet wird, hat mit seiner Anwesenheit bei der Veranstaltung ein unmissverständliches Zeichen gesetzt. „Ich finde es toll, dass ihr durch eure Tour aufgezeigt habt, dass man für das Leben von behinderten Menschen eintreten soll, dafür, dass sie überhaupt auf die Welt kommen dürfen. Es wird heute viel geredet über Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe, aber es kann sich nur etwas verändern, wenn auch Menschen mit Behinderungen auf die Welt kommen und diese bereichern können.“

Die eugenische Indikation verurteilt Huainigg entschieden. (Die gesetzlich verankerte eugenische Indikation stellt die Abtreibung bei Verdacht auf Behinderung bis zur Geburt frei.) „Das Kind wird im Mutterleib durch einen Herzstich getötet, um eine Lebendabtreibung zu vermeiden. Dies ist unerträglich und ist abzustellen.“ Huainigg hat sich im Parlament immer wieder für die Abschaffung dieser massiven Diskriminierung ausgesprochen, leider ohne die nötige Mehrheit. Ziel sei die Abschaffung der eugenischen Indikation.

FPÖ-Behindertensprecher Hofer: Wir wollen ein menschliches Österreich

FPÖ Behindertensprecher Norbert Hofer grüßte die Teilnehmer in einer Videobotschaft: „Ich möchte euch gratulieren. Ihr habt sehr viel Mut bewiesen, diese Veranstaltung umzusetzen, weil ich ganz genau weiß, dass beim Thema eugenische Indikation es auch massiven Widerstand gibt.“

Weiters betont Hofer: „Es kann nicht sein, dass in Österreich im Jahr 2017 Kinder im Mutterleib getötet werden, weil das Kind möglicherweise eine Behinderung hat. Es kann nicht sein, dass Kinder mit Down Syndrom eigentlich kaum mehr auf die Welt kommen.“

Tatsächlich werden etwa 90 % der Kinder mit Down Syndrom abgetrieben. Er bedankte sich bei den Jugendlichen für ihr Engagement. Hofer forderte schon mehrmals die Abschaffung der eugenischen Indikation.

„Die überwältigende Unterstützung von Politik und Kirche zeigt die Dringlichkeit des Anliegens. Die Abschaffung der eugenischen Indikation ist längst überfällig. Wir fordern die kommende Regierung auf, sofort zu handeln.“, so Myroslava Mashkarynets, Pressesprecherin der Jugend für das Leben.

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5 Kommentare

  • Spätabtreibung zu kritisieren, für deren Abschaffung zu kämpfen und sich damit für mehr Rechte für Menschen mit Behinderung einzusetzen ist klar zu trennen von antifeministischen Religionsfanatikern. Weil es einen Unterschied macht wann du Abtreibst und die Fristenlösung regelt das ganz gut. So sollte Abtreibung nicht nur straffrei, sondern auch legal sein. Abtreibung ist Frauenrecht. Pro Life und co setzen sich allerdings gänzlich gegen Abtreibung ein. Das Frauenbild von denen sowie auch von FPÖ und ÖVP ist zum Speiben.
    Die meisten Abtreibungen auf Grund von (vielfach auch nur vermuteter) Behinderung passieren doch bei Frauen* die nicht auf biologisch natürliche Weise (also per künstlicher Befruchtung) schwanger werden. Es sollte außerdem mal darüber geredet werden wie Ärzt*innen mit deren Schwangeren umgehen wenn eine Behinderung auch nur vermutet wird, ebenso gehört der Umgang und aktuelle Kurs von Pränataldiagnostik ordentlich kritisiert.
    Religion ins Zentrum der Diskussion zu stellen ist jedoch alles andere als sachlich und konstruktiv.

  • Die 9 von 10 abgetriebenen Kinder sind sicher alles von Gottlosen. Ich schlage vor, wieder das Staatschristentum zu stärken. Die dürfen ja nicht abtreiben und sind zur Nächstenliebe verpflichtet. Ein massives Bollwerk also gegen atheistischbraune, gutmenschlichlinksversiffte Ideen und den neuzeitlichen Menschenhass. Naja, zumindestens bis dieser Luther kam und besoffenes Zeug daherschwafelte. Dann gabs ne ordentliche Kneipenschlägerei mit der Folge, dass er seine 95 Prothesen an die Kirchentür schlug, um so für einen besseren Umgang mit Behinderten zu protestieren.

  • Ich unterstütze diese Aktion vorbehaltslos Franz K a r l

  • Ich würde mich als Frau auch für eine Spätabtreibung bei Verdacht einer Behinderung entscheiden. Ich bin aber auch kein Christ, dem die religiöse Lehre über ein gutes Leben steht.
    Der Grund dafür ist bei mir keine Behindrtenfeindlichkeit.
    Ich denke, ein sehr gutes Leben bietet schon reichlich Übel, dass die Erfüllung des eigenen Kinderwunsches ein egoistischer, kaum rechtzufertigender Akt darstellt. Ein Kind mit Behinderung wird viel wahrscheinlicher leiden, und das tun viele auch, wenn man unvoreingenommen das Leben behinderter Menschen mit dem Durchschnitt vergleicht.

    • Mord kann keine Lösung sein. Es gibt für viele Probleme gute Lösungsstrategien. Vielleicht ist es auch gut, wenn man eine Herausforderung annimmt und als Mensch dadurch wächst. Der Egoismus ist das Problem der Zeit. Man denkt nur an sich selbst. Wenn das Kind nach der Geburt nicht überlebensfähig ist, stirbt es ohnehin. Nicht selten stellen Ärzte auch Fehldiagnosen und es werden dadurch unschuldige Kinder im Mutterleib getötet!