„Pro Sonderschule“

prangt in großen Lettern auf einem Flugblatt.

Hermann Helm, Spitzenkandidat der Fraktion Christlicher Gewerkschafter Niederösterreich betrieb im November 1995 Wahlkampf für die österreichweiten Personalvertretungswahlen im öffentlichen Dienst. Wider jeder wissenschaftlichen Erkenntnis behauptet er weiter: „Schwer geistig behinderte Kinder erfahren die beste Förderung in der Allgemeinen Sonderschule!“

Daraufhin wurde am 29. November 1995 Helms Büro von 70 AktivistInnen der Elterninitiativen besetzt, um bei einem Gesprächstermin zu erfahren, woher er die Legitimation hernimmt, im Namen der geistig behinderten Kinder zu entscheiden, was für diese die beste Förderung darstellt.

Heinz Forcher, Vorsitzender von Integration Österreich, meint dazu: „Da es sich hier offenbar nicht um eine Einzelmeinung handelt, müssen wir befürchten, daß die ÖVP sich von der ´unteilbaren schulischen Integration´ behinderter Kinder verabschiedet.“

Erwin Niederwieser, Schulsprecher der SPÖ, zeigt sich entsetzt und bezeichnet die Aussagen von Helm als „Populismus“ und stellt fest: „Die SPÖ wird die Behindertenintegration konsequent weiterführen – für sie doch nachweislich zu einer höheren Qualität im Umgang von Behinderten und Nicht-Behinderten.“

Auch die Bildungsprecherin des Liberalen Forums, Maria Schaffenrath, kritisiert die Aussagen Helms vehement: „Wer eine Förderung von Behinderten nur in der Sonderschule sieht, hat nicht begriffen, worum es bei der Integration geht.“
Als „Vorgestriges Konzept“ beurteilt die Bildungssprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem, die Kampagne Helms und warnt: „Desintegration heißt auch Entsolidarisierung, heißt Ausgrenzung“.

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