„Profis statt Behinderte“

Das Wochenmagazin Profil zitiert einen noch unveröffentlichten Bericht des Wiener Kontrollamtes zu den "Wiener Geschützte Werkstätten GmbH (WGW)".

Zu den „Wiener Geschützte Werkstätten GmbH (WGW)“, ein Tochterunternehmen der Gemeinde Wien in Form des Kuratoriums für Psychosoziale Dienste (PSD), hält das Wiener Kontrollamt in einem noch unveröffentlichten – und vom Wochenmagazin Profil zitierten – Kontrollamtsbericht fest: „Die Prüfung ergab, dass die WGW an einem Punkt angelangt ist, an dem ihr Auftrag grundsätzlich überdacht werden sollte, da sie sich einerseits aus verschiedenen Gründen von ihrem ursprünglichen Auftrag entfernte und es andererseits an einem den Bedürfnissen der Behinderten entsprechenden bedarfsorientierten Beschäftigungsangebot mangelt.“

Ausführlich berichtet wird in dem Profil-Artikel „Profis statt Behinderte“ über einen von der WGW abgewickelten Auftrag, der angeblich von einem Handwerksbetrieb abgewickelt wurde. Profil: „Das wiederum wäre aber nicht Sinn und Zweck der Behinderteneinrichtung gewesen.“ Weiters wird im Artikel erwähnt: „Die Finanzierung erfolgte über Jahrzehnte nach einem widerrechtlichen Schema.“

Deutlicher wird die FP-Gemeinderätin Heidrun Schmalenberg: „Da werden unter dem Deckmantel der Behindertenbeschäftigung großteils Meister und Gesellen eingesetzt.“ Für den ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter ist das „Netz der Ungereimtheiten bereits so dicht geworden, dass ein für alle Mal Klarheit geschaffen werden muss“.

Im Kontrollamtsbericht kann man dazu lesen: „Durch die Teilnahme am wirtschaftlichen Erwerbsleben und die veränderte Behindertenstruktur gingen die Produktions- und Montagearbeiten in den Handwerksgruppen zum Großteil auf das fachkundige Personal über, weshalb viele Behinderte nur mehr wenig in die Durchführung der Arbeiten eingebunden waren.“

„Bei der Gesamtreform im Bereich Soziales muss die WGW sicher, genauso wie andere Einrichtungen, neu überdacht und reformiert werden.“ wird die zuständige SPÖ-Stadträtin Grete Laska zitiert.

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0 Kommentare

  • Wenn die WGW ein „Integrativer Betrieb“ ist, wie auf http://www.wien.gv.at behauptet wird, dann sind behinderte ArbeitnehmerInnen dort Profis. In „Integrativen Betrieben“ gibt es nämlich nur reguläre Dienstverhältnisse, auch für behinderte DienstnehmerInnen.
    Integrative Betriebe sind nämlich ganz normale Wirtschaftsbetriebe.
    Ansonsten finde ich die behinderte Menschen diskriminierende Sprache in dem Artikel schon sehr bemerkenswert. „Profis statt Behinderte“ ist ja schon eher aus der ganz untersten Schublade der Stereotypien und Vorurteile und die Zitate lassen vermuten, dass keine der zitierten auch nur annähernd wissen, wovon sie reden.

  • Behinderten gerechtes Wohnen oder eine Unterstützung für Adaptierungen gibt es in Wien anscheinend nur auf dem Papier. Wir sind eine fünfköpfige Familie mit einem schwerstbehinderten Kind und haben um eine behinderten gerechte Wohnung angesucht und erhielten eine normale Wohnung mit vielen Hindernissen und eine finanzielle Unterstüzung wurde sofort abgelehnt.