Protest vor Besuch Peter Singers in Deutschland

Vor dem neuerlichen Besuch Peter Singers formiert sich Protest wie vor vier Jahren in Frankfurt am Main.

Peter Singer
Peter Singer im März 2009 von Joel Travis Sage / CC BY 3.0

Große Empörung löst die Verleihung eines Preises für Engagement im Tierschutz an den umstrittenen australischen Bioethiker aus, erklärte die Lebenshilfe Berlin, die sich dem Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“ zu einer Kundgebung am 26. Mai angeschlossen hat.

An diesem Tag soll Singer in der Berliner „Urania“ einen nach ihm benannten Preis für seinen Beitrag zur „Tierleidminderung“ erhalten. Am 31. Mai wird er auf dem Kölner Philosophie-Festival phil.Cologne zur Diskussion über die Frage „Retten Veganer die Welt?“ erwartet. Gegen Singer wird protestiert, weil er das Lebensrecht behinderter Menschen in seinen Büchern und Interviews immer wieder in Frage stellt.

Die Laudatio bei der Preisverleihung in Berlin hält Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung, die bereits 2011 in Frankfurt am Main den Professor der Princeton-Universität in den USA mit ihrem Ethik-Preis ehrte und jüngst am Rande des Deutschen Ärztetages für aktive Sterbehilfe der Mediziner geworben hat. Damals protestierten mehr als 50 Menschen in Frankfurt.

In seinen Schriften unterscheidet Singer zwischen „wertem“ und „unwertem“ Leben. „Aus seiner Sicht setzt vollwertiges Leben Bewusstsein und Selbsterkenntnis voraus. Daher spricht er Neugeborenen und hirngeschädigten Menschen das Recht auf Leben ab und plädiert offen für aktive Sterbehilfe bei behinderten Neugeborenen, Komapatienten und anderen schwer hirngeschädigten Menschen“, so die Lebenshilfe Berlin.

Erst im April hatte Singer in einem Radio-Interview gefordert, behinderten Säuglingen Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems zu entziehen. Die Tötung „schwerstbehinderter Säuglinge“ sei „ziemlich vernünftig“, wenn dadurch Geld für andere Zwecke des Gesundheitssystems gespart werden könne, zitierte daraus Michael Zander in der Zeitung junge Welt. „Ich möchte nicht, dass meine Versicherungsbeiträge erhöht werden, damit Kinder ohne Aussicht auf Lebensqualität teure Behandlungen erhalten.“

Die Berliner Behindertenaktivistin Ursula Lehmann hat sich an die Urania-Geschäftsleitung mit der Frage gewandt, erfuhr kobinet heute, wie sie „mit der entwürdigenden Haltung des Herrn Singer gegenüber den behinderten Menschen“ umgehen wolle.

Kundgebung „Kein Forum für Peter Singer“
Dienstag, 26. Mai ab 17 Uhr
Kleiststraße, An der Urania

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0 Kommentare

  • Ich sauf mir das Hirn weg. Ameisen finden sich auch ohne diesem krankheitsanfälligen Organ zurecht, und das seit Jahrmillionen und ganz ohne Navigationssystem.

    Zum Schluss noch eine Buchempfehlung zum Thema: Better never to have been: The Harm of coming into Existence.

    Klar, wer es liest, für den ist es zu spät. Aber der sollte sich überlegen, ob es wirklich sein muss, dass Kinder in diese Welt gesch***en werden. Die Barbarei kommt bestimmt wieder, wir sind nicht die erste Zivilgesellschaft. Es dauert halt diesmal etwas länger, weil die Kriege davor eine ungeheure Beute angehäuft haben.

  • Bitte, keine Ursache, Hr Hohlkopf

  • An Marion,

    Der einzige Therapeut, zu dem ich regelmäßig gehe, ist der Alkohol.

    Ich sehe keinen Grund, eine Psychotherapie anzufangen.

    Danke der Nachfrage.

  • Meine Frage ging an Hrn. oder Fr. Holhkopf

  • Schon einmal bei einem Psychotherapeuten gewesen???

  • Es gibt jetzt auch einen linken Gegenaufruf gegen Kein forum für Peter singer: http://gegendiehexenjagdaufsinger.blogsport.de/

  • Was soll die Aufregung um Singer?

    Als Mensch mit Behinderung finde ich mein Leben nicht lebenswert. Leider hat man mich nicht abgetrieben und später gab es keine Möglichkeit für meine Eltern, die Mangelware zu retournieren. Schon gesunde Menschen finde ich zum Kotzen. Die anderen brauche ich noch weniger.

    Nun bin ich erwachsen und lebe in einem Land, in dem man sich nicht einschläfern lassen kann. Stattdessen muss ich mir anhören, wie berufsbehinderte Zeitgenossen ihre Lebensfreude in die Welt hinaustrellern.
    So viel Pech muss man einmal haben.

    In diesem Jammertal gibt es wenigstens noch Alkohol. Schon aufgefallen, dass in den glücklichsten Ländern wie Dänemark viel Alkohol konsumiert wird und dass dort die Suizidrate überdurchschnittlich hoch ist?

  • Als Anhänger von Singers Philosophie bedanke ich mich für diese kostenlose PR!! :-)