RAIL Holding AG möchte ÖBB Konkurrenz machen

Ein ehrgeiziges Projekt möchte die RAIL Holding AG in Österreich verwirklichen. An Erfahrung und Willenskraft mangelt es dem Unternehmen nicht.

RAIL Holing AG - Westbahn GmbH
RAIL Holing AG

Der frühere SBB-Chef, Benedikt Weibel, der ehemalige ÖBB-Personenverkehr-Chef, Stefan Wehinger und der Chef der Strabag, Hans Peter Haselsteiner, möchten mit modernen Zügen ab 2011 stündlich die Strecke Wien-Salzburg befahren und so den ÖBB das Fürchten lehren, wurde im Herbst 2008 angekündigt.

Seither sind einige Monate vergangen. „Die WESTbahn Management GmbH ist das erste operative Tochterunternehmen der RAIL Holding AG“, ist nun auf der Homepage des jungen Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) zu lesen.

ÖBB muss ab 2010 Konkurrenz zulassen

„Bis jetzt sind private Eisenbahnunternehmen in Österreich entweder auf eigenen Trassen oder im Güterverkehr tätig“, erläutert die Schweizer Zeitung „Der Bund„.

Aber „ab 2010 erlaubt die Liberalisierung neben den ÖBB auch anderen EVU die Führung von Zügen des Personenverkehrs“, berichtet die Fachzeitschrift „Eisenbahn Österreich„.

Eingesetzt werden sollen Doppelstocktriebzüge von Stadler Rail, die voraussichtlich geleast werden sollen, hält die Zeitschrift fest.

„Im Zug wird ausschließlich Komfort der ersten Klasse geboten, die Preise orientieren sich an der zweiten Klasse des heutigen Marktführers“, kündigt RAIL Holding AG an und Wehinger träumt in der Zeitschrift „Der Bund“ von der „idealen Bahn“: „Barrierefrei im Zugang und im Vertrieb, mit einem Zugbegleiter pro Waggon, der im Zug die Fahrkarten verkauft“, gibt er bekannt und hält fest: Die Züge sollen geleast, der Rahmenvertrag soll im Juni abgeschlossen werden.

Schwierige Phase für die RAIL Holding AG

„Dabei handelt es sich aber noch um Zukunftsmusik, Wehingers Hauptbeschäftigung besteht im Moment noch darin, die für den Betrieb einer Bahn nötigen Bewilligungen zu erhalten“, so das Wirtschaftsblatt vor einigen Wochen.

Doch auch an anderen Fronten wird verhandelt. „Im Mittelpunkt des Gespräches“ – so gibt das junge Unternehmen weiters zu Verhandlungen mit den ÖBB bekannt – „standen die Verhandlungen zu einer Trassenrahmenvereinbarung“.

Dem Unternehmen fehlt noch der rechtliche Status eines Eisenbahnverkehrsunternehmens und die Wirtschaftskrise könnte die benötigte Finanzierung von rund 120 Millionen Euro noch „ins Wanken bringen“, unkt „Der Bund“ und verweist abschließend noch auf ein weiteres Problem: „Vor einem Monat kündigte die ’Badner Bahn’, eine Lokalbahn im Besitz der Stadt Wien zur Überraschung aller an, sie werde bereits 2010 Schnellzüge zwischen Wien und Salzburg führen. Und zwar im Auftrag eines Unternehmens namens Fairtrain, dessen Besitzer anonym bleiben wollen. Seither rätselt die Fachwelt, wer dahinter steckt.“

Der Markt könnte für drei Anbieter zu klein sein und dann „könnte es für die Rail Holding eng werden“, sagt Alfred Horn, Herausgeber der Zeitschrift „Eisenbahn“.

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0 Kommentare

  • Ich bin eigentlich kein Fan von privatisierten Unternehmen, da solche Unternehmen nur marktorientiert sind und deshalb viel sparen. Somit bleiben soziale Bedürfnisse oft auf der Strecke. Was ist, wenn z. B. ein privates Bahnunternehmen feststellt, dass eine Strecke nicht gewinnbringend ist und die Strecke auslässt? Trotz all dem bin ich mit ÖBB ziemlich zufrieden.

  • Trotz allem muss man sagen – Konkurrenz belebt das Geschäft, aber mit Einschränkungen, es wird zwar vermehrt gefahren aber wie steht es z.b. um die Barrierefreiheit bei der neuen Westbahn? Darüber wird nicht viel gesagt, statt dessen nur auf die ÖBB geschimpft … Und wie wollen die auch auf den Nebenstrecken eine Mobilität gewährleisten? Gar nicht …