Ratgeber gefesselt – Schreckliches Schicksal ist kein Einzelfall!

"Täglich werden in Österreich Menschen an ihre Rollstühle gefesselt. Ein Schicksal, das von vielen Betroffenen stillschweigend erduldet wird", hält Mosaik in einer Presseerklärung zu einem neu erschienenen Ratgeber fest.

Symbolbild zu:  An den Rollstuhl gefesselt / Person befreit
Mosaik GmbH

„An den Rollstuhl gefesselt“ ist nach wie vor ein gängiger Ausdruck – vor allem in den Medien, bedauert Mosaik und bietet mit dem „Ratgeber: Sprechen und Schreiben über Behinderung“ einen kurzen Leitfaden für Journalistinnen und Journalisten.

Darin werden Phrasen aufgelistet, die unbedingt vermieden werden sollten und auch Alternativen aufgezeigt.

„Der Begriff ‚an den Rollstuhl gefesselt‘ ist schrecklich“

Ein kurzer Bericht zum Ratgeber erschien auch in den Salzburger Nachrichten. „Der Begriff ‚an den Rollstuhl gefesselt‘ ist schrecklich. Dank dieses Stuhls ist es mir möglich, eigenständig mobil zu sein. Er hilft mir, meine beiden Buben bei längeren Ausflügen zu begleiten, ist eine Art sozialer Integration für mich“, erzählt Mag. Manfred Fischer im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten.

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0 Kommentare

  • „stillschweigend erduldet“ – natürlich. Das ist wohl der angepeilte Sollzustand. An den Rollstuhl „fesseln“ und dann bitte den Mund halten. Und weil das so ist und die Behinderten nicht auf den Tisch schlagen ändert sich in Österreich die Situation auch nur im Schritttempo.

  • Ich finde es genau so schrecklich, wenn dauernd behauptet wird (vorrangig von Fachpersonal), dass Menschen an Down Syndrom „leiden“. Wenn sie leiden, sind sie entweder sporadisch an irgend etwas erkrankt, wie das jedem anderen auch widerfahren kann oder durch Menschen, die kein Down Syndrom haben und ihnen ihre Lebensfreude vermiesen, sie abwerten und von möglichen Lebensgestaltungen aussschließen.

  • Ich weiß jetzt nicht, ob ich die Zeit dafür aufwenden würde um Redaktionen drauf aufmerksam zu machen, dass sie diese Formulierung unterlassen sollten. Ich seh es eher so: Wer sich gefesselt fühlt, ist es auch. Vielleicht ist es wichtiger an der eigenen Sprache zu arbeiten, anstatt es ständig anderen vorzuwerfen. Das Zauberwort ist immer noch: Vorbildwirkung.

  • Offenbar ist den PosterInnen und Reakteuren (?) hier nicht klar, was eine Metapher, ein sprachliches Bild ist. Wer krank ist, ist „an das Bett gefesselt“. Wer am Land kein Auto besitzt, ist an „das Haus gefesselt“, wer nicht gehen kann, ist „an den Rollstuhl“ gefesselt.

    Dieses politisch korrekte Gedusel, das jeglicher linguistischer Grundlage entbehrt, halte ich jedenfalls nicht mehr aus.

  • Wie wär´s, einmal alle ZEITUNGSREDAKTIONEN anzuschreiben, vielleicht sogar mit einer Unterschriftenliste? Oder eine Aufforderung an die an der UNI im FACHMEDIEN Studierenden?

  • Schon 1990, zu einem Begräbnis wollte ein Pfarrer …. an den Rollstuhl „gefesselt“ … in seine Predigt einfügen. Ich habe mich dagegen gewehrt und er mußte in .. „auf den Rollstuhl angewiesen…“ ändern.
    Jeder einzelne Betroffene, müßte sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, ständig korrigieren, immer wieder darauf hinweisen, daß es so nicht richtig ist!! Es ist leider noch ein langer Weg, bis sich diese Denk-u.Sprechweise ändert.

  • und so wird man auch behandelt wie ein schwer verbrecher .die diskrimminierung und ausgrenzung wenn man in einem rollstuhl sitzt kennt keine grenzen .fessel und verbrechen liegt nahe bei einander und so wird es auch mancherorts umgesetzt leider