Rechte behinderter Flugreisender gestärkt – Dringende Probleme ungelöst

Flughäfen, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter müssen Menschen mit Behinderungen das Reisen weiter erleichtern.

Nur fliegen ist schöner?
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Seit 26. Juli 2008 gilt vollständig die Verordnung Nr. 1107/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 über die Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität. Das Bundesverkehrsministerium in Berlin informierte darüber, dass Flughäfen eine durchgehende Betreuung von der Ankunft des Passagiers bis zum Abflug sicherstellen müssen.

Behinderte und in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen sollen ihre besonderen Bedürfnisse mindestens 48 Stunden vor Abflug bei der Fluggesellschaft oder dem Veranstalter anmelden, so das Ministerium.

Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig wurde als Beschwerdestelle benannt. Fluggesellschaften und Veranstalter, das sehen die Bestimmungen vor, dürfen sich bei Flügen von oder zu einem europäischen Flughafen nicht aufgrund einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität weigern, eine Buchung zu akzeptieren. Mit Inkrafttreten der europäischen Verordnung werden, nach Ansicht der Betroffenen, die Rechte von Fluggästen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, zweifellos gestärkt. Dennoch harren dringende Probleme einer Lösung.

Barrierefreie WCs sind zum Beispiel auch in Flugzeugen technisch seit vielen Jahren möglich. Doch bislang bleibt die Servicekette lückenhaft, so kobinet-Leser Kay Macquarrie: „In keinem Flugzeug im innereuropäischen Flugraum gibt es eine barrierefreie Toilette. Das bedeutet für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer, dass sie nach wie vor auf europäischen Flügen keinen Zugang zu einer Toilette haben. Sie werden wenig bis gar nichts trinken können und einer weitaus erhöhten Thrombosegefahr ausgesetzt sein.“ In seinem Blog recht auf klo wird die unhaltbare Situation drastisch beschrieben.

Auf einer, von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, anberaumten Konferenz in Berlin haben Betroffene ihre Sorgen mit dem sich entwickelnden Flugwesen ebenso offen angesprochen (kobinet 2.6.08).

Noch viel Arbeit erwarten Beteiligte der Berliner Beratung, damit Flugreisen für behinderte Menschen ebenso problemlos möglich sind, wie für Reisende ohne Handicap. Erfreulich finden Reisende mit eingeschränkter Mobilität, dass sich die Flughäfen nach eigenen Angaben schon auf die europäische Verordnung eingestellt und neue Arbeitsplätze in ihrem Service geschaffen haben.

Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main wurde für die Betreuung behinderter Reisender extra eine neue Servicegesellschaft gegründet. Über 400 Beschäftigte sollen sich dort um die Reisenden mit ihren besonderen Bedürfnissen kümmern. „Die Betreuung beginnt nun schon bei der Ankunft im Flughafen und endet erst im Flugzeug“, so Brigitte Press, Geschäftsführerin des neuen Tochterunternehmens des Flughafenbetreibers Fraport und der Deutschen Lufthansa in der Presse.

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