Nur fliegen ist schöner?

Rechte bei Flugreisen

Die Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität sollen nach einer Verordnung der Europäischen Union geregelt werden, die morgen in Kraft tritt.

Nach dieser Verordnung darf künftig nicht mehr eine Flugbuchung wegen einer Behinderung oder Mobilitätseinschränkung des Kunden abgelehnt werden, es sei denn aus Sicherheitsgründen. Die Verordnung der Europäischen Union (1107/2006 vom 5. Juli 2006) sieht erweiterte Informationspflichten für Reiseunternehmen gegenüber behinderten und mobilitätseingeschränkten Flugreisenden vor, die ab 2007 oder 2008 eingehalten werden müssen.

Darüber hinaus gehende Pflichten konnte die Lobby der meisten Reiseunternehmer verhindern. Allerdings musste erkannt werden, dass die Rechte behinderter Menschen zu einem „sensiblen Thema“ geworden sind. Als „lang erwarteten Schritt“ im Bemühen gegen Diskriminierung hat das Europäische Behindertenforum EDF die Regelung begrüßt. Sein Vorsitzender Yannis Vardakastanis zeigte sich erfreut, dass nach der nun von den Verkehrsministern beschlossenen Verordnung behinderten Flugpassagieren die erforderliche Assistenz auf den Flughäfen zu gewährleisten ist.

Allerdings erlaubt die Regelung noch, behinderten Menschen aus nicht klar definierten „Sicherheitsgründen“ einen Flug zu verweigern. Es kann mit dieser Begründung zum Beispiel verlangt werden, dass der behinderte oder mobilitätseingeschränkte Kunde von einer zur Hilfeleistung geeigneten Person begleitet wird.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Laut einer ÖZIV-Pressemeldung dürfen bei AUA-Flügen ab 1. Oktober 2004 hör- und sehbehinderte Passagiere in unbegrenzter Anzahl und ohne Begleitperson (Ausnahme: taub-blinde Passagiere benötigen Begleitperson) reisen. Diese AUA-interne Änderung gilt (noch) nicht bei Flügen von Lauda Air und anderen europäischen Fluglinien.

  • und wie schaut es mit hörbehinderte und gehörlose aus? welche rechte haben die in den fluglinien?

  • Nun, es ist wahrlich höchste Zeit für normierte Rechte von Flugreisenden mit Behinderung. Vorfälle, wie jene, die Anonym beschrieb, oder jene, die ich kürzlich erlebte, sollten endlich bekämpfbar werden; so war ich in Begleitung einer zur Assistenz geeigneten Person unterwegs, doch es war vom Check-in nicht mehr organisierbar, dass wir nebeneinander sitzen konnten – nur so kann die nötige Assistenz auch geleistet werden – und auch das Board-Personal zierte sich, zwei Plätze nebeneinander zu organisieren und versuchte diese etwas unangenehme Aufgabe auf uns abzuschieben, was wir natürlich ablehnten.

    Erst nach mehrmaliger Aufforderung wurde das Board-Personal aktiv. Und die angesprochenen Passagiere waren alles andere als erfreut, Plätze tauschen zu sollen. Für mich als behinderten Flugreisenden war es einerseits ärgerlich und andererseits auch unangenehm, quasi als Bittsteller behandelt zu werden.
    Aber auch das Verhalten im Ernstfall – Anlegen der Schwimmwesten, Verwendung der Sauerstoffmaske, Lage der Notausstiege – wurde mir als „blinden Passagier“ erst ein einziges Mal wirklich gezeigt. Bleibt nur zu hoffen, dass die EU-Verordnung daran etwas zu ändern vermag.

  • Es ist ja nicht nur das verweigern vom Flug sondern auch noch die Schickanen die manche Fluglinien behinderte Passiegere auflegen. Zum Beispiel:

    1. Manche Fluglinien benötigen das (für sichtbar behinderte Personen) ein Formular vom Arzt ausgefüllt wird damit sie die Verantwortung abschieben können. Wo diese intime Daten gespeichert werden, und wer darauf Zugriff hat ist unklar.

    2. Manche Fluglinien bestehen darauf das Rollstuhlfahrer aus „Sicherheitsgründen“ nur auf Gangplätze sitzen dürfen, während andere Fluglinien ganau das umgekehrte vorschreiben. Die begründung dieser Regeln sind ebenfalls völlig unklar.

    Und so weiter …