Reha-Alltag mit Assistenzhund: Zwischen Thunfisch, Therapie und Toleranz

Nach langem Kampf war ich nun endlich mit meiner Assistenzhündin auf Reha. Der Aufenthalt war wichtig, anstrengend und vor allem abwechslungsreich. Hier berichte ich nun von meinem Abenteuer "Reha mit Assistenzhund".

Assistenzhund Rhea und Ronja Verena Turin-Zelenko
Ronja Verena Turin-Zelenko

Mein Name ist Ronja Verena Turin-Zelenko und ich bin 27 Jahre alt. Im Alter von fünf Jahren hatte ich FSME, weswegen ich nach wie vor eine Gehbeeinträchtigung habe. Abgesehen davon habe ich noch einige diagnostizierte psychische Erkrankungen (u.a. Depressionen und Angststörung).

Anfang Juli 2025 habe ich meinen Master in Inclusive Education (MSc) in Graz abgeschlossen. Meine Assistenzhündin Rhea ist ein vierjähriger Border Collie und ist immer dabei.

Endlich Reha

Wie vielen Menschen mit einer Behinderung tut auch mir ein regelmäßiger Aufenthalt in einer Reha-Klinik körperlich sehr gut. Um die Auswirkungen meiner psychischen Erkrankungen zu mildern, habe ich meine Assistenzhündin Rhea, welche mich überall hinbegleitet.

Nach langem Kampf konnte ich im Sommer 2025 endlich gemeinsam mit meiner Assistenzhündin auf eine stationäre Reha in die Klinik Judendorf Straßengel (in der Steiermark) fahren.

Vorbereitung ist alles

Im Vorhinein habe ich ein Informationsblatt zusammengestellt, wo kurz oben steht, was ein Assistenzhund ist, wie man ihn erkennt und wie man sich ihm gegenüber verhalten soll (und warum).

Dies habe ich einige Wochen vor dem Aufenthalt an die Reha geschickt mit der Bitte, es an das gesamte Personal zu schicken.

Assistenzhund Rhea
Ronja Verena Turin-Zelenko

Ignorieren ist schwer, aber notwendig

Als ich in der Klinik ankam wusste das gesamte Personal und die meisten Patient:innen (sie haben das Info-Blatt auch in der Klinik aufgehängt) Bescheid und Rhea wurde (weitestgehend) von jedem ignoriert.

Tatsächlich haben sich die Patient:innen oft auch gegenseitig korrigiert, wenn der Impuls, einen süßen Hund anzusprechen, doch übermächtig wurde.

Der Hund als Hauptattraktion der Klinik

Natürlich wurden während des gesamten Aufenthalts von den Meisten viele Fragen gestellt (Wie heißt der Hund? Wie alt ist er? Welche Aufgabe hat er? Etc.).

Diese Fragen waren jedoch immer freundlich gestellt und ich habe sie gerne (mindestens 10-mal jeden Tag) beantwortet. Dies hatte zum Ergebnis, dass so ziemlich jede Person alles über Rhea wusste, von mir aber oft nicht einmal der Name bekannt war. 😉

Geburtstag mit Thunfisch

Während des Aufenthaltes hatte Rhea auch Geburtstag und auf meine Bitte hin stellte mir die Küche an diesem Tag eine Portion Thunfisch für Rhea hin.

Beim Essen haben sie sich auch extra Gedanken gemacht, wo Rhea und ich am Besten im Speisesaal sitzen und Rhea hatte einen eigenen Sitzplatz neben mir.

Von jedem willkommen oder zumindest toleriert

Bei der Visite wurde ich immer gefragt, wie es mit dem Hund geht und, dass ich es sagen soll, wenn ich negative Reaktionen bekomme.

Tatsächlich habe ich aber während des gesamten Aufenthaltes nur positive Reaktionen oder gelegentlich Gleichgültigkeit gegenüber dem Hund erfahren.

Therapiealltag – Management ist wichtig

Besonders hervorzuheben sind auch die Therapeut:innen. Diese haben sich bemüht, immer auch einen Platz für Rhea während der Therapie zu finden.

Ein einziges Mal wurde mir eine Therapeutin zugeteilt, welche eine Hundehaarallergie hatte. Als diese mich aber am Plan gesehen hat, hat sie mit einem Kollegen gesprochen, welcher die Therapie für sie übernommen hat.

Für das Reinigungspersonal habe ich ein Schild bekommen, welches ich außen an die Tür hängen konnte, wenn wir im Zimmer waren. So kamen sie nur herein, wenn das Zimmer leer war.

Länger als geplant und jederzeit wieder

Geplant war der Aufenthalt für vier Wochen. Da mir der Aufenthalt aber so gutgetan hat und es auch mit dem Assistenzhund keinerlei Probleme gab, wurde der Aufenthalt verlängert und ich war insgesamt sechs Wochen in der Reha Klinik Judendorf Straßengel.

Wenn die Kassa es erlaubt, werde ich nächstes Jahr wieder dort auf Reha gehen. Vom gesamten Personal habe ich jedenfalls gehört, dass Rhea (und vermutlich auch ich) jederzeit willkommen sind.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Nina Deutsch , Antworten

    26.08.2025, 11:50

    Liebe Ronja! Hat mich gefreut Dich und Deine Hündin auf der Reha kennengelernt zu haben, auch wenn mein Mann mit seiner Beeinträchtigt, zu Beginn der Begegnungen eine gewisse Herausforderung für Rhea und Dich dargestellt hatte, hat zum Schluss alles super funktioniert. Ich wünsche Dir und Rhea alles, alles Gute für die Zukunft.
    Ganz liebe Grüße Nina

  • Heinz Gutschner , Antworten

    25.08.2025, 09:29

    Super! Da kommt Freude auf! Alles Gute!

Bild der Woche

Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.