Rehazentren haben mich aufgrund der Persönlichen Assistenz und des Kleinkindes abgelehnt

Um den Gesundheitszustand zu erhalten oder gar zu verbessern, ist in meinem Fall eine jährliche Reha in einem Rehabilitationszentrum notwendig. Ein Bericht.

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Ich, Amanda P. bin 32 Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines 1 ½ jährigen gesunden Sohnes. Seit meiner Geburt bin ich auf pflegerische bzw. alltägliche Unterstützung, einen Rollstuhl sowie auf die einzelnen Physio- und Ergotherapienstunden angewiesen.

Meine jahrelange Vollzeitstelle im Sekretariat zweier Institute im öffentlichen Dienst bereitet mir große Freude und Selbständigkeit.

Um den Gesundheitszustand zu erhalten oder gar zu verbessern, ist in meinem Fall eine jährliche Reha in einem Rehabilitationszentrum notwendig.

Mein erster Rehantrag

Mein erster Rehantrag wurde am Anfang für mich sowie auch für die notwendige Persönliche Assistenz abgelehnt. Durch meine Intervention und der Unterstützung eines Mitarbeiters der PVA wurde er schließlich schnell zu meinen Gunsten entschieden.

Da die Mitnahme des Kindes unverzichtbar ist, suchte ich auf dieser Basis ein passendes Neuro-Rehazentrum aus. Das Rehazentrum M./Tirol schien dafür perfekt zu sein, da dieses mit der Integrierung des Kindes in die Stadtangebote warben. Mir wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass ein Kinderbett, Hochstuhl, Spielsachen etc. nicht vorhanden seien, somit plante ich, diese selbst mitzunehmen.

Bei der ersten Kontaktaufnahme mit der dortigen Kinderkrippe musste ich feststellen, dass die Kindergrippe von dieser Kooperation nichts wusste und mein Anliegen in der ersten Entscheidung abgelehnt wurde. Dies wurde mit der Unterstützung des Bürgermeisters zu meinen Gunsten umentschieden.

Aufgrund der Covid-Situation

Aufgrund der Covid-Situation wurde zunächst von Seiten der Reha der Termin vom August auf den Oktober verschoben. Ein großer Planungsakt der Persönlichen Assistenz war die Folge. Dank der Flexibilität meiner Persönlichen Assistenz und der Unterstützung meiner Mutter war auch dies machbar.

Ca. 3 Wochen vor Beginn (09.10.2020) hieß es seitens der Reha, dass mein Kind nicht in die örtliche Kindergrippe, auch meine Persönliche Assistenz nicht wechseln dürfe, um das verbundene Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Auch hier versuchte ich, mich den Vorgaben anzupassen und fand glücklicherweise eine Tagesmutter, bei der das Kind alleine betreut gewesen wäre.

Aus arbeitsrechtlichen sowie organisatorischen Gründen es unmöglich, eine Persönliche Assistenz für vier Wochen am Stück arbeiten zu lassen. Obwohl ich der Reha versicherte, dass alle AssistentInnen regelmäßig auf Corona getestet werden, ließen sie sich nicht drauf ein.

Über die PVA wurde mir schlussendlich mitgeteilt, dass der Aufenthalt von Seiten der Reha abgelehnt wurde.

Bereits vier Rehazentren haben abgelehnt

Stempel: abgelehnt
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Die Folge von diesem Weg war schließlich, dass für dieses Jahr keine Reha möglich war, eine neue Reha gesucht, gefunden und ein neuer Rehaantrag gestellt und bewilligt werden muss. Bereits vier weitere Rehazentren haben mich aufgrund der Persönlichen Assistenz und des Kleinkindes abgelehnt.

Es gibt vielleicht weniger alleinerziehende Mütter mit Persönlicher Assistenz, jedoch gibt es genügend Menschen mit Behinderung, die Persönliche Assistenz sowie eine Rehamaßnahme notwendig brauchen.

Diese Menschen können nicht warten, bis Corona verschwunden ist, eine Rehamaßnahme ist notwendig um die Lebensqualität, Gesundheit sowie Arbeitsfähigkeit solange wie möglich zu erhalten und kommt aus keiner Laune heraus.

Siehe: Tiroler Tageszeitung

Update (23. Jänner 2021): Sendung ORF-Bürgeranwalt Corona – Mutter mit Behinderung kommt doch noch zu Reha

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7 Kommentare

  • Ich wünsche dir Alles Liebe und Gute!
    Lass dich nicht unterkriegen!
    Hoffentlich bis bald

  • Vielen Dank für den Hinweis.

  • Ich habe selbst vor Jahren einer Mutter mit einem kleinen Kind geholfen, einen Rehaaufenthalt zu erhalten, der in Österreich eben leider nicht möglich war, und habe in Verhandlungen mit zwei verschiedenen Landes-GKKs durchgesetzt, dass die Mutter in Deutschland Reha machen konnte.

    Es bedurfte allerdings enormen Verhandlungsgeschicks und eines großen Zeitaufwandes.

    Vielleicht hilft das weiter.

    Ansonsten würde ich mich an den Verein „Chronisch Krank“ in Enns wenden, an ORF-Help oder die Ombudsfrau der Kronenzeitung.

    • Vielen Dank für den Hinweis.

  • Verständnisfrage:
    1) WARUM muss das Kind unbedingt mit? Wo ist der Kindsvater? Ich kenne keine einzige nicht behinderte Mutter, die ihr Kind in eine Reha udgl. mitnimmt.
    2) Wie wäre das mit der Kinderkrippe konkret abgelaufen. Üblicherweise plant man eine längere Zeit EINGEWÖHNUNG für das kind ein – das wäre in diesem Fall egal gewesen?
    3) Als Reha-Zentrum wäre mir die Zusicherung „regelmäßig“ zu wenig. Warum nicht einen konkreten Plan vorlegen, der eine zeitnahe Zuvor-Testung beinhaltet hätte?
    Alles in allem wirft der Bericht mehr Fragen als Antworten auf…;-(

    • Hallo Jakob,

      1) da ich alleinerziehend bin stellt sich die Frage nach dem Vater nicht. Es gibt Elternteile die Ihr Kind zur Reha mitnehmen konnten (vor Corona) jedoch diese schon größer waren.
      2) klar braucht es eine Eingewöhnungsphase, mit mir oder auch der Assistenz, jedoch denke ich, wäre das eine Sache von ein paar Tagen, da das Kind sehr aufgeschlossen ist.
      3) da bei der Rehaufnahme sowieso alle getestet werden, wäre es auf drei Leute mehr oder weniger auch nicht mehr drauf angekommen. Zumal die Reha für die Begleitperson Geld bekommt und zusätzlich keinen Pflegeaufwand hat.

    • @ Amanda P.
      Zu 1): Wenn keine Möglichkeiten durch Vater od. Verwandte bestehen, wären die diesbezüglich nächsten Möglichkeiten im KJHG-Bereich – im Sinne d. Inklusion wie bei jedem anderen Elternteil auch.

      Zu 2) D. h. die Kur dauert dann aber länger, weil die Eingewöhnung vor Ort erfolgen wird, denke ich.

      Zu 3) Und genau diese logistischen Detailfragen stressen die Anstalten momentan um so mehr: „wäre es auf drei Leute mehr oder weniger auch nicht mehr drauf angekommen“. DAS unterschreibe ich zu nicht Corona-Zeiten jedenfalls, nunmehr läuft das anders/ängstlicher etc.
      Zumal der Aufwand vermutlich sich wiederholt hätte, weil ja nicht alle Assistentinnen zum gleichen Zeitpunkt getestet worden wären, od.?

      Was mich noch interessieren würde: WAS ist die Lösung, wenn das Kind dann schulpflichtig ist: JEDES JAHR vier Wochen aus dem Klassenverband wegnehmen? DAS finde ich nicht gut.