Reiz-Podiumsdiskussion „Die Abschaffung der Sonderschulen“

Am 11. November 2010 fand die von Reiz - Selbstbestimmt Leben in Dornbirn organisierte Podiumsdiskussion zum Thema Inklusion statt.

Reiz - Selbstbestimmt Leben Vorarlberg
Reiz

„Die UN-Konvention gibt das Ziel vor: keine Sonderschulen mehr. Das stellt eine große Herausforderung für Österreich dar, denn das Bewusstsein für Inklusion muss sich erst in den Köpfen etablieren“, wird Bundesbehindertenanwalt Buchinger in einem Bericht auf der Reiz-Homepage zitiert.

Für Buchinger können Sonderschulen nur ein Zwischenschritt sein und die fachliche Kompetenz der Sonderpädagogen sollte in die Regelschulen miteingebunden werden, berichtet ORF-Vorarlberg.

Vorarlberg gehört zu den Schlusslichtern bei der schulischen Integration von behinderten Menschen, zeigte das jüngst von der Lebenshilfe Österreich präsentierte Inklusionsbarometer auf.

Im westlichsten Bundesland werden von 3 behinderten Kindern immer noch 2 in Sonderschulen ausgesondert.

„Die Reizler nennen die Dinge vielleicht grob und undiplomatisch beim Namen – damit treiben wir die Dinge aber auch voran. Mein Motto: Statt einer 5-Sterne Sonderschule – lieber eine Schule für Alle!“, hielt Andreas Guth in seinem Schlusswort zur Veranstaltung fest.

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0 Kommentare

  • Ob der junge Mann jemals Einblick in seine Fähigkeiten gegeben hätte, wenn man ihn in eine Sonderschule gesteckt hätte?
    http://tvthek.orf.at/programs/1239-Am-Schauplatz/episodes/1744579-Am-Schauplatz–Das-Dorfwunder

  • Hallo Sandra,
    es tut mir leid, dass Ihr Kind nicht die Schule besuchen konnte, die in Ihrem Sprengel liegt und dass Euch im voraus die Chance genommen wurde einen anderen, mglw. inklusiven Weg, zu gehen. Ihr 10-jähriges autistisches Mädchen bekommt in der Schule, die sie derzeit besucht bestimmt eine gute Unterstützung und es ist schön, dass Sie zufrieden sind mit diesem Angebot. Ich kann Ihre Forderung nach Wahlfreiheit nur unterstreichen und Sie bringen das Inklusionsthema damit auf den Punkt.

    Wahlfreiheit heißt, die gleichen Voraussetzungen und die gleichen Rahmenbedingungen in den Regelschulen wie in den Sondereinrichtungen vorzufinden.
    Wahlfreiheit heißt, eine individuelle, kreative den Bedürnissen aller SchülerInnen angepasste Förderung. D.h. moderne Unterrichtsformen, Sonderpädagogen unterrichten im Teamteaching mit RegelschullehrerInnen sowie Unterstützungspersonal und wenn nötig Persönliche AssistenInnen sind vorort.
    Wahlfreiheit heißt Abbau der Barrieren in den Köpfen der Menschen und barrierefreie Zugänge in alle Schulen, dementsprechende Sanitäranlagen und Klassenzimmer mit Rückzugsräumen.
    Wahlfreiheit für das Schulsystem heißt ebenso gut organisierte, finanzierte Fahrmöglichkeiten zu allen Schulen.
    Wahlfreiheit heißt, Therapieangebote zu gleichen Bedingungen. D.h. zugängliche barrierefreie Therapiepraxen, mit dementsprechenden Finanzierungsmöglichkeiten für TherapeutInnen, die ihre Praxen dementsprechend ausstatten.
    Und schlußendlich bedeutet Wahlfreiheit Inklusion auf allen Ebenen von Anfang an einschließlich einer wertschätzende Haltung der Gesellschaft, der Politik und der LehrerInnen gegenüber allen Kindern und deren Eltern, egal ob es sich um ein Kind mit oder ohne Behinderung handelt.

    Und jetzt möchte ich als Eltern die Wahl treffen können, ohne vorangegangener Manipulation, wie Sie es ganannt haben Sandra, zwischen exklusiver Sondereinrichtung und inklusiver Normalität.

  • Und ich als Mutter eines autistischen 10-jährigen Mädchens, erlaube mir zu sagen, dass es auf die Behinderung ankommt, die das Kind hat, ob es integrierbar ist in einer Schule für alle, oder ob es nicht besser, wäre, das Kind in einer Sonderschule unterzubringen.
    In meinem Fall ist es glaube ich besser, denn meine Tochter würde die anderen Kinder nur ablenken, da sie ein Baby im Körper eines 10 Jährigen Kindes ist, und keine „Bildungsaufträge“ erfassen kann.
    Sie wird nie rechnen, schreiben oder lesen können, bei ihr steht in den Sternen, ob sie einmal windelfrei wird oder sich einmal die Nase selbstsändig putzen kann in Zukunft oder nicht.
    Da muss man wirklich auf die jeweiligen Kinder drauf eingehen, man kann nicht verallgemeinern und sagen, dass die Sonderschulen abgeschafft werden sollten. Zumindest nicht für alle!
    Ich weiss, dass ich nicht die Meinung der Allgemeinheit wiedergebe, aber damit kann ich leben.
    Meine Tochter hat eine Beaufsichtigungsnotwendigkeit rund um die Uhr und die könnte eine normale Schule nicht bieten, glaube ich zumindest.
    Was ich aberschon in Zukunft vorfinden möchte, ist, dass man sich als Betroffene Mutter oder Vater die Schule wo man das behinderte Kind hinschicken möchte selbst aussuchen müssen könnte.
    Derzeit ist es der Fall, dass man eingeteilt wird, und kein Mitspracherecht besteht, ob man eine andere Schule auch in Erwägung ziehen würde, als die „vorgeschlagene verpflichtende Sonderschule“ im Bezirk, die sonst zusperren müsste, weil andere Eltern auch eine andere ins Visier nehmen würden als die vorgeschlagene.
    Bin zufrieden, wo meine Tochter geht, habe aber bei der Einschulung eine andere Schule „angesteuert“ gehabt, die mir sofort aus dem Kopf geschlagen wurde, indem mir erklärt wurde, dass zu diesem Sprengel aben nur die in Frage kommt und sonst keine.