Roth-Rothenhorst widerspricht ORF-Darstellungen

"Was mich persönlich betrifft, so ist die offensichtlich von der ORF-Pressestelle bewusst lancierte Behauptung, ich hätte das Handshake-Angebot des ORF angenommen, absolut unrichtig", hält Moderatorin Roth-Rothenhorst fest.

ORF-Logo am Küniglberg
BIZEPS
ORF Wochenschau mit Gebärdensprachdolmetscherin
ORF

Dr. Liliane Roth-Rothenhorst – die Moderatorin und Redakteurin ORF-Wochenschau – nahm in einem Mail an eine Reihe von Organisationen Stellung, zur angeblichen Einstellung der Wochenschau.

Nachdem wir eine Abdruckerlaubnis eingeholt haben, möchten wir Ihnen – sehr geehrte Leserinnen und Leser – diese wirklich lesenswerte Stellungnahme zur kolportierten Einstellung der ORF-Wochenschau nicht vorenthalten:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wiederum und abermals ist es soweit: die „Wochenschau“ soll eingestellt werden!

Der Zeitpunkt und die Art der Mitteilung wurde den Usancen des ORF entsprechend gewählt – mitten im Urlaub der Redaktion und über die Zeitungen! Auf diese Weise wurde schon öfter im ORF über das Schicksal von Mitarbeitern und Sendungen entschieden. Die Courage für ein persönliches Gespräch ist eben nicht jedem gegeben. Man befürchtete offenbar neuerliche Schwierigkeiten, die nun geradezu vorprogrammiert sind!

Erlauben Sie mir einen kurzen Rückblick: Nach den Turbulenzen um die Wochenschau vor Weihnachten hat das Team, das aus Spargründen auf drei Leute geschrumpft wurde – den Sendungsverantwortlichen Dr. Erich Macho, einen Redakteur und mich – wiederholt die Verantwortlichen gebeten, Bescheid zu geben, wie die Zukunft der Wochenschau aussehen könnte.

Vor allem in Anbetracht der bevorstehenden Pensionierung von Dr. Macho. Es kam keinerlei Reaktion, man ließ uns im Ungewissen. Zuletzt gab es ein persönliches Gespräch zwischen mir und Info-Direktor Oberhauser im Juli, im Zuge dessen er mir versichert hat, mich nach der Programmsitzung am 14. Juli umgehend zu informieren. Dabei wurde auch das große Urlaubsguthaben der Redaktion angesprochen und daraufhin erstmals seit Bestehen der Wochenschau eine Sommerpause im August beschlossen. Das war offenbar ein Fehler!

Die „Wochenschau“ ist nach wie vor eines der erfolgreichsten Magazine, das im Vergleich zum Vorjahr in allen Bereichen an Prozenten zugelegt hat; so hat die Wochenschau allein in der ersten Jahreshälfte 2009 im Vergleich zu 2008 einen Zuwachs an Sehern von 10 % erreicht!

Abgesehen von dem direkten Service für gehörlose Menschen. Die Wochenschau wird auch über die Grenzen Österreichs hinaus gerne gesehen, was die unzähligen e-mails bestätigen!! Die Gleichgültigkeit der ORF-Geschäftsführung gegenüber der Verantwortung für Öffentlich-Rechtliches Qualitätsprogramm ist mir unverständlich und wird auch allgemein als bedenklich eingestuft!

Was mich persönlich betrifft, so ist die offensichtlich von der ORF-Pressestelle bewusst lancierte Behauptung, ich hätte das Handshake-Angebot des ORF angenommen, absolut unrichtig und ein Vertrauensbruch einer Mitarbeiterin gegenüber. Der Aufwand der getrieben wird, um mich seit Jahren loszuwerden, ehrt mich schon wieder. Ich bin furchtlos und unbequem und gewissermaßen ein Stachel im Fleisch – und ich habe mich immer für Schwächere eingesetzt, unabhängig von politischer Couleur oder Herkunft. Das macht offenbar verdächtig.

Ich habe NICHTS unterschrieben und kann das Angebot auch nicht annehmen, weil mir für eine Pension noch die Jahre fehlen. Also können Sie sicher sein, daß ich mich auch weiter engagieren werde, wo ich kann.

Somit ist die Behauptung, daß die Wocheschau aufgrund des Ausscheidens der Protagonisten (Rothenhorst, Macho) abgesetzt werden muß, unrichtig! Man könnte sie sehr wohl mit dem Einsatz neuer Redakteure fortführen, wie das auch andere öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten in Europa machen!

Ich danke für Ihre Unterstützung und erbitte Sie auch weiterhin!

Mit freundlichen Grüssen Dr. Liliane Roth-Rothenhorst / Moderatorin und Redakteurin ORF-Wochenschau

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

5 Kommentare

  • Ich vermisse Frau Dr. Roth rothenhorst, wegen ihrer Kompetenz und ihrer perfekten Aussprache.
    Ihre Wiedereinstellung ist ein Gebot der Stunde!!!

  • Schade, das ORF Fernsehen hat sonst eher nichts zu bieten, siehe sich auf und ab wiederholende Z-Prominente, oder ewig gleiche Nachrichten. Die Wochenschau war bisher sehr angenehm komprimiert, frei von Tagespolitik und Wiederholungen, gerade wenn man im Ausland lebt.

  • Die Barrierefreiheit ist noch eine der besten Leistungen der ORF’ler.

  • Die Einstellung der Wochenschau (im Sommerloch) war so blitzartig, dass man den Partner 3sat, mit dem man ein Abkommen bezüglich der Wochenschau getroffen hatte, so überrumpelte, dass er in all seinen Inserts am ersten Tag der Wochenschau diese noch ankündigte und sogar im Teletext während der eilends gesendeten Ersatzsendung sogar noch „Wochenschau“ angekündigt war.
    Ein paar Gscheiterln, die glauben zu wissen, was für das Publikum gut ist, wollten halt wieder einmal „modernisieren“.
    Dass es hier skandalöserweise zudem die einzige für gehörlose Zuseher barrierefreie Informationssendung im terrestrischen TV abgeschafft wurde, widerspricht noch dazu dem Gleichstellungsgesetz. Wie überhaupt der ORF vom gleichberechtigten Einbezug behinderter Menschen nicht viel hält – ganz abgesehen von dubiosen Spendenkampagnen, die zwar äußerlich für behinderte Menschen und für Jugendliche da sein sollen, in Wirklichkeit diese aber mit der Mentalität „Der ORF weiß besser, was für euch gut ist“ ausschließt und diskriminiert.
    So ist es auch hier bei der Wochenschau. Ein Sittenbild.

  • Die Wochenschau ist die einzige annähernd moderne Sendung dieser ansonsten unnötigen staatlichen Sendeanstalt. Mich wundert an sich nicht, daß die Funktionäre des ORF diese Sendung einstellen wollen, da sie den Vergleich mit ihren restlichen Sendungen fürchten müssen.