Salzburg plant für Seniorenwohnhäuser sehr restriktive Aufnahmekriterien

Ausgegrenzt werden zukünftig auch psychisch- oder alkoholkranke Menschen, besonders, wenn herausforderndes Verhalten oder Aggressionen vermutet werden. Ein Kommentar.

Städtische Seniorenwohnhauses in Salzburg
Norbert Krammer

Die Stadt Salzburg wird die Aufnahme in ihre Seniorenwohnhäuser mit zusätzlichen Hürden neu regeln: Beispielsweise durch Anheben des Zugangsalters auf das 65. Lebensjahr sowie mindestens Pflegegeld-Bezug der Stufe 3 und Hauptwohnsitz in der Stadt in den beiden letzten Jahren.

Ausgegrenzt werden zukünftig auch psychisch- oder alkoholkranke Menschen, besonders, wenn herausforderndes Verhalten oder Aggressionen vermutet werden. Intensiv-medizinisch betreute Menschen werden ebenso abgelehnt, wie Menschen im Wachkoma.

Ein Hausarzt, der weiterhin die Betreuung übernimmt, ist bekanntzugeben und die aktuelle Medikamentenliste vorzulegen. Das Vorhaben der Stadt lässt viele Fragen offen und fordert berechtigte Kritik heraus.

Mit anderen Worten: Es darf keine Probleme geben.

Noch ist die Realität besser: Engagiertes Personal betreut und pflegt auf hohem Niveau, auch im Verhalten herausfordernde Personen. Daher gibt es viele zufriedene Bewohner*innen und Angehörige. Aber im Unterstützungsangebot für Senior*innen besteht auch Verbesserungsbedarf.

Personalmangel wird immer wieder beklagt, denn ein verbindlicher, ausreichender und an Qualität und den Herausforderungen orientierter Personalschlüssel zählt zu den Kernproblemen, auch für das Personal. Trotzdem war es bisher kein Problem, dass Menschen mit Behinderungen im Alter auch in den städtischen Seniorenwohnhäusern aufgenommen und gut betreut wurden.

Die Stadt Salzburg darf die Verantwortung für pflegebedürftige und beeinträchtigte Menschen nicht durch administrative Zugangsschranken abgeben. Oder wo werden in Zukunft die abgewiesenen und ausgegrenzten Menschen die erforderliche Pflege und Betreuung erhalten? Antworten dazu müssen Stadt und Land mit einem Gesamtkonzept gemeinsam dringend vorlegen.

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2 Kommentare

  • Ich verstehe Ihre Kritik, aber ich weiß nicht, ob sie jemals in einer Psychiatrie gearbeitet haben. Alkoholkranke psychisch schwer belastete sind ein riesiges Problem.

    Das Betreuungspersonal in Seniorenwohnheimen sind nicht dafür ausgebildet oder zuständig, sich mit randalierenden betrunkenen auseinanderzusetzen.

  • hauptsache, die einrichtungen kassieren ihre kohle. kein problem oder?