Salzburger Barrieren

Wer meint, Gedanken über barrierefreies Bauen macht sich lediglich der rollstuhlfahrende Teil der Bevölkerung, befindet sich im Irrtum.

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Rund ein Drittel der Menschen ist in einer Situation, die es erfordert, die zurück zu legenden Wege auf ihre Barrierefreiheit hin zu überpüfen: Schwangere Frauen, Mütter und Väter mit Kinderwägen, Menschen mit Gips und anderen temporären Behinderungen oder schweren Lasten, alte und gebrechliche Menschen, die vielen Menschen mit Sinnesbehinderungen oder den sogenannten „unsichtbaren Behinderungen“ …

In Salzburg weiß die betroffene Bevölkerung besonders viele und traurige Geschichten davon zu erzählen, denn „das Salzburger Bautechnikgesetz ist im Unterschied zu Bestimmungen in Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien nicht einmal geeignet, einen behindertengerechten Mindeststandard sicher zu stellen. Es liest sich hübsch und nett, aber so kann man es sich ersparen,“ sagt Günther Witzany gegenüber den Salzburger Nachrichten, der die Salzburger Fachstelle für barrierefreie Orts- und Stadtraumgestaltung betreibt und gemeinsam mit BIZEPS im Auftrag der Salzburger Grünen den österreichweiten Rechtsvergleich des Landes Oberösterreich bewertet hat.

Für Fachleute wie Manfred Srb von BIZEPS ist es unverständlich, warum im Salzburger Bautechnikgesetz so gut wie nicht an Barrierefreiheit gedacht worden ist: „Das Geld ist nur ein vorgeschobenes Argument!“ Der Blick in die USA zeige den Erfolg des dort seit 1990 geltenden Antidiskriminierungsgesetzes ADA, das auf klaren Regelungen mit durchsetzbaren Sanktionsmöglichkeiten basiert: „Menschen, die früher durch Barrieren von Einkaufszentren oder Kinos und Theatern aus geschlossen waren, sind heute Umsatzbringer.“

Für den Grünen Cyriak Schwaighofer steht fest: „Die Situation ist beschämend. Das Salzburger Bautechnikgesetz ist darauf ausgerichtet, Menschen aus zu grenzen, nicht zu integrieren.“ Schwaighofer fordert daher die Novellierung des Gesetzes.

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0 Kommentare

  • Frau Bettina Filzwieser zitiert einen Artikel in den Salzburger Nachrichten vom 27.3.2004. Darin schreibt sie – was in den SN so nicht steht: Ich betriebe die Salzburger Fachstelle für barrierefreie Orts- und Stadtraumgestaltung. Das ist unrichtig. Ich betreibe zwar die Fachstelle aber in 5111-Bürmoos. Auch kommt in diesem und im SN- Artikel nicht deutlich zum Ausdruck dass die Mängel bzgl. Barrierefreiheit die Gemeinden im Land Salzburg betreffen und nicht die Stadt. Die Stadt Salzburg ist im öffentlichen Bereich schon weitgehend barrierefrei

    MfG
    Günther Witzany

  • Leider ist auch das Wiener Baurecht nicht geeignet, einen Mindeststandard des barrierefreien Bauens für sehbehinderte und blinde Menschen zu gewährleisten und wird es auch, wenn nicht noch ein „Wunder“ geschieht, auch durch die derzeit in der Behandlung durch den wr. Landtag befindliche Bauordnungsnovelle zum „Barrierefreien Bauen“ nicht sein.