Schellhorn: Debatte nach Flugzeugabsturz rückt psychische Erkrankungen in die Nähe von Straftaten

Eine gefährliche Diskussion für Menschen mit psychischen Erkrankungen und für die Gesellschaft ortet Sozialreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich.

Heinrich Schellhorn
GRÜNE

Schellhorn ist als Sozialreferent auch für den Psychosozialen Dienst des Landes und für Menschen mit psychischen Erkrankungen verantwortlich. Die öffentliche Debatte um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Absturz und einer behandelten angeblichen Depression des Kopiloten nehme „einen gefährlichen Verlauf“, so Schellhorn.

Nach Bekanntwerden einer früheren psychischen Erkrankung des Kopiloten habe sich die öffentliche Aufmerksamkeit und die Berichterstattung auf dieses Erklärungsmuster konzentriert.
Sogar künftige Schadenersatzansprüche seien schon unter diesem Vorzeichen diskutiert worden, noch bevor irgendein ursächlicher Zusammenhang bewiesen worden sei. Ein solcher sei von der zuständigen Staatsanwaltschaft auch gar nicht behauptet worden, so Schellhorn.

Angst vor beruflicher Ausgrenzung

So wie derzeit die öffentliche Diskussion geführt werde, könne am Ende eine sehr weit gehende berufliche Ausgrenzung von Menschen, die einmal wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung waren, stehen. Es gebe schließlich eine Vielzahl von Berufen, bei denen Menschen für andere direkte Verantwortung übernehmen, beispielsweise Taxifahrer, Schulbusfahrer, Lokführer, Schiffskapitäne etc., so Schellhorn.

Die öffentliche Vorverurteilung und das öffentliche Verlangen nach einer Preisgabe der ärztlichen Schweigepflicht können nur dazu führen, dass sich viele Menschen mit psychischen Erkrankungen aus Angst vor beruflicher Ausgrenzung nicht mehr in notwendige Behandlung begeben.
Die erfolgreichen schwierigen und langjährigen Bemühungen, psychische Erkrankungen wenigstens teilweise öffentlich zu enttabuisieren, würden so einen schweren Rückschlag erleiden. Schellhorn: „In Konsequenz ist das geradezu ein Anschlag auf die psychische Gesundheit, gegen den ich mich vehement zur Wehr setzen werde.“

Jeder dritte Mensch in Österreich

Schellhorn hält fest, dass jeder dritte Mensch in Österreich zumindest einmal in seinem Leben von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Im Fall von Depressionen liegt die Wahrscheinlichkeit, im Lauf des Lebens daran zu erkranken, bei Frauen zwischen zehn und 25 Prozent, bei Männern zwischen fünf und zwölf Prozent. Depressive Menschen haben zwar eine höhere Selbstgefährdung und leiden möglicherweise auch unter Selbstmordgedanken, sie sind aber deshalb nicht für andere gefährlicher.

Mehr Unsicherheit

Sozialreferent Schellhorn warnt vor einem gesellschaftlichen Klima, das psychische Erkrankungen in die Nähe von Straftaten rückt und spricht sich entschieden gegen eine Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht aus: „Wir müssen das Thema psychische Gesundheit insgesamt ernster nehmen und die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung verbessern. Aber ein solcher öffentlicher Diskurs mit Forderungen nach stigmatisierenden und diskriminierenden Maßnahmen wird letztlich nicht mehr Sicherheit, sondern mehr Unsicherheit schaffen.“

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0 Kommentare

  • VÖLLIG UNGLAUBWÜRDIG : GRINSEKATER SCHELLHORN !

    Liebe Leser : diesem stereotypen Grinsekater dürft ihr kein einziges Wort mehr glauben ! Er ist erkennbarerweise ein ganz gefinkelter und hochgradig durchtriebener Rechtsverdreher wie alle sogenannten “ Rechtsanwälte „, insbesondere solche, die sich in die Politik verirren aus irgendwelchen schwer verständlichen Umständen !

    Dass Salzburg nach wie vor das absolute Schlusslicht ist bei der Umsetzung der UNBRK , dass Salzburg weiterhin sogar die Pflegevorsorgevereinbarung 1993 total ignoriert im Bereich der Behindertenheime , dass Salzburg weiterhin sämtliche internationalen und unionsrechtlichen Menschenrechtskonventionen total ignoriert in diesem Bereich – all dies liegt nun seit fast 2 Jahren hauptsächlich beim berufsmäßigen Grinsekater Heinrich Schellhorn , der längst schon alle guten Vorsätze über Bord geworfen hat, leichtfüßig von einer Ablenkungs – und Behübschungsveranstaltung zur anderen tänzelt und nur mehr eigene Besitzstandswahrung und Selbstinszenierung betreibt auf der gesamten Landesbühne und auch immer wieder nach außen wie bei der IASSIDD – Konferenz in Wien .

    Es besteht tatsächlich ein großangelegtes “ VERBRECHERISCHES KOMPLOTT “ im Sinne des § soundso im österr. Strafgesetzbuch im Bezug auf den Umgang mit den ungefähr eintausend Oligophrenen im Lande Salzburg. Extrem beschämend auch das Totalversagen sämtlicher Kontrolleinrichtungen seitens des Bundes ! Wir konstatieren öffentlich die durchaus kriminelle Kollaboration auch von „Vertretungsnetz – Sachwalterschaft & Bewohnervertretung “ in diesem Bereich, nur die Patientenanwälte leisten eine einigermaßen zufriedenstellende Kontrolle .

    Nochmals : Landesrat Heinrich SCHELLHORN ignoriert nach wie vor die Artikel 12 und 19 der UNBRK in demonstrativer Weise , er foltert und misshandelt die zwangsverheimten und versklavten “ Bewohner “ der landesrechtlichen Konfinierungsanstalten genauso wie seine Vorgänger !

  • @ Karl S T A N G L: So ist es. 150 Leute sind gestorben und schon kommen die hungrigen Politgeier. Kein Berg ist in dem Fall zu hoch und kein Niveau zu tief.

    Absolut überflüssig die Presseaussendung, die ich nicht mal gelesen habe.

  • STIGMATISIERUNG & DISKRIMINIERUNG als HAUPTPRINZIP in der SOZIALABTEILUNG !

    Da hat aber der “ Regierungssprecher “ Heinrich BREIDENBACH seinem Chef wieder einmal eine schöne “ PRAWDA – MELDUNG “ vorformuliert ! Völlig ident damit ist die Aussendung in der S. Landeskorrespondenz Nr. 54.428 und dient wieder einmal perfekt zur Ablenkung von den nach wie vor vorhandenen größeren Grundproblemen ! Denn Flugzeugabstürze sind bekanntlich höchst selten hier in Salzburg , da braucht sich dieser Landesrat für das Sozialwesen überhaupt nicht wichtigmachen & einmischen .

    Sondern : er soll sich endlich einmal ernsthaft auf den Weg machen , die verbindlichen Vorgaben der UNBRK hier in S. in das Landesrecht ausreichend zu transformieren & wirksam zu machen für alle Betroffenen, insbesondere für eintausend Oligophrene, die in familienfremder Unterbringung & Versklavung schmachten und verschmachten !

    Nach wie vor werden von den Sachbearbeitern der landesrechtl. Behindertenhilfe, von den amtssachverständigen Behindertenärzten des Landes und insbesondere auch von den ärztlichen Gerichtsgutachtern für Psychiatrie und Psychologie die elementarsten Menschenrechte der Betroffenen mit Füßen getreten in skandalösester Form – da soll er sich einmischen und medienwirksam intervenieren !

    Wundester Punkt ist nach wie vor die menschenrechtsverachtende Vorgangsweise bei der amtsärztlichen und gerichtgutachterlichen Exploration, Befundung und Beurteilung von Oligophrenen : trotz eindeutiger Formulierung in der verbindlichen „PATIENTENCHARTA “ wird immer wieder den betroffenen Exploranden die Mitnahme einer selbst gewählten geeigneten VERTRAUENSPERSON verweigert bzw. wirksam unterminiert durch fehlende Vorausberatung etc.

    So wurde erneut unserem 44 – jährigen Autisten WOLFGANG S. strikt verweigert die Mitnahme seiner engsten Vertrauensperson , seiner Mutter , bei der letzten Untersuchung durch den Psychiater Dr. Ernst GRIEBNITZ !

  • Die Frage, die man sich auch stellen sollte: War es wirklich Selbsttötung oder wird ein Fehler vertuscht von German Wings?