Schernberg: Grüne für kleine Wohneinheiten statt überholter Großheime

Das von der Vorgängerregierung beschlossene Projekt, welches vorsieht, Wohnheime für Menschen mit Behinderung in Schernberg (Schwarzach) zu sanieren und auszubauen, widerspräche der UN Konvention.

Kimbie Humer-Vogl
GRÜNE

„Mit der Realisierung des geplanten Großbauvorhabens im St. Vinzenz Heim in Schernberg würden wir Strukturen zementieren, die nicht zu einer besseren Inklusion beziehungsweise Integration von Menschen mit Behinderung beitragen“, betont die Grüne Sozialsprecherin LAbg. Kimbie Humer-Vogl.

Kleine Wohneinheiten für eine bessere Teilhabe

Das von der Vorgängerregierung beschlossene Projekt, welches vorsieht, Wohnheime für Menschen mit Behinderung in Schernberg (Schwarzach) zu sanieren und auszubauen, widerspräche der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Diese gibt als Ziel vor, die Zahl der in Heimen betreuten Betroffenen zu senken und stattdessen deren Integration in die Gesellschaft durch kleinere Wohneinheiten voranzutreiben.

„Die Unterbringung von Menschen mit Behinderung in großen Heimen wie in Schernberg ist ein Konzept aus dem vergangenen Jahrhundert. Heute wissen wir, dass gerade kleine, betreute Wohneinheiten eine maßgebliche Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung sind“, sagt LAbg. Kimbie Humer-Vogl.

In diesen kleinstrukturierten Einheiten kommt es zu einem viel intensiveren Austausch mit der nicht-behinderten Umwelt, wovon beide Seiten gleichermaßen profitieren können. Außerdem stellen sie einen ersten Schritt in ein später selbstbestimmtes Wohnen und Leben dar.

Kein Geld für parallele Strukturen

19 Millionen Euro in ein Projekt zu stecken, das überholte Strukturen auf Jahrzehnte einbetoniert, ist aus der Sicht der Grünen Landtagsabgeordneten nicht vertretbar. Gerade angesichts der aktuellen Budgetlage könne es sich das Land nicht leisten, parallele Strukturen zu finanzieren.

„Wenn das geplante Großprojekt umgesetzt wird, haben wir kein Geld mehr für die dringend notwendigen kleineren Wohneinheiten. Wir brauchen aber jeden Euro für den Ausbau moderner integrativer Projekte“, unterstreicht Humer-Vogl.

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0 Kommentare

  • @M. Aulehla

    Diese Zeilen im angefügten Link von Herrn Huainigg beinhaltet eigentlich alles, worum es geht, abgesehen von der Besachwaltung der Betroffenen. Sachwalter haben übrigens kein Interesse daran, sich um das Wohlergehen und um Wünsche von Betroffenen zu scheren.

    Warum ist es so schwierig, andere Betreuungsformen als Großheime zu finden?
    Herr Huainigg gibt die Antwort, besser und zutreffender hätte es nicht formuliert werden können.

    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/493028/Vom-Leben-in-der-sterilen-LatexWG

  • Liebe Frau aulehla, ihre Beiträge sind großartig – vielen dank! Wir brauchen endlich einen systemwechsel: die geldflüsse müssen bei den behinderen Menschen beginnen u die entscheiden dann, ob wie wo u mit wem sie leben!

  • Sg. Frau Aulehla, danke für Ihr Angebot, werde Anfang der nächsten Woche Ihr Angebot annehmen bzgl. Mail.

    Um Ihre Frage, warum ich mich hier beteilige, gleich zu beantworten: Weil mich das Thema „Behinderung“ persönlich betrifft.

  • Hallo Nina,
    .. ja, alles richtig:Haustiere, Fahrtendienst und Wohlfühlfaktor.

    Von der Distanz her sind das, soweit ich es im Plan gesehen habe, gerade mal 2km, also nicht weit. Und es gibt keine Buslinie- dh. Es kommt nur der dorthin und wieder zurück zum Ort, der ein Kfz hat. Wird für die Behinderten wohl nicht zutreffen. Wenns kein Besuchercafé gibt, wird sich wohl auch niemand von der Orts- und Touristenbevölkerung dorthin verirren. Taschengeld ist immer zu wenig um ein Taxi zu zahlen. Fahrtendienste wirds geben, aber wohl nur zu Werkstätten uäm. zu denen die HausbewohnerInnen einen Zuweisung haben. Dh. wenn alles in einem Haus passiert, die Werkstätten, dann wird es für die betroffenen Leute keinen Fahrtendienst geben. Ob es allgemeinen Freizeitfahrtendienst gibt, weiß ich nicht – wäre nett. Die BesucherInnen des Tageszentrums,so sie von außerhalb kommen, werden wohl mit einem Fahrtendienst kommen und wegfahren. Warum können die Behinderten nicht in Privatwohnungen wohnen? Wäre das so schrecklich? Sie könnten dann ja auch von dort aus in ein Tageszentrum fahren. Es sind für mindestens 10 Personen in der Umgebung Privatwohnungen, dh für eine oder zwei Personen(Paare, Freundinnen) vorhanden, die sogar auf willhaben.at inseriert werden. Dazu gibt s sicher noch einige die nicht inseriert wurden, und es werden laufend welche frei. Man soll es nur nicht übergenau nehmen und einem behinderten Menschen nur deshalb keine Wohnung geben, weil die angebotenen Verträge befristet sind. Wenn ein nichtbehinderter Mensch eine solche Wahl treffen kann, warum sollte das ein behinderter nicht können? Hallo Nina, warum beteiligst du dich hier? Was ist dein Interessensgebiet? Du kannst mir das auch gerne mailen wenn du möchstest: maulehla@gmx.at
    LG Margarete

  • Nun haben wir es schwarz auf weiß : Wenn schon Schernberg und sämtliche ähnlichen
    Einrichtungen, und auch die hübschen, keinen Wohnheime der Lebenshilfe und anderer
    Anbieter abgeschafft werden sollen, dann sollen doch noch kleinere Einheiten
    geschaffen werden, um die Behinderten darin verschwinden zu lassen ! Was denken
    sich eigentlich die Sozialpolitiker und auch die Richter, wenn sie die Ärmsten in
    der Versenkung verschwinden lassen bis zu ihrem Lebensende ? Was denkt man sich in
    der Landesregierung, Abt. Soziales, wenn man per Bescheid einfach so die Menschen
    auf Lebenszeit aussortiert und in Heimen entsorgt, noch dazu, wenn es Angehörige
    gibt, die gerne im Rahmen der Familie die Pflege, Förderung und Obsorge wahrneh-
    men ? Meinem Sohn wurde die Schulbildung verweigert, damit hat man ihm jede Basis
    für ein eigenständiges Leben genommen. Die von mir entsandte Privatlehrerin wurde
    so lange gemobbt, bis sie aufgab. Auf meine Nachfrage, wie denn das mit der
    Finanzierung funktioniert, bekam ich zur Antwort : „Geben Sie Ihren Sohn in eine
    öffentliche Einrichtung, dann fließen die Gelder von selbst“.
    Den besachwalteten Behinderten werden sämtliche Grund- und Freiheitsrechte ent-
    zogen, sie werden finanziell ausgebeutet und Gericht und Sachwalter spielen dieses
    schändliche Spiel mit. Seit mittlerweile 12 Jahren haben laut ABGB Sachwalter nicht mehr das Recht, bei Menschen, die sich selbst äußern können, den Aufent-haltsort zu bestimmen, aber das ist offensichtlich nicht bis zu den Pflegschafts-gerichten durchgedrungen.

    Wann endlich werden in Österreich die Behinderten- und Menschenrechte durchge- setzt ? Das einzige gerechte Modell ist die Hilfestellung durch persönliche
    Assistenz und die Zuerkennung eines persönlichen Budgets. Dann hat die Geschäfte-
    macherei auf dem Rücken der Behinderten ein Ende. Eine aufgeblähte, sinnlose
    Behinderten- und Sozialindustrie dient den Betreibern, niemals den Betroffenen ! Macht Schluß mit der Versachwaltigung !!!

  • WEG VON TOTALER VERSACHWALTIGUNG !

    Das absolute Grundproblem sehe ich jedoch noch immer bei der leichtfertigen Entmündigung & Entrechtung durch die Richter des jeweiligen Bezirksgerichtes ! Die BRK ist bereits am 26.10.2008 für ganz ÖSISTAN in volle Kraft getreten und verbietet ausdrücklich jedwede solche Entmündigung & Entrechtung in Art.12 und Art. 13 und auch in Art. 19 ! Wo leben wir eigentlich ???

    Seit vollen 5 Jahren warten wir vergeblich auf entsprechende sogenannte “ TRANSFORMATIONSNORMEN “ ins ABGB hinein und nach wie vor ist kein wirklicher “ TRANSFORMATOR “ in Sicht. Sogar der OGH in Wien bedauert dies sehr in einer ganz frischen Entscheidung, die aktuell kommentiert worden ist bislang nur im http://www.enthinderungsexperte.com . Der Klagsverband wird nun hoffentlich bald meine Anregung aufgreifen und dazu einen ausführlichen Leitartikel hier ins Forum stellen !

    Die durchaus archaisch agierende Landesregierung Salzburg betreibt nämlich nach wie vor auf der vorgängigen Basis von Besachwalterungsbeschlüssen eine nachgängige menschenrechtswidrige Exilierung, Deportation & Konfinierung sowie Kommassierung völlig wehrloser Hascherl im bloßen Bescheidverfahren , wobei “ Anträge “ in hinterhältigster Weise meist nur vorgetäuscht werden und schon schnappt die lebenslange Falle zu : das lebenslange “ SCHÖNE LEBEN “ in einer total hospitalisierenden Segregationsanstalt, so gut das vielleicht auch einmal gemeint war im Sinne einer wohltätigen Asylierung …………..

    Wir müssen also nun auch die gesamte Pflegschaftsrichterschaft ordentlich beim Krawattl packen : “ He du, was machst du da mit völlig wehrlosen Mitmenschen, denen du einen diktatorischen & vergewaltigenden Sachwalter um den Hals hängst “ !!!

    Die “ SACH – WALTER – SCHAFT “ als das menschenrechtswidrige Walten gegenüber “ versachlichten “ völlig wehRlosen und äußerst verwundbaren Mitmenschen gehört UNVERZÜGLICH ABGESCHAFF

  • @M. Aulehla

    Die anonymen Beiträge waren meine, vergesse immer wieder, den Namen einzutragen.

    Schernberg ist ein wenig zu weit weg vom Ort. Vermutlich gibt es Fahrtendienste, wie in jeder anderen Einrichtung auch.

    Das größte Problem dürfte nicht die mangelnde Verkehrsanbindung sein, sondern ein finanzielles. Da die Bewohner für persönliche Dinge selber aufkommen müssen, aber als Taschengeldbezieher einen sehr eingeschränkten Betrag zur Verfügung haben, gestaltet sich ein Teilnahme am öffentlichen Leben schwierig oder ist gar unmöglich. Selbst wenn es dort ein Café gibt, für die meisten ist das alles unerschwinglich.

    Es stellt sich die Frage, ob es nicht möglich wäre, kleinere Wohneinheiten, verteilt auf die umliegenden Gemeinden, von den geplanten Sanierungskosten zu errichten oder entsprechende, zu Verfügung stehende Gebäude zu adaptieren.
    Schernberg ist zwar schön, aber zu abgelegen für eine Behinderteneinrichtung. Besonders im Winter, der ja im Pongau von Oktober bis Mai dauern kann.
    Andererseits sollten auch die Bewohner von Pflegeheimen wie Schernberg zu ihrer Meinung befragt werden. Fühlen sich die Bewohner wohl, wollen sie überhaupt weg, wollen sie anders wohnen?
    Es sollte für diejenigen, die eine andere Wohnform (mit Unterstützung) bevorzugen, diese angeboten werden. Es muss die Entscheidung der Bewohner berücksichtigt werden. Sie müssen die Freiheit für solch eine Entscheidung haben. Viele Pflegeheimbewohner fühlen sich in „ihrer“ Einrichtung wohl. Ob man es glaubt oder nicht, es ist so.

    Der „Wohlfühlfaktor“ ist meist davon abhängig, wie viel Freiheit und Mitspracherecht die Einrichtung den Bewohnern lässt. Das Gestalten des eigenen Wohnraumes, das Halten von Haustieren udgl. muss eine Selbstverständlichkeit sein, ebenso wie die Wahrung der Privatsphäre.

  • Was mir sehr fehlt, ist einmal eine regelmäßige Busverbindung zum Heim. Ruftaxi wäre ja auch möglich. Dann: eine Öffnung in irgendeiner Art, dass BewohnerInnen auch etwas in der „Welt draußen“ zu tun haben können. Gibt es denn keine Möglichkeiten, dass diese mit Hilfstätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt in Firmen arbeiten können (zB als Küchenhilfe dreimal wöchentlich gegen etwas Bezahlung?) Oder dass diese einen Kurs an einer Volkshochschule besuchen können? Wie sieht es aus mit Freizeitfahrtendienst zu Besuchen bei der Familie?
    –Alles unmöglich in Österreich? Fahrtendienst zu teuer außerhalb Wiens?
    Man kommt ja nicht einmal hin zu diesem Heim, wenn man kein Auto hat bzw. müßte hochoffiziell abgeholt und begleitet werden.
    Gibt es denn keinen offenen Bereich, zB mit Café auch für BesucherInnen? Dabei glaubt man, dass sich das Heim im Rahmen der Zivilisation befindet..?

  • @anonym: Sie haben schon recht, wenn Sie meinen, dass die geplanten Einzelzimmer mit eigener Naßeinheit eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität darstellen. Aber die Neuplanung kann halt das Wesentliche nicht bieten – ein Privatwohnen;die eigenen vier Wände mit einem Schlüssel zum Sperren der Eingangstür. Einen selbstbestimmten Tagesablauf, v.a. an arbeitsfreien Tagen. Die Möglichkeit, eine/n LebenspartnerIn zu haben, der über Nacht bleibt, oder auch eine Katze. Das Haus verlassen dürfen, wann man möchte und nicht um Ausgang ersuchen müssen..
    – Die Wahl von MitbewohnerInnen. Alleine leben dürfen oder zu zweit wohnen wollen. Nicht jahrelang im Rahmen eines „Gemeinschaftswohnens“ zum Frühstück andere Menschen sehen müssen, die man nicht ausstehen kann oder die einen nicht möge.. Sein Geschirr alleine benützen können..Das sind nur ein paar Dinge, die durch die Neuplanung nicht ermöglicht werden.
    Vielleicht wäre es eine Lösung, ohne große Neuerrichtung in die bestehenden Räumlichkeiten neue Heizthermen einzubauen und einigen BewohnerInnen dort eigene Mietwohnungen zu geben, wo sie dann mehr als ein Zimmer für sich alleine haben können, zumindest eine Wohnküchen/Zimmerwohnung, und nicht dafür verwendete Räumlichkeiten zB als Schi- und Schullandwochenheim für Schülergruppen zu verwenden oäm.
    Ein Problem könnten die Denkmalschutzauflagen für das Schloßgebäude darstellen, die ua. die Heizkosten durch die einzuhaltende Raumhöhe verteuern. Vielleicht auch deshalb der Wunsch nach einem Zubau.. Die Barmherzigen Schwestern können eigentlich nichts dafür, dass sie vor langer Zeit dieses Schloss zur Betreuung der Ausgestoßenen bekommen haben. Der Orden ist mir bisher nicht als ausgesprochen konservativer Hardliner bekannt gewesen – siehe zB Pfarrer Pucher mit den Projekten Vinzidorf, Vinzi…Es war ja auch Schwarzach ursprünglich einmal eine Aufnahme der von der Gesellschaft Ausgestoßenen. Entsprechend adäquat wären jetzt Integration/Inklusionsbemühungen für die Grup

  • Im Gegensatz zur differenzierten religiösen Auffassungswelt, die durchaus im Niveau dem von alten geistlichen Schwestern gleichkommen dürfte, die im Internet aus ihrem Leben und von ihrer Berufung erzählen, und die eine Grundvoraussetzung für den Eintritt in einen Orden auch heute noch ist, wird von therapeutischer Seite der Mensch mit Lernbehinderungen immer noch als sehr defizitär gesehen. Es soll hier die Fähigkeit fehlen, richtig zu riechen, sich selbst gut wahrzunehmen, und deshalb braucht es Einzeltherapie mit entsprechender Anregung/Stimulation. Eine solche Einzelsitzung findet sich auf der Webseite auch dargestellt. Ein solches Konzept ist, wie die moderne Heilpädagogik ausnahmslos meint, falsch, pseudotherapeutisch, und auch in der Gefahr, zu Mißinterpretationen von menschlichen Beziehungen (auf beiden Seiten) zu führen. Es wird psychologischerseits auch dort betont, wie psychisch defizitär diese Menschen häufig doch sind, und dass sie erst durch die therapeutische Arbeit in einen heilsamen Prozess kommen. Das kann ich auch nicht nachvollziehen. So unglücklich und mangelhaft dürften sich die BewohnerInnen selbst nicht ansehen, zumindest nicht im spirituellen Zeitungskapitel, wo zB eine Frau stolz davon berichtet, wie sie und ihr Bruder sich um ihren kranken Elternteil gekümmert haben. Ich sehe hier kein Defizit. Leider habe ich es woanders in (einer) Einrichtungen sehen müssen, dass oft mit dem Behinderungsgrad und der Pflegebedürftigkeit von Insassen übertrieben wird, um eine recht hohe Pflegestufe herauszuschinden. Jedenfalls sind mir die auf der Webseite präsentierten Leute alle nicht als schwere Pflegefälle vorgekommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von ihnen ohne Probleme schon kurzfristig aus dem Heim ausziehen könnten.Dh einmal: Statt 200m über den Gang zur Werkstätte, einen Stock runter und aus der Wohnung, in den Behindertentransportbus, und mit dem in die Werkstätte..Das nach Verpflegung am Nachmittag retour..Nicht so schwer..

  • @Zu den Einzelwohnungen von assista – habe mir das im Internet angesehen. Diese Einzelwohnungen sind für weniger Menschen gedacht, als insgesamt in den Projekten in Nicht-Einzelwohnungen leben. Es wird auf der Webseite auch erklärt, dass man voraussetzt, dass Menschen mit Lernbehinderung nicht alleine wohnen können und deshalb nicht für Einzelwohnen in Frage kommen.. Diese Einschränkung ist mir unverständlich, da ich aus Wien einige Menschen mit Lernbehinderung kenne, die ohne Probleme in Einzelwohnungen leben. Nach der ersten Beschäftigung mit dem Behindertenwohnen in OÖ und Salzburg sehe ich die dortige Situation als nicht fortschrittlich an, eigentlich eher als unverständlich rückschrittlich.
    Wenn man sich die Webseite des Heiminstituts in Schwarzach ansieht, und das mit kritischem Blick, dann muss auffallen, dass die dort aufscheinenden Menschen mit Behinderungen gar nicht so behindert sind, als sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden. ZB wenn sie im Chor singen – der nicht nur beim Schwarzacher Advent, sondern auch zu anderen Angelegenheiten aufzutreten pflegt, allerlei einstudiert. Die Leute können ganz normal sprechen, singen, lesen, wohl auch ihre Probetermine einhalten.. Wenn man im Nachrichtenblatt BiB, in der letzten Ausgabe nachliest, welche Statements spiritueller Art hier HausbewohnerInnen abgeben, die von der seelsorgenden Barmherzigen Schwester gesammelt und veröffentlicht wurden, dann kann man es im Gegensatz dazu erschreckend finden, wie weit die Gefühls- und Erlebniswelten und auch der Verstand der Aussagen von qualifizierten BetreuerInnen (zB am Verkaufsstand des Adventmarktes)dahinter zurückbleiben bzw. voneinander entfernt sind. Ich glaube auch ein sehr zwiespältig präsentiertes Bild von den HausbewohnerInnen wahrgenommen zu haben, as der Öffentlichkeit präsentiert wird. Im Video zum Schwarzacher Advent kündigt die TV-Moderatorin ein Erlebnis der besonderen Art an , schließlich vermittelt der Chor dem Publikum, was das Publikum rührt..

  • Das stimmt nicht, dass die UN-Konvention die Integration in die Gesellschaft durch kleinere Wohneinheiten zu betreiben, sondern sie sieht Selbstbestimmung auch beim Wohnen vor: Wo und mit wem.
    Gerade in der Umgebung des derzeitigen Heims sind derzeit einige Wohnungen auf willhaben.at inseriert, die gleich einmal in Frage kommen könnten für eine Ansiedlung von derzeitigen HeimbewohnerInnen.. Ich habe diese Wohnungen in eine Liste gestellt und in meiner Email abgespeichert. Wen es interesiert, dem kann ich die Liste schicken, – oder selbst suchen..
    Der Neubau bzw. die Renovierung ist seitens des Landes Salzburg – habe ich auch im Internet gelesen aus den Mitteln der Wohnbeihilfe gedacht, im Rahmen der Behindertenförderung. Dh. Wohnbeihilfe gibt es in Salzburg ja für bestimmte Wohnungen und bei entsprechend niedrigem Einkommen. Das sind einmal ein Teil der Wohnungen, die von diesen Menschen ohne weiteres angemiete werden könnten. Ein weiterer Teil an Wohnungen ist nicht von vorneherein förderbar nach den Salzburger Wohnbeihilfenrichtlinien. ZB BUWOG-Wohnungen, wie sie lt. Auskunft immer wieder in Böckstein/Ortsteil von Bad Gastein – freistehen, derzeit sind das mindestens zwei in Böckstein. Diese wurden nicht wohnbaugefördert errichtet und haben wohl mit dem Land Salzburg nichts zu tun, weil sie ja Bundeswohnungen waren/sind. Böckstein ist ein im Vergleich zu anderen Orten ein nicht so nobles Wohngebiet, weil dort viele Ausländer wohnen sollen (Na und?) Es ist ja auch in dieser Gegend so, dass es bestimmte Gegenden und Gebiete in einer Gemeinde gibt, die nicht als Ferienwohnsitze genutzt werden dürfen. Hier müssen Hauptwohnsitze begründet werden. Und da dürften Wohnungen schon deshalb frei bleiben, weil sie relative klein sind und sich die „nichtbehinderten“ Einheimischen größere Wohnungen oder auch Häuser leisten können. Ein weiterer Teil der Wohnungen wird nur befristet vermietet. Warum auch nicht.. Also Möglichkeiten für einige Auszugsinterressierte..

  • @M. Aulehla

    Es gibt in Österreich bereits das Projekt Einzelwohnungen für Behinderte.

    Angeboten von „Assista“, verfügbar in OÖ in Vöcklabruck, Steyr, Gallspach u. Linz.

  • @M Aulehla

    Die bestehenden Gebäude werden saniert und erweitert, es entstehen für 118 Klienten 10 Wohneinheiten mit Einzelzimmern incl. Nasszelle und Gemeinschaftsräumen. Ebenso wie in Salzburg-Mülln das St.Vinzenz-Heim nach Salzburg-Liefering übersiedelt. Auch in Salzburg war das alte Heim unter jeder Würde – Mehrbettzimmer ohne Nasszelle, jeder Bewohner hatte nur ein Nachtkästchen und ein Schrankteil zur Verfügung, in Schernberg wird es nicht viel anders sein.

  • Und was geschieht mit den Gebäuden? Werden hier Eigentumswohnungen für Jungfamilien mit KFZ errichtet?

    Wäre es nicht möglich, die Menschen mit Behinderung im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Projekts (war schon mal: Dörner)nach und nach in privates Wohnen umzusiedeln? Nicht kleinere Heime, sondern Privatwohnungen, ein bis zwei Personen pro Wohnung; mit der Möglichkeit, später umzusiedeln in einer noch wunschgemäßere Wohnung..?
    Bei solchen Entscheidungen würde ich erst einmal mißtrauisch sein..

  • Gerhard und Bernhard, Euer beider Wortmeldungen erachte ich als sehr gut.

  • schön, dass da klar position bezogen wird, selbstbestimmt leben ist ein menschenrecht für alle.

    vielleicht kommt es zu einem moderierten umdenkprozess?

    hierzu mein vorschlag vom 12.8.:

    http://bernhardjenny.wordpress.com/2013/08/12/19-millionen-im-sinne-von-artikel-19/

  • Mal schaun, die Ansage klingt ja schon sehr vernünftig. Aber auch Mini-Heime können entrechten und exkludieren, segregative Sonderwelten sind und bleiben sie ohnehin nach bisher kursierenden und propagierten Vorstellungen über Wohngruppen für behinderte Menschen. Wenn nicht gleichzeitig völlige Wahlfreiheit, individualisierte personelle Hilfen bzw. Persönliche Assistenz und persönliches Budget (Autonomie über die Verwendung aller Mittel) sowie Selbstbestimmung realisiert werden, wäre es nur ein weiterer Etikettenschwindel.