Schloss Ambras in Innsbruck will über 100-jähriges Liftprojekt fortsetzen

Schon 1913 plante man einen elektrischen Lift im Innsbrucker Schloss Ambras. Über hundert Jahre später möchte man das Projekt von Thronfolger Franz Ferdinand umsetzen und startete einen Spendenaufruf für den Liftbau.

Eine Skizze eines alten Bauplans in braun, in der Mitte ist ein Rechteck mit der Beschriftung Elektr. Aufzug zu sehen.
Schloss Ambras / Kunsthistorisches Museum

„Befehlsgemäß berichtet das Hofbaudepartement nach der im Juli erfolgten Kollaudierung über die Adaptierungsarbeiten im Schloß Ambras. (…) In dem Raum neben der Stiege im Osttrakt wurden 2 Closetts und ein riesiger Aufzug (2,00 mal 2,7 m) eingebaut.“

Dieser Auszug stammt von einem Dokument aus dem Jahr 1915, das den Einbau eines Liftes im Innsbrucker Schloss Ambras betrifft. Das Schreiben zeigt, das Thronfolger Franz Ferdinand seiner Zeit voraus war, wenn es um Technik geht. Denn während Aufzüge heute mehr oder weniger selbstverständlich sind, waren sie damals zur Zeit von Franz Ferdinand noch nicht so üblich.

Wie die Geschichte des Aufzugs auf Wikipedia zeigt, wurde der erste elektrische Aufzug in Europa 1880 von Werner von Siemens in Mannheim vorgestellt. Umso interessanter ist, dass Franz Ferdinand sogar einen elektrischen Aufzug einbauen wollte.

Das belegt ein Originalplan, den man auf der Internetseite von Schloss Ambras anschauen kann. Leider wurden die Umbauarbeiten an Schloss Ambras und somit auch der Einbau des Liftes 1914 eingestellt. Der Grund war die Ermordung Franz Ferdinands in Sarajevo.

Über 100 Jahre später erfolgt ein Spendenaufruf

Heute ist Schloss Ambras ein Museum. Die Sammlung von Schloss Ambras ist 450 Jahre alt. Die Kultureinrichtung wirbt damit, das erste Museum der Welt zu sein. Über 100 Jahre nachdem Franz Ferdinand den Einbau eines Aufzuges in die Wege leitete, startet das Projekt neu. Jetzt heißt es: „Helfen Sie uns dabei, barrierefrei zu werden!“ Das Ziel ist, durch Onlinespenden den Einbau eines Liftes am Hochschloss Ambras zu finanzieren.

Das Schloss Ambras gliedert sich in ein Hochschloss und ein Unterschloss. Das Unterschloss wurde bereits durch einen Lift zugänglich gemacht. Auf Nachfrage beim Schloss Ambras wurde bestätigt, dass der Lift im Unterschloss mit einem Chip bedienbar ist. Beim Hochschloss ist es anders – da kann man derzeit nur das Erdgeschoß über den Schlosspark barrierefrei betreten. Jetzt sammelt man für die Fortsetzung des Aufzugsbaus.

„Wir versuchen im Schloss Ambras Innsbruck (Teil des KHM-Museumsverbandes) einen weiteren Schritt Richtung Barrierefreiheit zu gehen und einen Lift in das Hochschloss einzubauen. Es sind wichtige Bemühungen, um das kulturelle Erbe für alle Menschen zugänglich zu machen“, teilt Schloss Ambras gegenüber BIZEPS mit. Das Spendenziel ist 30.000 Euro.

Die Bestrebung von Schloss Ambras, barrierefrei zu werden, steht im Einklang mit Artikel 30 „Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport“ der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie ist also mehr als verständlich und auch notwendig. Die Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellen kann, ist: Warum müssen Kultureinrichtungen, wenn sie sich um die notwendige Barrierefreiheit bemühen, dafür auf Spenden zurückgreifen? Sollte das nicht mehr vom Land unterstützt werden?

Auf der Internetseite des Kunsthistorischen Museums ist nachzulesen, wie sich das KHM und die dazugehörigen Einrichtungen wie Schloss Ambras finanzieren: „Die finanziellen Mittel (…) werden zum Teil von den österreichischen Steuerzahler*innen über eine Abgeltung für die Erbringung dieses wichtigen Beitrags für das österreichische Kulturerbe bereit gestellt. Die darüber hinaus benötigten Einnahmen werden vom KHM-Museumsverband selbst erwirtschaftet und betrugen im Jahr 2019 52 % der Gesamterlöse. Diese Einnahmen setzen sich aus Spenden, Sponsoring, Shoperlösen oder Vermietungen zusammen. Den größten Anteil stellen jedoch die Eintrittserlöse.“

Spenden und Sponsoring sind also Teil der Finanzierung des Kunsthistorischen Museumsverbandes. Große Sonderprojekte wie der Lifteinbau im Hochschloss müssen zusätzlich erwirtschaftet werden und sind nicht im Basisbudget berücksichtigt. Deshalb muss der Liftbau zum Teil durch Spenden finanziert werden.

Alles über die Spendenaktion für die Fortführung des kaiserlichen Liftprojekts erfahren Sie auf der Internetseite von Schloss Ambras.

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