Schritt für Schritt Verbesserungen am Flughafen Wien sichtbar

Das Thema Barrierefreiheit am Flughafen Wien beschäftigt uns nun schon fast ein Jahr, die Verbesserungen werden auch für die Passagiere Schritt für Schritt erkennbar.

Mobilitäts- und Familien-Service Schalter Flughafen Wien
BIZEPS

Nach massiver Kritik von BIZEPS nach der Eröffnung des Check-in 3 Gebäudes am Flughafen Wien im Juni 2012 hinsichtlich Barrierefreiheit wurde auf die Kritik vom Flughafen Wien reagiert und wenige Wochen später Arbeitsgruppen eingerichtet, um die vorhandenen Mängel zu erfassen und zu beheben.

BIZEPS ist in diese Arbeitsgruppen, die noch immer regelmäßig an Verbesserungen arbeiten, eingebunden.

In den bisherigen 18 Arbeitsgruppentreffen wurden zahlreiche Barrieren erhoben und Verbesserungen gemeinsam vom Flughafen mit verschiedenen Behindertenorganisationen erarbeitet. Da die Arbeitsgruppen erst nach Eröffnung des Check-in 3 eingerichtet wurden, dauert auch die Umsetzung von Verbesserungen länger, als wenn Barrierefreiheit bereits beim Bau umgesetzt worden wäre.

Was wurde verbessert?

Weil nun doch schon einige Zeit seit Eröffnung des Check-in 3 vergangen ist, ist es an der Zeit auch die positiven Entwicklungen zu erwähnen.

Was hat sich in den 5 Arbeitsgruppen (AG) getan? Hier gehe ich nur auf größere Verbesserungspunkte ein, da es sonst den Rahmen eines Artikel übersteigen würde. Die Verbesserungen fließen auch in andere Gebäude des Flughafens wie z.B. den neuen Check-in 1 ein.

Arbeitsgruppe: Ausstattung

Der frühere „Dedicated Point“ heißt nun „Mobilitäts- und Familien-Service“ und ist seit 1. April zu den Hauptzeiten personell besetzt. Fotos finden Sie hier. In weniger frequentierten Zeiten kann Personal per Gegensprechanlage gerufen werden. Die Austattung des Schalters mit z.B. barrierefreien Gegensprechanlagen wurde jetzt finalisiert und diese müssen noch umgerüstet werden.

Das Blindenleitsystem wurde grundlegend analysiert, einfachere Wegführungen und zusätzliche Streifen auch außerhalb des Gebäudes sind geplant. Aufmerksamkeitsfelder vor Gefahrenstellen wie Treppen sind einplant. Die Planungen wurden vor ein paar Wochen abgeschlossen, die Umsetzung muss noch erfolgen.

Glastüren sowie Glasflächen werden noch gekennzeichnet. Dies erfolgt, sobald das neue visuelle Leitsystem angebracht und das neue Design bekannt ist.

Arbeitsgruppe: Lifte/Treppen

Aufzüge: Die Öffnungsdauer der Türen wurde verlängert. Die Aufzüge bekommen Sprachansagen, in welchem Stockwerk man sich befindet, bessere Beschriftungen (inkl. ertastbarer Beschriftung). Die Ruftaster werden auch ausgetauscht, die alten hatten teilweise keine Beschriftungen über die Funktion der Knöpfe.

Zusätzliche Aufzüge sind in Planung.

Vor einigen Tagen wurde ein Personalaufzug (der zentral gelegene Lift im Check-in 3) zu einem Passagieraufzug umfunktioniert. Siehe unser altes Foto. Dies ist insofern erfreulich, da dieser Aufzug auch der größte der bisher bestehenden ist. Die Wege verkürzen sich dadurch für die Personen, die auf Aufzüge angewiesen sind enorm, da dieser ganz nahe bei den Check-in Schaltern ist.

Arbeitsgruppe: Parkierung

Gehsteige wurden flacher angerampt, die Beschilderung zu und von Behindertenparkplätzen verbessert. Der Kassenschalter in Parkhaus 4 ist nun auch mit Rollstuhl unterfahrbar und wird mit einer Induktiven Höranlage ausgestattet.

Arbeitsgruppe: Toiletten

Die barrierefreien Toilettenanlagen wurden gemäß den entsprechenden Normen umgebaut. Es handelte sich dabei um fast 30 Anlagen, viele davon sind mit elektrischen Türen versehen. Die Türöffner wurde so platziert, dass man sie gut bedienen kann. Dies war einer unserer anfänglichen Kritikpunkte. Haltegriffe wurden verlängert, die Notrufeinrichtungen wesentlich verbessert.

Arbeitsgruppe Visuelles Leitsystem

Diese Arbeitsgruppe gliedert sich in den Teilbereich Monitore und in den Teilbereich Schilder / statisches Leitsystem.

Bei den Monitoren waren die Hauptkritikpunkte, dass die Schrift teilweise sehr klein ist und dass die Glasplatten vor den Monitoren stark spiegeln. Teilweise waren die Monitore auch so angebracht, dass man sich nicht gut annähern konnte, weil Sitzbänke davor standen. Die Bänke wurden verschoben.

Für die zukünftigen Monitore wird entspiegeltes Schutzglas verwendet.

Die Schriften sowie das Layout der Anzeigemonitore wurde hinsichtlich Kontrast und Schriftgrößen soweit der Platz dafür vorhanden war, optimiert. Es wurde gemeinsam ein neues Modell als zukünftige Lösung erarbeitet. Ein Exemplar davon ist schon im Check-in 1 in Betrieb.

Da Monitore in dieser Art von Umgebung eine natürliche Lebensdauer von 2 – 3 Jahre haben, werden die bestehenden erst beim nächsten planmäßigen Austausch ersetzt.

Nun zum statischen Leitsystem, das heißt zur Beschilderung. Hier gab es von allen Seiten öffentliche Kritik bezüglich der Anzahl der Schilder, der Sichtbarkeit, Verständlichkeit sowie Lesbarkeit. Auch die Geschäftsführung des Flughafen war hier sichtlich nicht mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Schrift war aufgrund des geringen Kontrasts sowie eines integrierten Musters schlecht zu lesen, außerdem wurde sie bei manchen Schildern nach unten hin heller.

Nach mehreren Monaten, in denen gemeinsam mit der zuständigen Designfirma nach Verbesserungslösungen gesucht wurde, gab es immer noch keine zufriedenstellende Lösung und der Flughafen Wien hat sich dazu entschlossen, eine neue Firma mit der Erstellung des Leitsystems zu beauftragen.

Da bei so einem großen Auftragsvolumen eine Ausschreibung stattfinden musste, konnte die neue Firma erst vor kurzem ihre Arbeit beginnen.

Unsere Kritikpunkte und Anregungen wurden aufgenommen und man ist im Moment dabei, verschiedene Farbschemata für die Beschilderung zu testen um bestmögliche Lesbarkeit zu erzielen. Ebenso werden die Piktogramme durch normgerechte, international übliche ersetzt.

Deswegen wird sich flächendeckende Umsetzung wohl noch bis Ende des Jahres verzögern.

Fazit

Obwohl unbestreitbar bei der Planung und beim Bau des Check-in 3 am Flughafen Wien einiges schief gegangen ist, was durch Einbindung der betroffenen Personengruppen vermeidbar gewesen wäre, ist sich der Vorstand des Flughafens der Thematik nun bewusst und versucht sein Bestes, begangene Fehler zu beseitigen und sicherzustellen, dass sie in Zukunft nicht mehr passieren.

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0 Kommentare

  • Der Flughafen und das Service ist punkto Barrierefreiheit eine einzige Katastrophe. Habe es selber letzte Woche erlebt. Meine Ankunft aus Teneriffa am Mittwoch war ordnungsgemäss beim Rollstuhlservice angemeldet. Ich musste aber ein 1/2 Stunden!!!!!!!! im Flieger ausharren, bis endlich der Hubwagen zur Verfügung stand und dass erst nach intervention eines NIKI Technikers. Dass ein Rollifahrer nach ca. 7 Stunden auch einmal auf die Toilette muss, auf diese Idee kommen sie scheinbar nicht. Scheinbar gibt es am Flughafen nur einen Hubwagen… traurig für eine Stadt wie Wien.

  • Ich verstehe nicht, warum jedeR das Rad der Barrierefreiheit neu erfinden muss? Gibt es nicht gute Vorbilder von gelungenen Flughäfen, woran mann/frau sich orientieren könnte? Normen und Bauordnungen gibt es auch. Ich finde es schön langsam eine Zumutung für die diversen Behindertenorganisationen oder -verbände, die meist auch etwas anderes zu tun haben, als hinsichtlich der Barrierefreiheit jedem WC oder Monitor udgl. nachzulaufen oder -rollen, damit ein brauchbarer Zustand hergestellt wird.