Schweiz: Behinderte Kinder ausgesperrt – Appenzeller Heilbad fühlt sich im Recht

Weil sich Stammgäste gestört fühlen könnten, verweigert ein Appenzeller Heilbad behinderten Kindern den Zutritt.

Flagge Schweiz
BilderBox.com

In einem Brief an die Betroffenen wurde das damit begründet, dass Personen mit körperlicher oder geistiger Behinderung bei anderen Badegästen „auf wenig Akzeptanz“ stießen. Das war jetzt in der Online-Ausgabe von Beobachter in der Schweiz zu lesen. (Siehe auch)
Selbst bei „einzelnen Besuchern mit Behinderung fühlen sich unsere Gäste oft gestört, wenn die behinderte Person Lärm verursacht oder anderswie den Badeaufenthalt beeinträchtigt“, schrieb Heinrich Eggenberger, Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident des Heilbads Unterrechstein im appenzellischen Heiden.

„Aufgrund der wirtschaftlichen Ausrichtung unseres Betriebs können wir es uns schlichtweg nicht leisten, wenn wir andere Gäste verlieren“, wollte Eggenberger rechtfertigen, warum einer Gruppe von fünf mehrfach behinderten Kindern und ihren Begleitern kürzlich der Zutritt ins Heilbad verwehrt wurde. Man sei nur bereit, mit den betroffenen Schulen und Heimen „über spezielle Öffnungsregelungen zu sprechen“. Das aber nur in Randzeiten, außerhalb der offiziellen.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • @Klaudia: Wäre dies in Wien passiert, hätten die sicherlich schon von unserem Klagsverband Post bekommen. ;-)

  • Ich frage mich, warum Kinder mit Behinderung immer nur zu „Therapiezwecken“ ins Bad geführt werden, so als wolle man sich dafür rechtfertigen, dass es sie gibt. Hätten die Kinder eine starke Lobby, würde man dieses Bad auf jeden Fall klagen – schön und gut, die halbe Einladung in einem anderen Bad.

  • War das eine Laune des Betreibers, oder fühlten sich Stammgäste wirklich gestört durch dessen Anwesenheit. Ich persönlich gehe viel in Schwimmbäder und ich habe bis jetzt nie irgend ein Kommentar anhören müssen bzw. das ich aus einem der Bäder verwiesen wurde aufgrund dessen das ich keine Beine habe! Ich hoffe einfach das die Angehörigen diesbezüglich reagieren und Juristisch gegen den Betreiber vorgehen werden!

  • Das wär glaub ich ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Wenn ich ein Vater eines behinderten Kinders wär, dem der Eintritt verwährt worden ist würd ich „die“ mit Klagen zumüllen. Dieses Heilbad und Wirtschaftlichkeit: so in der Art von 10 min ins Wasser schnell wieder raus bitte zahlen, oder wie?

  • Leider ist neben der staatlich organisierten auch die gewerbsmäßige Diskriminalität immer noch mehrheits- und gesellschaftsfähig. In diesem und ähnlich gelagerten Fällen wird aus verständlichen Gründen meist darauf verzichtet, das Unrecht per Zivilklage zu bekämpfen. Es sollte daher jegliche Diskriminierungsgewalt als das was es ist, ein Verbrechen, also als Offizialdelikt mit hohen Strafdrohungen geahndet werden. Öffentliche Förderungen und Begünstigungen sollen davon abhängig sein, dass es keine diskriminellen Benachteiligungen gibt.