Schweiz: Zentrum für Selbstbestimmtes Leben macht TV

Zentrum für Selbstbestimmtes Leben in Zürich setzt auf "Neue Medien".

Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Zürich
ZSL-Zürich

„Schon seit langem wünschen wir uns für die ZSL-Homepage farbigere, nicht gar so textlastige Inhalte, vor allem auch im Hinblick auf ein jüngeres Publikum, das sich lieber über Filme als über das geschriebene Wort informiert“, erläutert Peter Wehrli, Geschäftsleiter des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben in Zürich, auf BIZEPS-INFO Anfrage.

ZSL setzt auf „Neue Medien“

„Wir sind sehr glücklich, dass sich David Siems, ein junger Mann mit einer Behinderung, gemeldet hat, der sich freudig im Bereich von Film, Youtube und Facebook, also in den ’neuen Medien’ engagiert. Er ist Produzent und Regisseur von SL-TV und Autor dieses ersten Films“, hält Wehrli fest und hofft, dass die „Neuen Medien“ die Berichterstattung noch attraktiver machen und eine Bereicherung für das Zentrum darstellen.

Der aktuelle Beitrag im SL-TV ruft zur Unterzeichnung einer Petition zur UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung auf:

Transkription

Selbstbestimmt Leben TV

Grüezi miteinander.

Wir bitten Sie dringend, unsere Petition zur UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung auf der eingeblendeten Homepage zu unterzeichnen und alle Ihre Verwandten und Freunde ebenfalls darauf aufmerksam zu machen!

UNO-Konventionen sind die höchste Form von Gesetz, die es auf der Welt gibt. Es sind sozusagen Zusätze zur Weltverfassung.

Diese UNO-Konvention besteht aus zwei Teilen:

A) Die Konvention mit Einleitung und 50 Arikeln

B) und dem sehr wichtigen Zusatzprotokoll

Man muss nicht unbedingt alle 50 Artikel genau lesen – einige davon sind sehr technisch und betreffen die Regeln der Umsetzung. Aber in den meisten Artikeln geht es darum, festzulegen, dass Menschen mit einer Behinderung in keiner Weise diskriminiert, ausgesondert und benachteiligt oder schlechter behandelt werden dürfen als alle anderen Menschen im selben Staat. So zum Beispiel im Bereich Schule, im Wohnen, in der Mobilität, in der Kommunikation, in der Pflege, etc.

Im Zusatzprotokoll wird ein Mechanismus vorgeschrieben, der es den Behinderten in jedem Land erlaubt, der UNO zu berichten, ob das eigene Land seine Verpflichtungen gegenüber den Behinderten einhält oder nicht. Es ist darum ganz wichtig, dass auch das Zusatzprotokoll von der Regierung des Landes anerkannt wird.

Eine Konvention wird dann gültig, wenn mindestens 20 Staaten sie als Grundgesetz anerkennen. Das nennt man ratifizieren. Die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit einer Behinderung ist längst gültig, weil sie schon von über 50 Ländern ratifiziert wurde.

Leider noch nicht von der Schweiz. Unsere Petition, die Sie auf der eingeblendeten Homepage unterschreiben können, fordert den Bundesrat und das Parlament in Bern auf, dies so bald wie möglich zu tun.

www.uno-konvention-behinderte.ch

Jede Stimme zählt.

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0 Kommentare

  • Ich finde euren Film-Auftritt gelungen, aussagekräftig, wenn auch bildhaft noch verbesserbar. Weiter SO – auch ich sehe gerne Filme, auch wenn ich der wirklichen Jugend schon entwachsen bin :-)

    David soll weitermachen! Die Art der Dokumentation vergnügt mich.

  • Internet-TV, eine tolle Idee der Schweizer-SL-Bewegung. Als eher visueller Mensch freue ich mich über dieses Angebot. Aus Zeitmangel, Faulheit, Überangeboten an schriftlichen Infos und oft nicht verstehen von juristischen Texten oder anderen Inhalten hilft mir Internet-TV. Bilder sehen, Sprache hören und dazu noch untertitelte Berichte was will Mann/Frau mehr. Wer lesen will/kann/muss (ich bin Bibliotheksangestellter) freut sich über Internet, Bücher, Zeitschriften und und und. Analphabet oder keiner – I freu mi über d’Schwizar.

    Bitte David, motiviere ALLE von dir sogenannten intellektuell-, psychisch- oder schlecht gebildeten Körperbehinderten sich in der SL-Bewegung zu engagieren. Die SL-Bewegung Österreich, und darunter die „dünne Schicht“ der Akademiker sind bzw. wären froh über Beteiligung – das behaupte ich jetzt einfach mal so. Wir in Vorarlberg, People First – Mensch Zuerst und Reiz – SL Vorarlberg sind auf jeden Fall froh um jede/n MitstreiterIn. Wir brauchen jeden Menschen mit Behinderung, der sich beteiligen will, um unser gemeinsames Ziel, „Selbstbestimmtes Leben“, zu erreichen. Und die SLIÖ tut das auch, davon bin ich überzeugt.

    Zum Schluss ein Bravo „Hopp Schwiz“ nach Zürich.

  • Nur jene die in der Schweiz leben können da unterschreiben?

  • @Ein netter Mensch: Den Hinweis verstehe ich nicht. Wenn sich die Schweizer einer ansprechenden Präsentationsform bedienen finde ich das gut. Mit Analphabetismus hat das nix zu tun.

  • Mir ist nicht so ganz klar, wie man auf die abwegige Idee kommen kann, dass sich nur Analphabeten Videos ansehen. Auf diese böswillige Unterstellung gegenüber Youtube-Usern möchte ich aber auch gar nicht näher eingehen.

    Ich möchte stattdessen lieber auf die abwertenden Aussagen gegen Analphabeten, die übrigens sehr wohl zu den Behinderten zählen können (z.B. wenn der Analphabetismus die Folge einer Legasthenie oder Lernbehinderung ist), eingehen.

    Es ist leider nur all zu typisch, dass die dünne Schicht körperbehinderter AkademikerInnen unter den Behinderten den Ton angeben, und über intellektuell-, psychisch- oder schlecht gebildete Körperbehinderte ihr erlauchtes Näschen rümpfen.

    Genau diese Haltung widerspricht aber dem Grundgedanken der SL-Bewegung: Wir teilen uns nicht in Gruppen auf, urteilen nicht, wessen Unterstützung wertvoller ist. Wir kämpfen behinderungsübergreifend für ALLE, und jeder der sich nach Kräften einbringt, wird als wertvoll erachtet.

    Wer das nicht begriffen hat, hat nicht begriffen, was Selbstbestimmt Leben bedeutet.

  • Bei aller Wertschätzung für Herrn Wehrli aber für mich wirkt die Begründung „ein jüngeres Publikum, das sich lieber über Filme als über das geschriebene Wort informiert“ wie der Versuch sekundäre Analphabeten oder gar Analphabeten zu fördern.
    Gilt diese diese Personengruppe den neuerdings als behindert?

    Tatsache ist, daß Behindertenpolitik mit Gesetzen gemacht wird und Stellungnahmen zu Gesetzestexten sind nun einmal schriftlich abzufassen. Analphabeten sind daher in der Behindertenpolitik nur bedingt einsetzbar. Lohnt sich daher der Aufwand für die Zielgruppe?

    Schließlich stellt sich für mich auch die Frage wie Analphabeten „selbstbestimmt leben“ können.

    Zugegenben, viele Aktivisten in der Behindertenpolik sind alt, Herr Wehrli ist selber nicht mehr ganz jung, und wir brauchen Nachwuchs!

    Aber – nochmals – will die „selbstbestimmt Leben“ Bewegung, die sich derzeit durch außergewöhnlich aktive und eloquente Aktivisten auszeichnet(Herr Wehrli ist das beste Beispiel), wirklich Analphabeten in ihren Reihen? Bei aller Befürwortung der „Inklusion“ befürchte ich aber, daß die „selbstbestimmt leben“ Bewegung dadurch einen herben Rückschlag erleiden wird, weil die Gefahr besteht, daß sie von der Politik nicht mehr ernst genommen wird.

    Der Einsatz von moderner Technologie und Kommunikationswegen muß nicht immer ein Vorteil sein. Die Bewegung braucht nicht viele junge Leute, sondern gute junge Leute!