Schweiz: Zwangsverhütung im Heim

"Die Zwangsverhütung ist absolut inakzeptabel und widerspricht den Menschenrechten", meint Peter Wehrli, Geschäftsführer des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben, zu diesem krassen Eingriff in die Selbstbestimmung.

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Erst kürzlich berichtete die NZZ über Mißbrauchsfälle in schweizer Heimen. Nun wurden weitere Diskriminierungen in einem anderen Heim bekannt.

Ein Heim im Kanton Zürich fordert von behinderten Frauen, dass sie hormonell verhüten. Ansonsten kriegen sie keinen Platz in der Institution. Dies erklärte Aiha Zemp, Fachfrau für Behindertenfragen, gegenüber dem „Tages-Anzeiger„.

„Ärzte dürfen keine hormonelle Verhütung auf Wunsch der Eltern veranlassen, die behinderte Frau muss dies selbst entscheiden können“, hält Wehrli fest.

Name des Heims bisher nicht genannt

„Wir würden dem Fall sofort nachgehen, wissen aber nicht, um welches Heim es sich handelt“, so der Amtschef des kantonalen Sozialamts, Ruedi Hofstetter. Er fordert Aiha Zemp dazu auf, ihn darüber zu informieren.

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0 Kommentare

  • Gerne würden mich die Gesetzesgrundlagen der Zwangsverhütung interessiern. Möchte absolut annonym bleiben. Meine Tochter ist davon betroffen. Sie verliert Ihren Platz im Heim, wenn ich als Beiständin es verweigere die Spirale bei meiner Tochter einlegen zu lassen.

  • Gerne würden mich die Gesetzesgrundlagen der Zwangsverhütung interessiern. Möchte absolut annonym bleiben. Meine Tochter ist davon betroffen. Sie verliert Ihren Platz im Heim, wenn ich als Beiständin es verweigere die Spirale bei meiner Tochter einlegen zu lassen.

  • Meine Tochter Rafaela ist im Heim Sunneschyn Meiringen sie hat mit keinem Mann Geschlechtsverkehr . Sie muss sich Zwangsverhüten um das Restrisiko auszuschliessen. Das Heim bezahlt in keiner Art und Weise einen Beitrag.Aber es ist Vorschrift.

  • Nicht nur meine behinderte Tochter sondern alle Frauen im Heim Sunneschyn Meiringen müssen sich Zwangsverhüten. Grund gemischte Gruppe.

  • @Klaudia Karoliny
    Für mich ist diese von Ihnen angesprochene Kombination der Hormonellen Zwangsverhütung oder „Aufruf“ zum Missbrauch? in Zusammenschau mit den Berichten aus entsprechenden Schweizer Einrichtungen ebenfalls schlüssig.

  • Ich teile hier noch mit, daß ich aus Deutschland schreibe, d.h. nicht aus der Schweiz und das trotzdem ich den Name des Heimes (vertraulich) bekanntgeben habe, bisher keine Abhilfe geschaffen wurde .

  • Ich kann Herrn Wehrli nur zustimmen und begründe das wie folgt: Verhütung schützt Frauen nicht vor Übergriffen. Behinderte Frauen sind bereits gegenüber behinderten Männern doppelt benachteiligt UND können sich allein nicht gegen Übegriffe wehren . Gegen mögliche Übergriffe von männlichen Personal oder Betreuer ect.. um ein Vielfaches schwerer.
    WOZU dann Zwangsverhütung ? UND auf was für einer Rechtsgrundlage ?
    Meiner behinderten Tochter werden seit 2008 3-Monatsspritzen zur Verhütung im Behindertenheim gespritzt , weil sie in einer gemischt geschlechtlichen Gruppe untergebracht ist . Ich habe mich bereits an verschiedene Stellen gwandt , ohne Erfolg ! Dann habe ich Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet UND den Namen des Behindertenhreimes VERTRAULOCH angegeben . Es wird derzeit noch ermittelt ABER weitergespritzt ect… Meine Tochter will wieder nach Hause zu ihren vertrauten Dingen , die sie sehr vermißt . Der Richter will noch eine Anhörung im Heim , obwohl massive REchtsverletzungen vorliegen . Wie lange muß eine behinderte Frau auf ihr Recht warten ???
    Ich wäre für jede Unterstützung und Hilfe dankbar , daß dieses Unrecht beendet wird und nie mehr passiert .

  • Hormonelle Zwangsverhütung oder „Aufruf“ zum Missbrauch? Kann schon davon abgeleitet werden, bei den Vorkommnissen in der Schweiz, die kürzlich zutage kamen (Missbrauch von 122 Opfern in Behindertenheimen).

    Zwangssterilisation oder -verhütung sind schwere Menschenrechtsverletzungen. Aber wen juckt das schon, auch bei uns in Österreich.