Schwierige Diskussion um Bettelverbot

Seit Jahren wird in Graz immer wieder ein Bettelverbot diskutiert. Nun fordert der Grazer Bürgermeister ein "Bettelverbot für Behinderte".

Bettler
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Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) fordert ein Bettelverbot für behinderte Menschen in Graz. Die „Bettelei“ sei organisiert und „ein Geschäft mit dem Mitleid der Menschen“, begründet er seinen Vorstoß. In einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ am Sonntag sagte Nagl wörtlich: „Man kann nicht länger zuschauen. Man soll den Bettlern, vor allem den behinderten Bettlern, kein Geld geben.“

Ein allgemeines Bettelverbot fordert der Bürgermeister allerdings nicht mehr. „Das habe die Grazer ÖVP mit ihrem Koalitionspartner, den Grünen, so vereinbart, erklärte Nagl“ – so der ORF-Steiermark. „Die Grazer Grünen-Klubobfrau Christina Jahn hingegen will ein Bettelverbot verhindern. Das BZÖ sprach sich für ein allgemeines Bettelverbot aus“, berichtet die Kleine Zeitung.

Ob eine Ungleichbehandlung zwischen behinderten und nichtbehinderten Bettlern überhaupt rechtens wäre, rückt angesichts der Emotionalität der Diskussion für die Beteiligten in den Hintergrund.

Schon mehrere Anläufe

Die Diskussion um Bettelverbote wird vielerorts geführt und ist vor allem immer eines: sehr emotional. Während die einen eine Linderung der Armut sehen, sehen andere nur ein organisiertes Geschäft.

In Graz versucht die ÖVP seit Jahren ein generelles Bettelverbot durchzusetzen ; scheiterte aber bisher. Die SPÖ entgegnet, dass man die Armut bekämpfen soll, nicht die Armen. Auch in Wien wird das Thema immer wieder angesprochen und Verbote werden gefordert.

„offen demonstriertes Elend aushalten“

„Der Konflikt wirft die Frage auf, ob eine vergleichsweise reiche Gesellschaft wie die westdeutsche derart offen demonstriertes Elend aushalten kann. Zumal die Fremden ein Tabu brechen: Um Mitleid zu erregen, stellen sie ihre teils extremen Behinderungen zur Schau – für die meisten Großstädter eine erschütternde, verstörende, aber auch faszinierende Konfrontation“, fasste der Spiegel im Jahr 2005 den Konflikt gut zusammen und hielt – trotz abscheulicher Details – fest: „Dennoch: Die Bettler aus Osteuropa sind nicht nur Opfer. Besser als in ihrer Heimat geht es ihnen im Westen allemal.“

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0 Kommentare

  • Natürlich gibts die, die wirklich behindert sind. Warum kümmert sich nicht eine Organisation um sie, am besten zu Hause.

    Aber die meisten, die auf Krücken gehen und im Rollstuhl sitzen, sind völlig gesund. Ich habe so manche „Wunderheilung“ erlebt. Und gestern einen mit Krücken über die Mariahilfer Straße rennen. Das haben schon viele beobachtet. Manche dürften sehr bekannt geworden sein.

    Ich bin mit Krücken gegangen, da war ich nicht so fix, im Gegenteil. Ist sogar nach 12 Jahren eine Gehbehinderung da, für den Rest meines Lebens. Oder die „Taubstummen“ mit ihren Schildern und Puppen, die allerdings verschwunden sein dürften. Ich muss dem Spiegel allerdings Recht geben.

    In Reiseführern über die 3. Welt steht oft, dass man nichts geben soll, da: Mit Betteln mehr zu verdienen ist als mit Arbeit Das schauen sich die Kinder ab und gehen nicht in die Schule oder lernen einen Beruf. Die Behinderungen werden oft absichtlich zugefügt, damit Geld gegeben wird. Daher: nichts geben und stattdessen an seriöse Organisationen spenden.

  • Ich habe oft sehr negative Erfahrungen mit Bettlern gemacht, die sehr aggressiv und ordinär werden oder ein Nein gar nicht zur Kenntnis nehmen. Dann meckern sie angeblich oft, wenn sie ihrer Meinung nach zu wenig kriegen.

    Von mir bekommt ein Bettler nichts, egal welcher Nationalität, schon aus den von Herrn Schmid genannten Gründen. Ich selbst habe nur das Existenzminimum, von dem unterstütze ich auch noch meine bessere Hälfte, die noch weniger hat. Und das mit jahrzehntelanger Vollzeitbeschäftigung. Ich stamme auch von Armen und (Binnen-)Flüchtlingen ab, aber gebettelt hat da niemand und gekriegt haben die nichts. Und ich kriege nur die Unterstützungen, die alle bekommen, das heißt, zur Zeit gar nichts. Meine Berufslaufbahn stagniert, früher habe ich recht gut verdient, aber ich habe seit ca. 15 Jahren aufgrund einer Rückstufung im Schema aufgrund hoher Qualifikationen und ausbleibender Beförderung nur Reallohnverluste.

  • Auch ich mache es so, ich gebe den Menschen länger haltbare Lebensmittel (H-Milch, Mehl, Zucker, Eier, Süßigkeiten, Tee, Kaffee, Kakao, Reis, Honig, Eierteigwaren etc. und Kleidung, die sie auch, so meine ich, brauchen können (keine Altkleider die sie nicht anziehen können, die bring ich in den Kontainer). Meine Erfahrung ist, dass das bei den bettelnden Menschen unterschiedlich ankommt. Wenn ich merke, die wollen keine Lebensmittel, dann ist das auch kein Problem, dann will es jemand anderer, der auch auf der Strasse sein Auskommen irgendwie erbetteln muss. Geld geb ich keines mehr her, habe zu oft gesehen, dass nur wenige Meter entfernt immer Männer warten, die das Geld „abnehmen“. Bei Wäsche und Lebensmittel ist mir das aber noch nicht aufgefallen. So mache ich das. Wenn sich wer über die bettelnden Menschen aufregt, dann sag ich denen immer, sie müssen ja nichts geben.

  • BETTELN JA – BETTELN NEIN was für eine Frage? Bei einem Disconter in Linz sitzen regelmäßig Bettler diese sind sicher aus einem BETTLERRING. Die Bettler (ob Behindert oder nicht) sind sicher arm & brauchen Unterstützung aber ALLES Geld wird Ihnen wieder abgenommen. Falls jemand etwas spenden möchte spendet LEBENSMITTEL diese wollen Ihre Kolonnenchefs nicht.