Selbstbestimmung pur – mein erster Urlaub mit Persönlicher Assistenz

Hurra, ich hab’s geschafft, meinem Lebenstraum: "Leben mit Persönlicher Assistenz!" näher zu kommen. Ich genoss vor kurzem eine Urlaubswoche mit meiner Persönlichen Assistentin Nina in Teneriffa im barrierefreien Hotel Mar y Sol. Ein Bericht.

Mit dem Spezialrollstuhl ins Meer
Aigner, Isabella

Samstag Früh kam Nina, meine Persönliche Assistentin, zu mir in die WG und es ging mit dem Fahrtendienst ab zum Flughafen. Ich dachte mir: „Jetzt geht´s nach Teneriffa. Entspannung pur, und das auch noch unter dem Motto: Selbstbestimmung! Das wird sicher cool!“

Im Urlaubsort angekommen, genoss ich als erstes das herrliche Wetter. Danach gab es ein ausgezeichnetes Buffet. Den Abend verbrachte ich mit Nina auf unserem netten Balkon mit einer Kerze am Tisch!

Am nächsten Tag ging es gleich am Vormittag ab in den Swimmingpool. Ich genieße es, mich im Wasser zu bewegen und zu entspannen. Am Abend durfte ich dann nach dem Gottesdienst noch einen Fackelzug mit Booten am Meer erleben. Ja, natürlich war ich mit Nina während diesem Urlaub im Meer und einkaufen.

Auch Ausflüge durften nicht fehlen!

Wir waren im Loro Park, das ist ein großer Tierpark, dort konnten wir tolle Shows miterleben. Außerdem fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, von welchem wir das Lavagestein des höchsten Berges Teneriffas sehen konnten. Am letzten Tag machten wir auch noch eine Schiffsfahrt am Meer, bei der wir Wale und Delfine beobachteten.

Wenn Nina ihre Pausen machte, ging ich zum Spanischunterricht, der vom Hotel angeboten wurde. Oft las ich auch ein Buch, unterhielt mich mit Christian, meinem ehemaligen Schulkollegen oder ich genoss einfach die Ruhe und das Plätschern des Swimmingpools.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich den Urlaub in Teneriffa in vollen Zügen genossen habe und jetzt erst so richtig weiß, wie sich „Selbstbestimmtes Leben“ anfühlt: Alles muss gut geplant werden, aber man kann dann schlafen gehen, wann man will, schwimmen gehen, so oft man will.

Ja, es gibt bei einem Selbstbestimmten Leben einfach benahe nichts, was nicht möglich ist! Es war einfach super! Ich freue mich darüber, dass wir, Nina und ich, uns so gut verstanden haben. Hoffentlich kann ich so einen Urlaub bald wieder genießen.

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0 Kommentare

  • Hallo Frau Aigner,

    Leider habe ich Ihren Bericht über Ihren ersten selbstbestimmten Urlaub auf Teneriffa jetzt erst gelesen, dennoch möchte ich Ihnen zu diesem Schritt gratulieren!

    Wir wissen über den schweren Schritt – den Sprung ins kalte Wasser – den Sie gemacht haben, gut bescheid. Meine Frau war bis 2007 persönliche Assistentin einer Dame mit Muskedystrophie in Wien, die sich auch über diesen Schritt, den Sie gemacht haben, getraut hat. Sie ist sogar ganz alleine, ohne jeglicher Begleitung, nach Teneriffa geflogen.

    Meine Frau und ich leben auf Teneriffa und haben vor 4 Jahren „Der Andere Weg“ (http://www.derandereweg.com/), Teneriffas einziges zentrale Bindeglied für alle nötigen Services, die eine Person mit Handicap benötigt, gegründet. Diese Dame mit Muskeldystrophie war unser erster Gast, und wir haben mit ihr gemeinsam die Insel unsicher gemacht, jedes nötige Physiotraining weiter durchgeführt, das für sie nötig war, etc.

    Mittlerweile sind wir auch auf weitere, barrierefreie Hotels auf Teneriffa gestossen, manche davon liegen sogar direkt am Meer.

    Kommen Sie doch wieder, und geniessen Sie einen oder mehere weiter Urlaube auf Teneriffa. Diese Insel lernt man nicht durch einen einzigen Urlaub wirklich kennen. Es gibt hier viel zu erforschen.

    Wir würden uns freuen, Sie eines Tages wieder auf Teneriffa begrüssen zu dürfen.

    Liebe Grüsse,
    Georg Fritscher
    DerAndereWeg.com

  • wunderschöner und berührerender bericht, der zeigt was persönliche assistenz an selbstbestimmung bewirken kann.
    gratuliere & wünsche frau aigner noch viele solche „freiheiten“ die zur selbstverständlichkeit werden! alles gute frau aigner auf ihrem weg! dsa andrea mielke

  • Finde den Beitrag echt gelungen und freu mich, dass der Urlaub so super war!! Mir hat er auch voll getaugt!! Weiter so!!! Der ehemalige Schulkollege, Christian

  • @Sandra. Geistig behinderte Menschen sind da nur eine Gruppe, die bei der Bemessung von Pflegegeld kaum berücksichtigt wird. Da gibt es noch eine Reihe von Behinderungen und Erkrankungen die nicht ausreichend oder überhaupt nicht in der Pflegegeldbemessung berücksichtigt sind! Primär geht es da um körperliche Einschränkungen und auch das ist sehr eng definiert. Die Einstufung nach ICF wäre daher ein wichtiger Meilenstein. http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icf/index.htm. Leider scheint dies den wesentlichen Vertretern von behinderten Menschen kein wahnsinnig wichtiges Anliegen zu sein, einfach weil dieselben meist körperbehindert sind und mit den derzeitigen Sätzen nicht so schlecht bedient sind.

  • @Karoliny. Nein, das ist keine Anspielung auf behinderte Menschen. Nur ein Teil von diesen lebt in Wohlstand und noch seltener kann man da jemanden als reich bezeichnen. Es gibt in der Gesellschaft aber wirklich reiche Menschen und Stiftungen und es gibt jede Menge zu schließender Steuerlücken, die Geld in die öffentlichen Kassen spülen würden. Wenn man das nicht andenkt, dann wird man wahrscheinlich wirklich mittelfristig über Hab und Gut der behinderten Menschen und deren Angehörigen nachdenken, da haben Sie recht!

  • Derzeit ist es wirklich noch so, wie es @anonym formuliert hat:
    Gruppen von behinderten Menschen werden gegenüber Gruppen von anderen behinderten Menschen bevorzugt und gegeneinander ausgespielt, sodass das für eigentlich alle (gleich) gelten sollende Pflegerecht nur dann halbherzig umgesetzt wird, wenn man sich einen Behördenkampf liefert der jahrelang dauern kann und der dazu führt, dass wenn einem die Kraft ausgeht , sich mit ein paar „bewilligten“ Stunden zufriedenzugeben hat.
    Wer dabei überhaupt nicht berücksichtigt wird, sind die geistig Behinderten Menschen. Wenn die keine Angehörigen haben die sich engagieren und sich auch dafür noch beleidigen lassen müssen, weil sie eigentlich ja froh sein sollten, … dann würde über diese Personengruppe hinwegentschieden werden nach dem Motto: Wenn vom Kuchen noch ein Stück übrig bleibt, dann bekommst Du vielleicht auch ein paar Brösel davon! Daher gebe ich niemals auf.

  • gerechte Umverteilung von Vermögen. Ist das eine Anspielung darauf, dass Menschen mit Behinderung nicht aus Einkommen und Vermögen zur PA dazu zahlen wollen? Ich verstehe es so und sage nur dazu, bevor nicht die wirklich Reichen zur Finanzierung unseres Sozialsystems beitragen, sehe ich keinen Grund, warum ich es als Kleinverdienerin in Teilzeitarbeit, die jahrzehntelang gespart hat, dazu beitragen soll. Bin ich wirklich vermögend, bin ich gerne bereit dazu, meinen Anteil zu leisten.
    UND eines noch, die Forderung für PA für alle ist eine der Behindertenbewegung, die wir ernst meinen und verfolgen. Es müssten sich dieser nur alle Beh.Organisationen und -gruppen anschließen und politisch vertreten!

  • Ich finde das super, das sie den Urlaub so toll geniessen konnte. Ich würde mir einfach wünschen, das dieses Projekt International Schule machen würde!

  • @meia: Ich finde den Bericht auch sehr toll, und habe nur aufmerksam machen wollen mit meinem Beitrag, dass von dieser Leistung PA noch immer eine sehr grosse Personengruppe ausgeschlossen ist, weil geistig behindert. Es liegt mir völlig fern, NEID zu schnüren, ich glaube wenn es so angekommen ist beim Leser, dass es missverständlich so war. Tut mir ehrlich leid, was und ist NICHT meine Absicht- im Gegenteil.
    Ich schätze z.B. zahlreiche Forumsbeiträge von dem anonymen Forumsbenützer sehr, auch wenn er/sie manchmal etwas derart unbeschönigend schreibt, was ich auch versuche, aber es ist halt nur möglich eine Diskussion entstehen zu lassen, wenn man aller Menschen Sichtweise toleriert. Es ist so, dass dort, wo Menschen sind, auch verschiedenste menschliche Sichtweisen bestehen: „Wo Menschen sind, da menschelt`s!“

  • @anonym: Also um Neid geht es nicht, worum es aber in den kommenden Jahren sicher gehen wird, ist die Frage, wer für die Krise bezahlen wird. Wenn sich da behinderte Menschen nicht mit Vorschlägen einbringen und ebenfalls konstruktive ideen für eine faire Verteilung von Geld und Vermögen machen, bleiben Sie wohl auf der Strecke. Das wäre also grundfalsch! Das fehlt im Übrige immer bei diversen Forderungen, egal ob von Vereinen oder behinderten Einzelpersonen. Wie soll umverteilt werden, wo sollen neue Einnahmen herkommen, wo kann gespart werden!
    @Sandra. Die Bedürfnisse von behinderten Menschen sind sehr unterschiedlich! Von der finanziellen Absicherung, über Arbeitsmöglichkeiten bis hin zu Rehabmaßnahmen bis hin zur Selbstbestimmung im Alltag, sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen riesig! Das macht das Ganze zu so einer großen Herausforderung. Bis dato war es aber leider immer so, dass den wesentlichen Behindertenvertretern in aller Regel das Hemd näher ist als der Rock. Die eigene Erfahrungen und Bedürfnisse bestimmen die Aktivität nach außen! Die vielen anderen Gruppen werden da kaum mitgedacht. Zum Teil derzeit auch verständlich, weil bei den bescheidenen finanziellen Möglichkeiten es derzeit nur möglich ist, manche auf Kosten anderer zu bevorzugen.

  • @Sandra: Muss anomym · 25. September 2010 19:43 Uhr recht geben – auch ich hatte bei Lesen Ihres Forumsbeitrages den Eindruck, dass da etwas Neid durchklingt – menschlich verständlich, doch sollten wir uns nicht auseinanderdividieren lassen. – Auch unter den Betroffenen wird immer wieder von verschiedensten Politikern versucht, Uneinigkeit noch mehr zu schüren – da ja nicht alle Behinderungsarten die gleichen Bedürfnisse haben – und immer weniger Mittel im Behindertenbereich zur Verfügung gestellt werden. Doch sollten zumindest die Protagonisten der Behindertenbewegung Einigkeit gegenüber den verantwortlichen Politikern (nicht nur der SPÖ) demonstrieren. Den Bericht finde ich toll.

  • Bitte keine neiddebate unter uns, das übenimmt sowieso die SPÖ wir sollten gemeinsam dafür kämpfen das alle behindertern personen selbstbestimmt leben kann. toller positiver bericht

  • Es ist schön zu lesen, dass der Urlaub so super und entspannend war für diese Frau! Da sie selbst bestimmen konnte, wer sie betreut, … wann sie PA-Mitarbeiterin Pausen machen kann, … WAS aber ist mit vielen geistig behinderten Menschen, die vielleicht auch mal so einen „Urlaub“ vom Alltag benötigen würden, und dem Alltag der da heißt: laufende Fremdbestimmung durch Pflegepersonal, Essen verabreicht bekommen, wenn das Pflegepersonal findet, dass Zeit zum Essen wäre, ins Bett verfrachtet werden, auch wenn man noch nicht müde ist, aber jetzt IST Schlafenszeit, Gewickelt zu werden, wenn eben vom Personal gerade „errochen“ wird, dass die Hose voll ist, …
    Ach ja- diese Personengruppe hat ja nicht die Möglichkeit selbst zu bestimmen, was sie braucht, also „braucht“ sie auch keinen Urlaub, ebenso wie ein Mensch der NICHT mehr im „Verdienstalter steht- sprich Pensionsalter sich befindet, eh ins Altersheim gehen kann, weil ab diesem Zeitpunkt hat er auch keinen Anspruch mehr auf PA.
    Da ist so viel, was diese Frau noch genießen sollte, denn es könnte sein, dass es einmal nur mehr ein Traum werden wird, der Urlaub mit PA, denn ab einem gewissen Alter ist man davon ausgeschlossen, weil man eh schon „dran“ war!