Skandalöses Gutachten der Pensionsversicherungsanstalt

Arbeiterkammer (AK) erkämpft höheres Pflegegeld für ein minderjähriges Kind

Urteil Gericht aus Österreich
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Eine Familie aus dem Bezirk Braunau bezog für die Betreuung ihres minderjährigen Sohnes Pflegegeld der Stufe 2. Auf Basis eines Gutachtens der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) wurde der fassungslosen Familie das Pflegegeld entzogen.

Die AK klagte gegen den Bescheid, gab ein neues Gutachten in Auftrag und bekam Recht – die Familie erhielt erneut Pflegegeld zugesprochen.

„Dieser Fall zeigt wieder einmal, wie respektlos manche Gutachter mit den von ihnen untersuchten Menschen umgehen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Aus allen Wolken fiel eine Familie aus dem Innviertel, als sie Post von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) bekam. Das Pflegegeld für die Betreuung ihres schwer behinderten minderjährigen Sohnes werde gestrichen, stand sinngemäß in dem Brief. Eine Gutachterin hatte behauptet, dass der Pflegebedarf nur 42 Wochenstunden betrage und somit kaum höher als bei einem gesunden Kind sei.

Verzweifelt rief die Familie die AK an. Diese gab ein neues Gutachten in Auftrag. Und siehe da: Dieses stellte einen Pflegebedarf von mehr als 160 Stunden pro Woche fest – also fast rund um die Uhr. Das Arbeits- und Sozialgericht schenkte dem neuen Gutachten Glauben und sprach der Familie das Pflegegeld wieder zu.

Der Einsatz der AK führte sogar dazu, dass die Pflegegeldstufe von 2 auf 4 erhöht wurde. „Umso ärgerlicher ist es, dass die PVA der Familie auf Basis eines falschen Gutachtens das Pflegegeld gestrichen hatte“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Für die Rechtsexperten/-innen der AK Braunau ist dieser Fall abgeschlossen. An der Sache wird die Arbeiterkammer aber dranbleiben. Denn falsche Gutachten sind keine Seltenheit. Das hat erst kürzlich eine AK-Befragung bestätigt.

Ein Großteil der Untersuchten fühlt sich schlecht behandelt, weil die Ärzte/-innen respektlos und desinteressiert sind und sich kaum mit den gesundheitlichen Problemen der Antragsteller/-innen befassen. Einige wirken auf die Betroffenen massiv einschüchternd, unfreundlich und herablassend, andere ignorieren vorgelegte Befunde. In 80 Prozent der PVA-Verfahren ist die Krankengeschichte der Antragsteller/-innen nicht bekannt.

Das liegt auch daran, dass sich die Gutachter/-innen viel zu wenig Zeit nehmen: Mehr als ein Drittel der Untersuchungen durch Gutachter/-innen der PVA dauern maximal 15 Minuten.

„Jeder Mensch hat einen wertschätzenden Umgang verdient“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert daher, dass Begutachtungen in PVA-Verfahren, aber auch Untersuchungen durch gerichtliche Sachverständige erträglicher und respektvoller gestaltet werden.

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6 Kommentare

  • Ich bitte Sie können etwas tun gegen diese GUTACHTER – PSYCHOTERROR !!!
    Wie viele Patienten haben die
    GESCHÄDIGT?????

  • Ja leider ich kämpfe seit Oktober um eine Pflegestufe,wurde bei Gericht genötigt die Klage zurück zu ziehen ,damit ich wieder neu absuchen kann ,brauche aber jeden Tag das rote Kreuz und heimhilfe,bin am Ende da ich nur eine mindestpension beziehe ,hatte 2hüft op.die leider nicht gut verlaufen sind .

  • Die Ärzte, die diese Gutachten ausstellen, machen zu 90% diesen Job weil sie für andere nicht geeignet sind, wie auch die Chefärzte der Krankenkassen.
    Wie will ein Arzt, der null Ahnung der Krankengeschichte hat, in 5 Minuten über einen kranken Menschen urteilen, dessen Krankheit oft schon über Jahre geht.
    Wenn man Pech hat, geht es einem an so einen Tag mal besser (was ja eigentlich was schönes ist) und man wird gleich als viel gesünder eingestuft als man tatsächlich ist.
    Solche Einstufungen sollten in Zusammenarbeit mit dem behandelden (Haus) Arzt gemacht werden, der die Jahrelange Krankenakte kennt.
    Ich war auch mal bei einer Berufsfähigkeitsuntersuchung, man wird sofern man psychisch völlig gesund ist, jedoch körperlich kaputt, behandelt wie Dreck, wenn man übergewichtig ist, erst recht! Meine Psyche ist zum Glück stabil genug um mich davon nicht abschrecken zu lassen. Ich habe auch das Gutachten bei sämtlichen Ämtern in Frage gestellt, denn wenn mir kein Arzt in den Mund schaut, im Befund jedoch steht dass meine Zähme sanierungsbedürftig sind, wo ich jedoch eine Totalprothese aus Plastik im Mund hab, die völlig intakt ist, zweifel ich schon mal die Kompetenz an, und auch einige andere Punkte waren nicht korrekt. Danach war ich plötzlich laut AMS unvermittelbar….

  • Bin bei Gericht von Psychiaterin Gutachterin und Orthop.Gutachter wie das Letzte behandelt worden.Sowas unmenschiches !!!! War fix und fertig !!!

  • Vielleicht sollte der „Befund“ des Amtsarztes von einem 2.Arzt (Hausarzt, behandelter Arzt, Arzt des Vertrauens, …) geprüft und Ergänzt werden.

  • diese Erfolgsgeschichte sollte man zumindest würde ich mir das wünschen
    auch auf die anderen Bundesländer ausweiten meiner Meinung nach ich beziehe auch
    Pflegegeld stufe 2.Ich glaube auch das es in den anderen Bundesländern ähnliche
    Probleme gibt.