Slamanig: „Für 1,5 Millionen Betroffene bisher nur 4 Anlaufstellen“

Der Österreichische Schwerhörigenbund (ÖSB) hat sich neu organisiert und in nächster Zeit viel vor. Besonders der Mangel an Beratungsstellen soll behoben werden, hofft Mag.a Brigitte Slamanig, Präsidentin des ÖSB, im BIZEPS-INFO Interview.

Brigitte Adelwöhrer und Brigitte Slamanig
ÖSB

Am 21. Oktober 2008 hat sich der ÖSB in seiner Bundeshauptversammlung nach dem Rückzug eines Mitgliedsvereins und zweier Vorstandsmitglieder organisatorisch und personell neu konstituiert, gibt die Organisation bekannt.

Seit diesem Zeitpunkt werden die Geschicke des ÖSB von den Vereinen „Forum besser HÖREN – Schwerhörigenzentrum Kärnten (kurz: FBH-SHZK)“ und vom „VOX-Schwerhörigenverband Österreichs“ gelenkt.

Neues Team

Das neue Führungsduo besteht mit Mag.a Brigitte Slamanig als neuer Präsidentin (Hörgeräteträgerin, Verein FBH-SHZK) und Brigitte Adelwöhrer als 1. Vizepräsidentin (CI-Trägerin, Verein VOX) aus zwei qualifizierten, selbst betroffenen Frauen.

Mangel an Beratungsstellen

„Eines der wichtigsten Anliegen des ÖSB-NEU ist die Verankerung und personelle Aufstockung von geförderten Schwerhörigenberatungsstellen (Technische Assistenzen) in allen Bundesländern als fixer Bestandteil der Behindertenarbeit in Österreich“, erläutert Brigitte Slamanig im BIZEPS-INFO Interview und führt aus: „Es ist bedauerlich, dass es für 1,5 Millionen Betroffene bisher nur 4 Anlaufstellen in ganz Österreich gibt, an die sich hörbeeinträchtigte Menschen wenden können, um eine Beratung in Anspruch nehmen können.“

Auch die derzeitige personelle Ausstattung der bestehenden Beratungsstellen ist noch ungenügend. Es bedarf „mehr fix angestellter MitarbeiterInnen, weil die zahlreichen Anliegen allein mit ehrenamtlichen VereinsfunktionärInnen nicht mehr abgedeckt werden können.“, so Slamanig.

Der Staat könnte Geld sparen

„Wir erwarten uns von der neuen Regierung und dem neuen Sozialminister Hundstorfer ein offenes Ohr und vor allem adäquate Unterstützung beim Aufbau von weiteren Schwerhörigenberatungsstellen in Österreich“, hofft Brigitte Adelwöhrer.

Diese Beratungsstellen rechnen sich auch, erklärt sie und führt an: „Unterstützt die öffentliche Hand unsere Aktivitäten, dann spart sich der Staat langfristig auch viel Geld, das aktuell für die Folgeschäden durch Schwerhörigkeit – Stichwort: Arbeitsplatzverlust und Folgekosten – aufgewendet werden muss.“

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