Smolik: Keine Chance für Jugendliche mit Behinderung – nur 18 haben Lehrstelle in der Stadt Wien

Wiener Stadtwerke bilden überhaupt keine Lehrlinge mit Behinderung aus

Claudia Smolik
GRÜNE

Nur 18 Jugendliche mit Behinderung haben eine Lehrstelle bei der Stadt Wien, das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Stadträtin Frauenberger hervor. „Eine erschreckend niedrige Zahl“, so die Behindertensprecherin der Grünen Wien, Claudia Smolik.

Die Wiener Stadtwerke etwa bilden überhaupt keine Jugendlichen mit Behinderung aus. Insgesamt werden somit nur 2,5 Prozent der 732 Lehrstellen integrativ vergeben. Wird dies in Relation zu den Anforderungen des Bundesgleichstellungsgesetzes gestellt, müssten 4% erreicht werden. Smolik zeigt sich besorgt, denn „die derzeitige Lehrstellensituation am Arbeitsmarkt ist alles andere als rosig.

Gerade jetzt ist die Stadtpolitik gefordert, eine gesellschaftliche Vorreiterrolle einzunehmen. Bei der Besetzung der neuen Lehrstellen im Herbst erwarte ich mir ein deutliches Signal der Wiener Stadtpolitik, dass Integration von Menschen mit Behinderung nicht nur ein Schlagwort ist.“

Unternehmen ab einer Größe von fünfundzwanzig MitarbeiterInnen sind zur Einstellung einer Person mit Behinderung angehalten. „Was für die Privatwirtschaft Pflicht ist, sollte für den öffentlichen Bereich eigentlich eine Kür darstellen. Nämlich Menschen mit Behinderung eine Teilhabe am Arbeitsmarkt und die damit einhergehende gesellschaftliche Integration zu ermöglichen,“ so Smolik.

Umso mehr verwundert es, dass Unternehmen im Eigentum der Stadt Wien keine Lehrlinge mit besonderen Bedürfnissen ausbilden. Die Wiener Stadtwerke, mit den Bereichen Wien Energie, Wiener Linien, Bestattung Wien und vielen anderen haben etwa keinen integrativen Lehrling in Ausbildung.

„Es gibt keinen nur irgendwie plausiblen Grund, in einer derart großen und vielfältigen Unternehmung wie es die Stadtwerke Wien Holding darstellen, keine Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Behinderung anbieten zu können“, so Smolik. Die Grünen Wien fordern eine Verdoppelung der Lehrstellen für Jugendliche mit Behinderungen bei der Stadt Wien und ihren Unternehmungen.

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0 Kommentare

  • Meiner Meinung nach sollte die „Freikaufsumme“ einen Kollektivvertragslohn betragen. Und dass gerade die Unternehmen der Stadt Wien ihre Quote nicht erfüllen, ist eine Schande. Was gibt das für ein Bild ab unserer Stadt?