So wird das Hitler-Geburtshaus nach dem Umbau aussehen

Am 2. Juni 2020 präsentierte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) die Pläne zur Umgestaltung des Hitler-Geburtshauses in Braunau. Der Ort soll "neutralisiert" werden.

Nehammer präsentiert Entwürfe zum Umbau des Hitler-Geburtshauses
BMI/Jürgen Makowecz

„Das Vorarlberger Architektenbüro Marte.Marte wird die Umgestaltung des Hitler-Geburtshauses in Braunau vornehmen“, berichtet der ORF über die Gewinner des vom Innenministerium im Jahr 2019 ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs. (Siehe ausführlichen Bericht samt Bildern)

Fertig gestellt soll der 5 Millionen Euro teure Umbau bis Ende 2022 sein. „Ich freue mich daher, Ihnen heute dieses Ergebnis präsentieren zu können“, hielt der Innenminister bei der Präsentation der Entwürfe fest. 

Laut Nehammer und dem zuständigen Sektionschef, Hermann Feiner, soll das Gebäude völlig „neutralisiert“ und der Gedenkstein entfernt werden.

Völlige Neutralisierung ist umstritten

Was mit dem Gedenkstein in Zukunft passieren soll, ist noch nicht sicher. Die Neutralisierung ist umstritten, ist dem ORF-Bericht zu entnehmen. Es gibt aber auch den Vorschlag, statt einer Polizeistation eine Polizei-Bildungsstätte zu errichten.

Das Mauthausen Komitee Österreich sieht im geplanten Umbau „Verdrängung statt Auseinandersetzung“ und fände das Projekt ‚Haus der Verantwortung‘ des Wissenschafters Andreas Maislinger besser. Manche WissenschaftlerInnen glauben nicht, dass die Neutralisierung funktioniert. 

Der Weg zur Entscheidung

Mahnstein Für Frieden Freiheit und Demokratie nie wieder Faschismus Millionen Tote mahnenm vor dem Geburtshaus von Adolf Hitler
Bürgerhaus, Mahnstein gegen Krieg und Faschismus von Anton-kurt / CC BY-SA 3.0 AT

Das Hitler Geburtshaus in Braunau/Oberösterreich war seit Jahren Thema in den Medien. Seit 1972 war das Haus an das Innenministerium vermietet.

Ein jahrelanger Streit zwischen der Republik Österreich und der Eigentümerin wurde mit aller juristischer Vehemenz geführt. 2016 beschloss der Nationalrat die Enteignung des Hauses, um einen Gedenkplatz für Neonazis zu verhindern.

Der Rechtsstreit wurde 2019 durch ein Urteil des Obersten Gerichtshof beendet. Das Haus gehört nun der Republik.

2016 wurde ein „Abschlussbericht – Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers“ veröffentlicht. Er ging der Frage nach, was mit dem Hitler-Geburtshaus in Zukunft passieren soll

Erwogen wurde u.a. die Übernahme als Verwaltungseinheit, aber auch die Zurverfügungstellung für eine Sozialhilfe-Organisation (wie beispielsweise die Lebenshilfe), die das Haus viele Jahre genutzt hatte.

Eine Übernahme durch die Lebenshilfe wurde vom ehemaligen oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer favorisiert: „Wir werden dann der Lebenshilfe anbieten, dort ein Behindertenhaus zu führen.“ Dieser Plan stieß aber auf Kritik.

Im November 2019 teilte das Innenministerium mit, dass das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau in Hitlers Geburtshaus unterkommen sollen. Ein Architektenwettbewerb wurde gestartet und im Juni 2020 das Siegerprojekt veröffentlicht, welches bis Ende 2022 umgesetzt werden soll.

Update 4. Juli 2020: Kundgebung für den Verbleib des Mahnsteins vor dem Hitlerhaus

Update 9. Juli 2020: Stadt Braunau lässt Gedenkstein unverändert

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2 Kommentare

  • „Haus der Verantwortung“ würde gut zu einer Bildungsstätte für Polizei-Personal passen. Die sollen eh die Menschenrechte in ihrer Arbeit wahren und überhaupt das Recht aufrecht erhalten (lassen). Somit würde der Sinn nicht völlig verloren gehen – mit oder ohne Gedenktafel. Ich würde sie nicht entfernen!

  • Für das erwähnte Projekt Haus der Verantwortung vom Februar 2000 nimmt die Zustimmung ständig zu. Wir veröffentlichen daher auch weiter täglich eine Unterstützungserklärung auf http://www.facebook.com/houseofresponsibilitybraunau