Soll so die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Salzburg aussehen?

Verwunderung in Salzburg: Das St.-Vinzenz-Heim in Schernberg soll um 19 Millionen (!) Euro umgebaut werden.

Tafel mit dem Aufdruck Salzburg
BilderBox.com

Dies verwundert umso mehr, da sich doch kürzlich die neue Salzburger Landesregierung zur „schrittweisen Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen auf Landesebene“ (S. 35) bekannt hat.

Gleichzeitig gibt es in Salzburg keine Persönliche Assistenz. Was das nun mit der Umsetzung der UN-Konvention zu tun hat, ist nicht nachvollziehbar.

Ausbau statt Auflösung?

Während Skandinavien De-Institutionalisierungs-Beauftragte einsetzt und bereits seit 1991 (!) per Gesetz alle Heime auflöst, leistet sich Salzburg 2013 eine ganz eigene Interpretation von Selbstbestimmung und Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen.

Laut Aussendung der Salzburger Landeskorrespondenz gibt es im St.-Vinzenz-Heim „170 Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen“. Was sind deren „besonderen Bedürfnisse“, die nicht auch außerhalb von Heimen erfüllt werden könnten? Der Genuss von Menschenrechten? Ein selbstbestimmtes Leben mit Persönlicher Assistenz? Die selbstverständliche Teilhabe an der Gesellschaft?

Also große Überraschung, widerspricht doch das geplante Projekt dem angekündigten politischen „Neustart in Salzburg„, dem Arbeitsübereinkommen der Salzburger Volkspartei, der Grünen und des Teams Stronach. Zu hoffen ist, dass dieser Beitrag viele EntscheidungsträgerInnen zum Nachdenken anregt.

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0 Kommentare

  • Nur zur Info:
    Wenn ihr Huainigg bei seinem Vorzugsstimmenwahlkampf unterstützen wollt MÜSST ihr auch die ÖVP wählen. sonst ist nämlich beides ungültig.

    Ich persönlich werde es sicher nicht tun.

  • Ach ja, entschuldigt, natürlich sollte man die Grünen auch danach befragen, ob sie auch schon so machtanfällig sind.

  • Das ist die Beweiswürdigung der Wahlversprechen der Christlich sozialen! Das solltet Ihr Euch sehr gut in Erinnerung behalten, wenn Ihr am 29.9.2013 zur Wahlurne schreitet, denn für diese Partei sind wir sichtlich das, was hier erneut bewiesen wird, nämlich ohnehin nichts und von daher sind auch unsere Bedürfnisse nicht berücksichtigungswürdig und auch dann nicht, wenn es anders angekündigt war. So ein Wahlversprecherl ist schnell gebrochen, denn wichtig ist der Wähler ohnehin nur an einem einzigen Tag, nämlich am Wahltag. Der Rest wird dann hinter verschlossenen Türen nach Belieben ausverhandelt nach Belieieieieieieiebeeeeeeeeeeeen. Danke für diese Publikation in der Wahlkampfeszeit, so soll es sein.

  • auch ich bin wütend und empört!
    Und es würde mich auch die Haltung der Grünen dazu interessieren.

  • Exklusions- und Segregations- MAUERN ÜBERALL und immer wieder neu! Wie lange noch lassen wir die Länder ungeahndet dem Regime der Menschenrechtsdelinquenz und der Veruntreuung von Steuermitteln durch Massenraub von Menschenwürde und Freiheitsrechten frönen?

  • KONVENTIONSVERBRECHER AM WERK IN DER SALZBURGER LANDESREGIERUNG !

    Ja man möchte es wahrlich nicht für möglich halten : das größte Behinderten – KZ im Lande Salzburg und möglicherweise sogar mittlerweile das größte in ganz Österreich soll völlig neu errichtet werden neben dem bestehenden Altbau in Schernberg oberhalb Schwarzsch im Pongau ! Damit weiterhin aus dem gesamten Lande per Schutzhaftbefehl bis zu 175 meist völlig wehrlose Mitmenschen am geeigneten Kommassierungspunkt abholbereit gestellt werden können , wenn dann wieder die schwarzverhängten Autobusse kommen, die nach “ Hartheim “ fahren . Bitte nachlesen in http://www.bidok. Schwachsinn in Salzburg, da wird anschaulich geschildert, was sich damals abgespielt hat 1941 !

    Da hat der liebe Inghwio wirklich Recht : SCHWACHSINN HAT IN SALZBURG ABSOLUTE TRADITION & METHODE ! Und angeblich haben sich sogar 40 Archtitekturbüros europaweit beworben um den Planungsauftrag : das nenne ich eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“ ! Das finanziell massiv angeschlagene Land Salzburg leistet sich vor den Augen aller Welt einen direkten,frontalen Bruch der BRK – Behindertenrechtskonvention der UNO,der EU – Richtlinien zur Deinstitutionalisierung und auch des NAP Nationaler Aktionsplan sowie Verfassungsbruch gegen Art. 7 B – VG ! Und das mit einem angeblich grünen Landesrat für Soziales .

    Da kann ich nur mehr vorschlagen : sofort diese ganze Landesregierung in SCHERNBERG konfinieren & internieren und eine Handvoll Schernbergler soll die Geschäfte der Landesregierung im Chiemseehof übernehmen, unterstützt von der “ Knackpunkt “ – Truppe ! Oder haben wir das alles nur geträumt in einer überhitzten Sommernacht – ist das etwa alles nur eine Nachwirkung der Sahara – Hitze der vergangenen Tage ???
    Die Steiermark löst SCHWANBERG auf und Salzburg errichtet das KZ SCHERNBERG komplett neu um 20 Millionen Euro : das muß nun auch den Bund alarmieren !

  • „Löst die Heime auf“ ist eine Forderung spätestens seit den 70er-Jahren des 20. Jhd. Unglaublich, wie da die Politik sich weigert zu steuern. Inzwischen schreibt schon die EU im Detail über die die Auflösung von Anstalten – De-Institutionalisierung – siehe. http://deinstitutionalisationguide.eu/
    Wenn die neue Salzburger Landesregierung mit den Grünen den Ausbau eines Großheimes durchwinken sollte/ oder schon durchgewinkt hat, soll niemand argumentieren, dass das eine Altlast war. Es ist die Fortsetzung der Politik der Segregation und Verletzung von Menschenrechten, jetzt halt mit Duldung der Grünen…. Gibt es eine Stellungnahme der Grünen?

  • 19 Millionen € für ein Behindertenheim konservativster Prägung, das ist in Zahlen gegossene Aussonderungspolitik. De-Institutionalisierung, also den schrittweisen Abbau von Großeinrichtungen und den konsequenten Aufbau gemeinwesenorietierter Unterstützuungsmodelle, ist in Österreich ein Fremdwort. Landauf, landab gibt es riesige Behindertenheime: Es wird angenommen, dass ca. 2000 Menschen mit Behinderungen in Österreich in Einrichtungen mit über 100 BewohnerInnen leben. Aber das stört niemanden, weder die Bevölkerung, noch die Politik. Auch die MIssbrauchsdebatte der vergangenen Jahre hat auf die Behindertenhilfe bislang keine Auswirkung gehabt. Im Gegenteil, wie man sieht, wird weiterhin massiv in Großeinrichtungen investiert. Kann das damit zusammenhängen, dass die meisten großen Heime von kirchlichen Trägern geführt werden?

    Petra Flieger.

    empört und fassungslos