49. Woche 2025 – Bushaltestelle in Kuala Lumpur mit taktiler Türfindung
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …
KAÖ-Vizepräsident Thomas Immervoll (KAÖ) warnt zum Tag der Menschen mit Behinderungen vor den Folgen aussondernder Pädagogik für die Betroffenen und die Gesellschaft.
1993 haben die Vereinten Nationen den 3. Dezember als Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen ausgerufen. Er soll einen Beitrag dazu leisten, weltweit Bewusstsein und Sensibilisierung für Probleme und Anliegen von Menschen mit Behinderungen zu schaffen.
„Dieser Tag erinnert uns daran, dass jeder Mensch Recht auf Teilhabe und ein Leben in Würde hat. Vieles haben wir erreicht, aber der Weg ist noch weit“, gibt Thomas Immervoll, Vizepräsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) zu bedenken.
In Zeiten von Sparmaßnahmen geraten Errungenschaften im Bereich der Inklusion zunehmend unter Druck. Eine eklatante Fehlentwicklung sieht Immervoll, der hauptberuflich an der University of Applied Science (Hochschule für Angewandte Wissenschaften) St. Pölten/Department Soziales tätig ist, im aktuellen Comeback von Sonderschulen in Oberösterreich. Dieser Schritt wird mit einem Wunsch von Eltern begründet, ihr Kinder nicht in der Regelschule unterrichten zu lassen.
„Wenn qualitätsvolle Inklusion an Schulen noch nicht ausreichend etabliert ist, darf das nicht zu weiteren Kürzungen in einem ohnehin schon unterfinanzierten Bereich führen. Sonderschulen sind ein bildungspolitischer Rückschritt, weil sie – wie ihr Name schon sagt – Kinder und Jugendliche aussondert, statt gesellschaftlich inkludiert. Statt Sonderschulen zu bauen, sollten die finanziellen Mittel in den Ausbau von Stunden für den inklusiven Unterricht gesteckt werden“, fordert Immervoll.
Durch Streichung von Förderprogrammen laufe unsere Gesellschaft Gefahr, Menschen mit Behinderungen wieder vermehrt an den Rand zu drücken, statt ihnen die volle Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu ermöglichen, warnt die Katholische Aktion.
„Wir fordern die volle Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Menschen mit Behinderungen sollen in der Mitte der Gesellschaft stehen, nicht abseits. Das gilt für die Schule ebenso wie für das Arbeitsleben und das kirchliche Zusammenleben“, betont Thomas Immervoll.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …
Germain Weber ,
03.12.2025, 12:43Die Warnung in Zusammenhang mit den bevorstehenden öffentlichen Investitionen in neue Sonderschulen, hier von Thomas Immervoll, ausgesprochen, findet meine volle Zustimmung.
Das Land Oberösterreich ist hier auf dem Weg Steuermittel für die Errichtung menschenrechtswidriger Sonderschulen auszugeben. Wer wird wohl für solche Entscheidungen zu haften haben?
Robert Müller ,
03.12.2025, 12:28Mit Schwarz-Blau wurde „LEISTUNG“ als zentrales Paradigma postuliert. Auch schon davor gab es die mächtige Gruppe der Lehrergewerkschaft, die besonders daran interessiert sind, dass es ein Ort gibt der die im Regelschulsystem „Ausgesiebte“ auffängt – die Sonderschule!
Besonders zynisch das Argument einer sogenannten „Wahlfreiheit“ – die es für betroffene Eltern in Wirklichkeit meistens gar nicht gibt, weil das Schulsystem in den letzen 10 Jahre kaputt gespart wurde.
Politiker*innen versuchen uns mit Schuldzuweisungen „die Anderen im föderalen System seien Schuld!“ abzuspeisen.