Sonderschulen werden auch zukünftig benötigt werden

LR Schwarz: Für schwere Betreuungsfälle und bestimmte Formen der Behinderung unumgänglich

Ortschild mit Aufdruck Niederösterreich
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Der Nationale Aktionsplan (NAP) Behinderung des Sozialministeriums hat die fast vollständige Abschaffung der Sonderschulen in Österreich zum Ziel.

Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz hält die gänzliche Abschaffung dieses Schultyps für nicht realistisch: „Wir ermöglichen allen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Schulbesuch, entweder integrativ in einer Pflichtschule oder in einer Sonderschule bzw. einer Sonderschulklasse mit fachlich entsprechendem Förderschwerpunkt. Bereits mehr als 52 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit SPF-Bescheid in Niederösterreich werden dabei integrativ unterrichtet. Niederösterreich ist bereits mit vielen guten Beispielen auf dem Weg zur inklusiven Schule. Wobei diese Projekte immer einer guten Abstimmung mit den Schulerhaltern bedürfen. Trotzdem sage ich auch klar, wir gehen diesen Weg gezielt, dort wo es im Sinne der Kinder und aus Sicht der Eltern die richtige Entscheidung ist.“

Die Wahlmöglichkeit für Eltern und betroffene Kinder hält Schwarz dabei für besonders wichtig: „Wir befinden uns momentan in einem Prozess, bei dem die traditionellen und alleinstehenden Sonderschulmodelle auslaufen. So hatten wir im letzten Schuljahr erstmals mehr Schülerinnen und Schüler in der Integration als in Sonderschulen. Langfristig sind im Bereich der integrativen Betreuung bis zu 80 Prozent realistisch, für schwere Betreuungsfälle und bestimmte Formen der Behinderung werden wir auch in Zukunft die Förderung an Sonderschulen benötigen. Ich warne davor, hier übereifrig zu gestalten und alle betroffenen Kinder über einen Kamm zu scheren. Genau hier im Bereich der Sonderpädagogik wird auch in Zukunft ein differenziertes Schulsystem wichtig und notwendig sein.“

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4 Kommentare

  • Das sehe ich genau so wie Franz Schöffmann! Im Falle sehbeeinträchtigter Menschen ist es sehr sinnvoll, durch zeitweilige Diferenzierung eine vollständige Inklusion zu erreichen! Hier wird auf äußerst ademokratische Weise die Moralkeule geschwungen und über unsere Köpfe hinweg entschieden, was in krassem Widerspruch zum Motto der Partizipation steht, nämlich „nichts für uns ohne uns“. Anstatt also ehrlich zu diskutieren, wird hier die dunkle Seite der Macht u.Ä. vermutet – bis weilen wähnt man sich in einer echten Demokratur! Ich bin nur froh, dass es auch noch jene Menschen gibt, die an der Wahlfreiheit im Bildungswesen auch zukünftig festhalten wollen! So leistet das Blindeninstitut hervorragende Arbeit, die von obeflächlich agierenden Ideologen pauschal als nicht mehr zeitgemäß abgekanzelt wird, ohne dass diese selbst eine echte Alternative böten(inklusive Detailkonzept!!)

  • Ich verstehe nicht, warum aus dem nichts heraus momentan, besonders von der dunklen Seite der Macht, gegen Inklusion, am Beispiel der Sonderschule, Stimmung gemacht wird?
    Der Dachverband der Elternvereine der Steiermark bringt eine Unterschriftenaktion im Parlament: über 24.000 Stimmen aus einem Land mit grade einmal 700 Kindern in Sonderschulen (ca. 3300 Kinder mit SPF). Welches Interesse steht dahinter, dass besonders Gymnasiallehrer (ÖPU) als Befürworter von Sonderschulen auftreten? Hier wird auf dem Rücken der Schüler_innen mit SPF ein schmutziges politisches Spiel gespielt.

    • Aus dem Nichts kommt diese Aktion nicht. Es ist eine Reaktion auf aktuelle Bestrebungen, Modellregionen zu installieren, in denen es keine Sonderschulen mehr gibt. Offensichtlich empfindet eine nicht geringe Anzahl von Menschen diese Bestrebungen als kontraproduktiv. Über die Gründe dafür könnte man in eine offene Diskussion einsteigen, ohne von einer obstrusen Macht zu reden.
      Viele der Unterzeichner, die ich kenne, haben kein politisches Spiel (und schon gar kein schmutziges) im Sinn, sondern sind (oft aus persönlicher Erfahrung) der Meinung, dass eine komplette Abschaffung aller Sonderschulen für etliche Betroffene sehr negative Auswirkungen haben würde – vor allem bei den derzeitigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen. Es wird auch nicht Stimmung gegen Inklusion an sich gemacht, sondern man möchte eine Wahlmöglichkeit erhalten, die von übereifrigen Inklusionsverfechtern gerne allen Betroffenen verwehrt würde.

    • Sehe das als Betroffener auch so. Allgemeine Sonderschulen und Spezialschulen (für blinde