Sozialministerium veröffentlicht Studie zu Gewalt an Menschen mit Behinderungen

Die Studie „Erfahrungen und Prävention von Gewalt an Menschen mit Behinderungen“ geht diese Woche online. Das Sozialministerium als Auftraggeber setzt damit ein wichtiges Zeichen zum Tag der Menschenrechte.

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„Dass Menschen mit Behinderungen von Gewalt betroffen sind, ist kein Geheimnis mehr. Gerne werden auch Einzelschicksale in Medien thematisiert und Emotionen geschürt, wobei Empörung, Verharmlosungen und Lippenbekenntnisse, dass sich etwas ändern müsse, sich die Waage halten. So groß die akute Empörung, so gering die Nachhaltigkeit“, führt Elisabeth Löffler (Expertin zum Thema Gewalt an Menschen mit Behinderung bei BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben und Mitglied der Begleitgruppe zur Studie) aus.

Warum ist diese Studie so wertvoll? 

Elisabeth Löffler
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„Das Wertvolle der Studie ist wohl, dass sie einen Ist-Zustand festhält, Erfahrungen auch aus Sicht von Betroffenen thematisiert und vor allem der Prävention Raum lässt“, erläutert die BIZEPS – Expertin zur Studie „Erfahrungen und Prävention von Gewalt an Menschen mit Behinderungen“.

„Es liegen endlich aktuelle Daten zur Situation von Menschen mit Behinderung in Österreich vor, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sein werden und auf die wir uns beziehen können und müssen. Damit wir nicht mehr sagen können, wir haben von nichts gewusst“, so Elisabeth Löffler.

Sie zeigt sich erfreut, dass das Sozialministerium der Anregung von BIZEPS, die Studie rund um den Tag der Menschenrechte zu veröffentlichen, nachkommt.

Details zur Studie

„Die empirische Studie strebt erstmals österreichweit eine repräsentative Erfassung von unterschiedlichen Gewalterfahrungen von Menschen mit Behinderungen an“, hielt die wissenschaftliche Projektleiterin, Hemma Mayrhofer, vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) vor dem Projektstart fest.

Doch zuerst wurde ein zu kleines Forschungsprojekt ausgeschrieben, was zu Kritik der damaligen Wissenschaftssprecherin der Grünen, Sigrid Maurer, führte.

Der neu ausgeschriebene und deutlich erweiterte Auftrag des Sozialministeriums ging an ein Konsortium unter der Führung des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS), der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, queraum. kultur- und sozialforschung, HAZISSA.

Mehr als zwei Jahre beanspruchte der höchst aufwändige Forschungsprozess, der vor dem Sommer 2019 abgeschlossen wurde.

Studie geht in dieser Woche online

Der mit rund 750 Seiten umfangreiche Forschungsbericht liegt nun vor. Das Sozialministerium sagte BIZEPS am 9. Dezember 2019 zu, die gesamte Studie noch diese Woche auf die Homepage des Ministeriums zum Download bereitzustellen.

„Wir danken Sozialministerin Brigitte Zarfl für dieses wichtige Zeichen anlässlich des Tages der Menschenrechte“, hält BIZEPS – Obmann Martin Ladstätter abschließend fest.

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Ein Kommentar

  • Endlich! Der Wunsch nach einer Studie wurde endlich erfüllt! Diese ist gerade für die Dringlichkeit, zum Thema Präventiv Angebote zu setzen, sehr sehr wichtig!