Spanien: Behinderten-Sportler waren nicht behindert

Nach Aussagen eines Teilnehmers an den Paralympics 2000 in Sydney wurden mindestens fünf der insgesamt 107 Medaillen des spanischen Behinderten-Sportverbandes (FEDDI) von nicht behinderten Sportlern gewonnen.

Flagge Spanien
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Der Journalist Carlos Ribagorda machte den Skandal in Madrid öffentlich, berichtet der Standard. Ribagorda gewann mit dem Basketball-Team in Sydney die Goldmedaille: „Ich bin nicht behindert, aber der Verband hat mich als behindert akzeptiert.“ Insgesamt sollen 15 Sportler zu Unrecht Medaillen gewonnen haben, neben dem fast kompletten Basketballteam werden auch Schwimmer, Tischtennisspieler und Leichtathleten schwer beschuldigt.

Nach Bekanntwerden des Skandals in Spaniens sehr populärem Behindertensport kündigten der Verband und das Nationale Paralympische Komitee Spaniens (CPE) umgehende Untersuchungen an, auch juristische Schritte sind nicht ausgeschlossen.

Ribagorda, der die Goldene zurückgegeben hat, und andere Mitglieder des spanischen Teams hatten ihre „Behinderungen“ offenbar erfolgreich simuliert. Ernst zu nehmende Tests seitens CPE hatte es nicht gegeben.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte in der Vergangenheit wiederholt mit diesem Problem zu kämpfen. Ribagorda: „Ziel war es, Medaillen zu gewinnen, um mehr Subventionen zu erhalten.“

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