Spanien: Erste Abgeordnete mit Down-Syndrom

"Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen", sagte die 30-jährige Frau mit Lernschwierigkeiten (Down-Syndrom) bei der Angelobung im Rathaus von Valladolid.

Ángela Covadonga Bachiller Guerra
El Norte de Castilla

Ángela Covadonga Bachiller Guerra nahm am 29. Juli 2013 in der spanischen Stadt Valladolid ein politischen Amt als „Stadträtin“ (dürfte der Funktion einer Abgeordneten in Österreich entsprechen) an.

„Die 30-Jährige, die in ihrer Freizeit Englisch lernt und begeistert Klavier spielt, kämpft unentwegt für Gleichberechtigung“, berichtete der Standard über die Politikerin der spanischen Volkspartei, Partido Popular.

Die Partido Popular erhielt bei der Wahl im Jahr 2011 insgesamt 17 Abgeordnetensitze. Da Ángela Bachiller nur den 18. Listenplatz hatte, schaffte sie damals den Einzug ins Rathaus leider nicht. Ein Parteikollege von ihr musste kürzlich nach einem Korruptionsverfahren zurücktreten und so rückte sie nach und erhielt nun ein Abgeordnetenmandat. Bachiller möchte eine ehrliche Politikerin sein, gab sie bekannt.

Sie sei sehr aufgeregt und überrascht, dass ihre Wahl so ein großes Medieninteresse verursacht habe, verriet sie „La Vanguardia“ und ergänzte: „Es war ein besonderer Moment in meinem Leben.“ Bisher arbeitete sie für die Verwaltung der Stadt.

Sie habe – im Gegensatz zu vielen anderen behinderten Menschen in ihrer Situation – immer gewählt und möchte das Wahlrechte geändert wissen, weil in Spanien rund 80.000 behinderte Menschen vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen sind, was sowohl die EU als auch die UNO wiederholt kritisiert hat.

Auf die Frage, ob mehr behinderte Menschen in der Politik arbeiten sollten, antwortete die Frau mit Down-Syndrom: „Ja, aber ich muss zugeben, dass sich nicht jeder traut, uns auf eine Wahlliste aufzunehmen.“

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