SPÖ fordert barrierefreien Tourismus

Die SPÖ hat heute Forderungen für einen barrierefreien Tourismus präsentiert.

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Besonders wichtig wäre aus der Sicht der SPÖ eine zentrale Anlaufstelle, die über barrierefreie Angebote informiert. Eine weitere wesentliche Funktion dieser Anlaufstelle soll die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Freizeit- und Tourismuswirtschaft, Reiseveranstaltern, Verkehrsunternehmen und Hoteliers sein, wie SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp und SPÖ-Tourismus- und Freizeitwirtschaftssprecher Dietmar Hoscher betonten. Vorbild dafür ist Deutschland, wo es eine so genannte Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle (kurz NatKo) seit 1999 gibt. Auch in Österreich gibt es ein Projekt wie in Deutschland, das sich allerdings noch im Vorstadium befindet. Unter www.ibft.tk arbeitet das Österreichische Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte (ÖHTB) an einer Homepage, die nach Fertigstellung ein zentrales stets aktualisiertes Archiv darstellen wird, wo man sich über barrierefreie österreichische Tourismusbetriebe umfassend informieren kann. Die Homepage des ÖHTB sei zwar ein guter Anfang, aber das könne nicht alles sein, betonte Lapp. Die SPÖ fordert daher, dass das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft seine Bemühungen verstärkt und Anreize (vor allem finanzieller Art) setzt, um auch bei uns eine zentrale Anlaufstelle nach deutschem Vorbild zu etablieren. Grundlage eines Projektes, das zur Förderung und zum Aufbau einer zentralen Anlaufstelle nach deutschem Vorbild dient, soll allerdings ein Masterplan sein, der auf der 2003 erfolgten Untersuchung für „Qualitätskriterien im Tourismus für behinderte und ältere Menschen“ des Sozialministeriums aufbaut, fordert Hoscher. Das Wirtschaftsministerium sollte das konkrete Marktpotenzial für die heimische Freizeit- und Tourismuswirtschaft erheben, um darauf aufbauend mit Experten einen operationalisierbaren Masterplan für diesen Bereich erarbeiten zu können, der über die wertvolle Grundsatzarbeit der erwähnten Studie hinausreicht. „Staatspreise für Tourismus sind wichtig, dürfen aber nicht End-, sondern müssen Ausgangspunkt sein“, betonte Hoscher. Einheitliche Standards notwendig
Oft sei es so, dass Hotels in ihre Prospekte „behindertengerecht“ hineinschreiben, aber nicht näher ausführen, was damit konkret gemeint ist, sprach SPÖ-Behindertensprecherin Lapp einen Problembereich an. Es sei daher notwenig, dass es einheitliche Standards mit einer leicht verständlichen und einprägsamen Legende gibt, die über alle einzelnen barrierefreien Einrichtungen in Hotels, Pensionen und Urlaubsorten informiert. Barrieren, die immer wieder auftauchen, seien, dass etwa die Rezeptionen in Hotels für Rollstuhlfahrer zu hoch sind oder Eingänge unzureichend beschildert sind, wodurch die Orientierungsmöglichkeit erschwert wird. Selbstbestimmtes Freizeitverhalten ermöglichen
Eingebunden in all die genannten Bemühungen müsste auch die Österreich Werbung (ÖW) werden, forderte Hoscher. Über speziell durch die ÖW beworbene Reiseführer ließe sich einiges erreichen. Hierfür wäre der ÖW vom Bund allerdings ein Sonderbudget von vorläufig einer Mio. Euro zur Verfügung zu stellen, so Hoscher. Wichtig sei allerdings, dass eine Umsetzung des Konzeptes „barrierefreier Tourismus“ die gesamte freizeit- und tourismuswirtschaftliche Wertschöpfungskette umfasst. Dies beginne bei den entsprechenden Zugangsmöglichkeiten zu Reiseininformationen und reiche über die Reisemöglichkeiten selbst bis zum Freizeitangebot vor Ort. Das Ziel soll letztendlich darin liegen, dem Urlaubsgast ein selbst bestimmtes, barrierefreies Freizeitverhalten in Österreich zu ermöglichen, unterstrich Hoscher. Damit würden sich zusätzliche ökonomische Effekte erzielen lassen.

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0 Kommentare

  • Ich stimme voll überein, dass Barrierefreiheit auch vielen anderen nützen kann. Allerdings würde ich den Freizeitbereich überhaupt nicht ausschließen. Wenn es Linienbusse mit Rampe gibt, kann es sehr wohl auch Ausflugsbusse mit Rampe geben. Und auch viele Kreuzfahrtschiffe sind behindertengerecht. Vieles wäre mit ein bisschen gutem Willen auch für unsportliche 0815-Rollstuhlfahrer zugänglich.

  • Barrierefrei muss ja nicht rollstuhlgerecht heißen, und kann auch Älteren, Jungeltern mit Kinderwägen und Blinden nutzen. Im Freizeitbereich wirds mit der Selbstbestimmtheit aber aus sein: Seilbahnen, Berghütten, Ausflugsbusse, Schiffe usw. sind halt eher was für die Fitten.