Staatenprüfung Österreich: UN-Komitee fordert radikalen Paradigmenwechsel!

Mit dem heutigen Tag ist die Staatenprüfung Österreichs zur UN-Behindertenrechtskonvention in Genf beendet.

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Soviel gleich vorweg: Die Liste der Empfehlungen für die verpflichtend umzusetzenden Änderungen wird lang sein!

Auffallend war, dass das Komitee großes Interesse an der österreichischen Situation hatte und zahlreiche differenzierte Fragen stellte. Zentrale Themen waren Frauen, Bildung und Sachwalterschaft. Mitglieder des UN-Komitees äußerten generell großes Unverständnis, dass in Österreich noch immer mehr Gelder in die Aufrechterhaltung institutioneller Systeme fließen als in gemeindenahe Lebensstrukturen.

Hinsichtlich des Bildungssystems wurde darauf hingewiesen, dass sich – so übrigens auch durch zahlreiche europäische Studien belegt – kein Land ein zweigleisiges Bildungssystem leisten kann, wie es in Österreich durch die Aufrechterhaltung des Sonderschulsystems neben dem Regelschulwesen passiert. Ein Komiteemitglied merkte an, dass in Österreich mehr Menschen mit Behinderungen in geschützten Werkstätten tätig sind als in der Arbeitswelt. Auch bei der Sachwalterschaft wurde ein radikaler Paradigmenwechsel gefordert.

Dr. Klaus Voget, Präsident der ÖAR und des ÖZIV, verfolgte die Prüfung in Genf gespannt im Internet mit: „Spätestens seit heute Mittag ist klar: Die Ergebnisse aus Genf dürfen nicht in der Schublade verschwinden. Sie müssen oberste Priorität in der Politik für Menschen mit Behinderungen in Österreich haben und zügig und rasch umgesetzt werden!“

Besonderen Dank sprach Voget auch den VertreterInnen der Zivilgesellschaft vor Ort aus: „Sie haben alle großartige Arbeit geleistet!“

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0 Kommentare

  • Ich bin schon beruhigt, dass unser Multipräsident (ÖAR + ÖZIV) sich die Zeit genommen hat, und die Prüfung in Genf via Internet verfolgt hat. Das war es dann wahrscheinlich auch schon von dieser Seite.
    Unsere Politiker – egal von welcher Farbe – werden es ihm nachmachen und sich entsetzt zurücklehnen, und jeweils alle anderen beschuldigen, dafür verantwortlich zu sein. Die Journaille wird mit neuen Ankündigungen zufrieden gestellt und schon ist die ganze Aufregung vergessen. Schade.
    Dass all das so offensichtlich vor aller Augen gelegen hat, ohne zu Maßnahmen zu führen, kann vielleicht an der falschen Besetzung der zuständigen Stellen liegen. Wer zufriedengestellt ist (üppige Bezahlung, sichere Pension usw.)
    wird sich doch nicht selbst schaden, indem er (oder sie) sich gegen den momentanen Trend stellt und gegen die „starken“ mobilisiert. Da geht es doch leichter, sich mit dem „Erreichten“ (auch wenn es nur angekündigt war) zufrieden zu geben und die braven „Macher“ zu loben. Die armen Betroffenen haben ohnehin soviel Probleme, dass all das angekündigte schnell vergessen ist. In die Enge gedrängt kann man sich ja auf die bösen „Anderen“ ausreden.