Schild mit der Aufschrfit: Achtung Dachlawinen

Stadt Graz beseitigt Holzlatten

Die Stadt Graz ersetzt die Holzlatten, die vor Dachlawinen warnen, durch Fähnchen, berichtet die Kleine Zeitung. Auch private Liegenschaftsbesitzer folgen dem Beispiel.

„Die Stadt hat diese Barriere für Rollstuhlfahrer und Blinde vor öffentlichen Gebäuden abgeschafft und wird diese heuer erstmals durch Fähnchen ersetzen“, berichtete die Kleine Zeitung am 10. Dezember 2006.

„Ich hab‘ mir schon oft den Kopf angeschlagen, mir eine offene Lippe geholt und so eine Stange umgeworfen“, berichtet Mario Kowald, Obmann des steirischen Blindenverbandes, der Tageszeitung von seinen Problemen mit den Latten.

Deshalb appellieren ÖVP-Gemeinderat Kurt Hohensinner, der die „Fähnchen-Aktion“ initiiert hat, die Projektleiter Gerhard Schanzer und Kowald in der Kleinen Zeitung nun an alle privaten Hausbesitzer: „Wir hoffen, dass möglichst alle dem Vorbild der Stadt folgen und von Latten auf Fähnchen umstellen“.

Die ersten sind dem Aufruf schon gefolgt. 400 sind schon fix bestellt. Unter den Bestellern sind unter anderem große Liegenschaftsbesitzer wie die Merkur oder auch die Leykam, so Kowald.

Wenn das so weiter gehe, wäre Graz zumindest in diesem Bereich bald barrierefrei, hofft Kowald in der Kleinen Zeitung vom 17. Dezember 2006: „Denn die Latten sind ja nicht nur für uns ein Problem, auch Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen kommen nicht vorbei.“

Die Fähnchen samt Halterung kann man beim Blindenverband ordern (Tel. 0699 / 11 36 86 88). Der Stückpreis liegt bei 20 Euro.

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0 Kommentare

  • wo gibt es die Warnfahne zu kaufen?

  • Herr Mag. Krispl, ich kann sie beruhigen – nach der Einschätzung des Sehbehinderten- und Blindenverbandes stellt die Fähnchen-Lösung eine wesentliche Verbesserung dar. Diese Umstellung wird schon seit zwei Jahren von betroffenen Personen und Vereinen gefordert.

    Punkt 1)

    – blinde Menschen werden vor Dachlawinen durch Stangen nur dann gewarnt, wenn sie hineinlaufen (Verletzungsgefahr)
    – bei herunterhängenden Fahnen ist die Chance durch Berührung gewarnt zu werden (Fähnchen sind ca. 2m Höhe angebracht und hängen weit hinunter) gleich gegeben, aber die Aufmerksammachung ist sanft!!!!!!!

    Punkt 2)

    – die Straßenverkehrsordnung schreibt dem Hausbesitzer vor, bei Schneefall – bzw. davon ausgehender Gefahr – das Hausdach und den Gehsteig vom Schnee und Eis frei zu räumen. Die Stangenlösung ist weder ein Freibrief für Hausbesitzer, noch steht es irgendwo festgeschrieben solche aufzustellen!

    Punkt 3)

    – der Österreichische Versicherungsverband hat dem Sehbehinderten und Blindenverband und der Stadt Graz bestätigt, dass die Umrüstung von Stangen auf Fähnchen keine haftungsrechtliche Änderung bringt!

    Falls sie noch Fragen haben, lade ich sie ein mich unter 0664/5004806 anzurufen.

  • Nun, eines ist zwar unbestritten, die lose an Hausmauern angelehnten hölzernen oder metallenen Schneestangen, waren und sind für insbesondere sehbehinderte und blinde PassantInnen ein Ärgernis, doch bei der Grazer Fähnchenlösung von „barrierefrei“ zu sprechen, kann ja wohl nur irrtümlich geschehen sein. Dadurch wird lediglich die bauliche Barriere durch eine Informationsbarriere ersetzt, denn so haben sehbehinderte und blinde Menschen nicht einmal die Chance zu wissen, dass sie in einem Gefahrenbereich – Dachlawinen/Eisschlag – unterwegs sind. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich irgendjemand mit den daraus im Ernstfall resultierenden Haftungsproblemen auseinandergesetzt hat, obwohl sichtlich auch Juristen hinter dieser „Lösung“ stehen. Und die von den sehbehinderten und blinden ExpertInnen seit Jahren geforderten an der Wand fixierten Schneestangen wurden ganz ad acta gelegt?
    Als Präsident des Vereines Blickkontakt möchte ich mit Nachdruck auf diese neuen lebensgefährlichen Diskriminierungen durch die Fähnchenvariante hinweisen!

  • Ich finde diese Fähnchengeschichte wirklich super. Ich hab mich schon so oft geärgert, weil diese Stange mir den Weg versperrt hat. Weder kann ich innen noch aussen herum fahren … Endlich mal eine sinnvolle Erfindung … Daumen Hoch!!!!

  • Wir würden auch gerne andere Bundesländer in der Umstellung von Stangen auf Fähnchen beraten! Kontakt: Kurt Hohensinner 0664/5004806