Start der Videoplattform „ORF Online TV“ wegen EU-Verfahren verschoben

Eine von der APA-IT am 18. März 2009 im Tech Gate Vienna organisierte Veranstaltung unter dem Titel "Online-Videos auf dem Vormarsch: Wie Bewegtbilder das Internet erobern" lockte über 300 Personen an.

Prantner zeigt erste Fotos von der ORF-Videoplattform
BIZEPS

„Über welche Plattformen können Videos möglichst weit verbreitet werden? Was planen große Player wie der ORF? Und wie stark ändern Online-Videos das Nutzungsverhalten im Web?“ waren einige der Fragen, über die diskutiert wurde. Doch bestimmend bei der Veranstaltung war natürlich, was der ORF konkret plant.

Eigentlich sollte die Multimedia Plattform „ORF Online-TV“ kurz vor der Veröffentlichung stehen; BIZEPS berichtete ausführlich.

Start verschoben

Doch Thomas Prantner, ORF-Direktor für Online und Neue Medien, informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den verschobenen Start der ORF-Videoplattform. Er zeigte allerdings erste „Fotos von der ORF-Videoplattform

Nicht technische Probleme sind anscheinend der Hintergrund der Verschiebung, sondern die Angst des ORF vor den Ergebnissen des laufenden EU-Verfahrens. Besonders in zwei Bereichen – bei ORF Online und beim Sport – gibt es dringenden Handlungsbedarf, ist dem Schreiben der EU-Kommission zu entnehmen. Kritisiert wird darin, dass einige Bereiche des ORF mit Gebühren finanziert werden und eher eine unternehmerische Tätigkeit sind, als den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen. Wenn dies so ist, dann wäre es nicht mehr mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang.

Prantner wiederholte daher mehrfach, dass der ORF mit dieser Videoplattform den öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen möchte. Die neue Videoplattform „ORF Online TV“ solle „noch vor dem Sommer“ in Betrieb gehen und kostenlos nutzbar sein. „Wir hoffen auf einen Start im Juni“, gab sich Prantner zuversichtlich.

Videoplattform für ORF wichtig

Als „entscheidendes Thema für die Zukunft und das Überleben eines Medienkonzerns“ bezeichnete Prantner das Online-Angebot von Videoinhalten.

Mit eindringlichen Vergleichen skizzierte er den Handlungsbedarf des ORF. Der Trend bei der Mediennutzung gehe bei Jugendlichen „fast ausschließlich“ in Richtung Internet. Der ORF habe eher ältere Zuseher, erläutert er und prognostoiziert: „Es ist eine Bombe, die entschärft werden muss, sonst ist das Ablaufdatum schon fixiert“. Der ORF habe im Oktober 2008 und Jänner 2009 schon mehr als 3 Millionen Videoaufrufe verzeichnen können – Tendenz stark steigend.

Wenn man diese Fakten bedenke, dann werde klar, warum das Online-Angebot von Videoinhalten ein „entscheidendes Thema für die Zukunft und das Überleben eines Medienkonzerns“ ist. Durchaus selbstkritisch hält Prantner fest: „Wir wollen und können kein zweites Youtube sein. Das bisherige Angebot ist für uns aber unbefriedigend und hinkt weit hinter der Konkurrenz her.“

Nicht angesprochen wurden vom ORF-Onlinedirektor technische Details der Videoplattform. Daher liegt auch über das erreichte Maß der Barrierefreiheit noch keine Auskunft vor.

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0 Kommentare

  • Der Schorf bringt etwas nicht zusammen? Das ist nicht neu …

  • Wer schaut schon ORF? Wahrscheinlich eh nur mehr die paar tausend ORF-Beamten, die machen ja ihr unsägliches Programm nur für sich selbst. Weg mit dem ORF, er wird niemandem abgehen, außer den ORF-Beamten.