Statt Planung

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Schon am Anfang des Wiener Wahljahres reagieren die Rathäusler auf Verkehrsprobleme – halb herzig, halb herzlos.

Auf den Straßen herrscht planloses Chaos, wie es weder Paris noch London, noch Berlin zustande bringen: aus dem Handgelenk werden Einbahnen erfunden oder umgedreht – und nicht selten müssen diese Entscheidungen klammheimlich zurückgenommen werden, weil die Rettung brüllt, so könne sie die Spitäler nicht rechtzeitig anfahren. Unter der Straße lebt eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: ein Teil benützt neue Stationen, ein Teil alte.

Wer die alten benützt, darf nicht gebrechlich oder gar behindert sein, darf auch keine Kinderwägen bedienen müssen.

Denn mögen auch periodischen Jubelmeldungen über ein paar neue „Niederflurautobusse“ an die Zeitungen versandt werden, diese Stationen bleiben unbarmherzig, wie sie sind: ohne Rolltreppe, ohne Fahrstuhl. In Wien gibt es nur eine Handvoll Kreuzungen, die für sehbehinderte Menschen akustische Signale setzt.

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