Steiermärkische Landesausstellung „Holz“ wird nun doch einigermaßen behindertengerecht!

Zur Vorgeschichte: Die vor kurzem feierlich eröffnete steiermärkische Landesausstellung "Holz" in Murau war nicht behindertengerecht.

Tafel mit dem Aufdruck Steiermark
BilderBox.com

Früh genug hatten Betroffene und MitarbeiterInnen von Behindertenverbänden darauf aufmerksam gemacht, bei der Neuplanung vor allem das Holzmuseum in St. Ruprecht auf behindertengerechte Gestaltung zu achten.

Trotzdem ist dies nicht geschehen. Pikanterweise ist im Rahmen der Ausstellung im – für RollstuhlfahrerInnen nicht zugänglichen – Holzmuseum ein Holzrollstuhl ausgestellt.

„Ständige Bewußtseinsbildung ist wichtig für das Vermeiden von alltäglichen Diskriminierungen“, hieß es auch in den Presseaussendungen des Vereins 1 % in Graz. Die Kritik hat rasch Reaktionen hervorgerufen.

Landeshauptmann Josef Krainer (ÖVP) gab den Auftrag, den Neubau des Holzmuseums in St. Ruprecht zu verbessern. Nach Abschluß dieser Arbeiten könnten 90 Prozent der Ausstellung auch von RollstuhlfahrerInnen ungehindert besucht werden.

Die SPÖ Steiermark will in der nächsten Landtagssitzung den Antrag einbringen, Landesausstellungen künftig uneingeschränkt behindertengerecht zu gestalten. „Man darf die Verantwortung dafür nicht ganz einfach abschieben.“

Unschön war, wie einzelne Personen zu diesem Vorfall – und dies ist es, weil hier ja Landesgelder diskriminierend eingesetzt wurden – reagierten. „Die Behinderten sollen sich nicht aufpudeln“, meinte etwa der Kulturhofrat Dieter Cwienek. Diese Aussage ist schlicht ein Skandal.

Bei 45 Mio. Gesamtkosten für die Landesausstellung, 15,4 Mio. davon für Baumaßnahmen, meinen Betroffene nicht zu unrecht: „Viel Geld aus öffentlicher Hand fließt in die Landesausstellung, da wäre eine behindertengerechte Gestaltung als Auflage sehr wohl gerechtfertigt!“

Daß öffentliche Gelder diskriminierend eingesetzt werden, ist in Österreich nicht die Ausnahme, sondern leider noch die Regel.

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