Steirischer Behindertenanwalt begrüßt Schließung des Landespflegeheimes Schwanberg

Suppan: "Ein bedeutender und richtungsweisender Schritt zum Abbau von Großeinrichtungen und zur Deinstitutionalisierung der Angebote für behinderte Personen in der Steiermark."

Siegfried Suppan
Suppan, Mag. Siegfried

Am 13. März 2012 wurde bekannt, dass das Landespflegeheim Schwanberg bis spätestens 2017 aufgelöst wird anstatt Millionen für dessen Umbau aufzuwenden. Derzeit leben dort knapp 100 betroffene Menschen.

Nach den im Jahr 2010 bekannt gewordenen Vorfällen wurde überlegt, wie es mit der Großeinrichtung Schwanberg (Steiermark) weitergehen soll. Es stand im Raum, zwischen 6 und 8 Millionen Euro in den Umbau des Landespflegeheimes zu investieren, was schon damals kritisiert wurde.

„Die Aussagen der Verantwortlichen lassen stark befürchten, dass hier eine Millioneninvestition zur Aufrechterhaltung einer antiquierten Form des Wohnens für psychisch beeinträchtigte Personen beabsichtigt ist“, hatte schon damals der Steiermärkische Behindertenanwalt, Siegfried Suppan, große Zweifel daran, dass man sich bei den Plänen von modernen Konzepten zur Gestaltung von stationären Leistungen für behinderte Personen leiten lässt.

Schwanberg wird geschlossen

Die nun angekündigte Schließung wird vom „Dachverband Die Steirische Behindertenhilfe“ begrüßt.

„Es ist dies ein bedeutender und richtungsweisender Schritt zum Abbau von Großeinrichtungen und zur Deinstitutionalisierung der Angebote für behinderte Personen in der Steiermark, und trägt damit auch zur Erfüllung der Vorgaben der UN-Behindertenrechtekonvention bei“, begrüßte auch Behindertenanwalt Suppan in einer Aussendung diesen Beschluss.

Suppan: Schritt zum Abbau von Großeinrichtungen

Auf BIZEPS-INFO Nachfrage führte er aus: „Mit der nunmehr bekanntgegebenen Schließung des Landespflegeheimes Schwanberg bis 2017 wird einer langjährigen Forderung der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung entsprochen, weshalb ich dieses Vorhaben sehr begrüße.“

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0 Kommentare

  • Ad „Kainbacher Passionsspiele“, staatsfunklicher FSenf dazu >>>>>>

    Buehnenfiebrige Laien-Katholin urgiert
    T e i l h a b e [nichtsegregierter „Extramuraler“] an der P a s s i o n des einzelnen [eingekastelten „Kainbacher“] Menschen (heutige ORF/Orientierung)

    Gesetzlicher Anspruch auf oesterbrunftliche Pirsch pazzig-proportziger SozialPorno-SpannerInnen?

  • Herr Waldmüller, wer die Wahrheit in diesem Forum als Verunglimpfung bezichtigt, erhöht nicht seine Glaubwürdigkeit. Die gesamte Fachwelt wird sich über ihre persönlichen Fehlleistungen noch den Kopf zerbrechen, dass so etwas überhaupt möglich sein kann.
    Ihre Aussage, wonach „Kainbach“ das exakte Gegenteil von Gemeinwesenintegration ist, steht natürlich außer Streit. Mit dem mehrmaligen Hinweis von einigen ForumsteilnehmerInnen „was ist mit Kainbach?“ kann mit der Hoffnung auf ein steirisches Momentum nur gemeint sein: wann wird „Kainbach“ ebenfalls geschlossen?
    Ich leugne keinesfalls Fakten. Zum Thema Inklusion und Alternativen Wohn- und Betreuungsformen als Ausweg aus entrechtenden und bevormundenden segregativen Exklusions- „Wohngemeinschaften“ nach totalem Heimsystem kann man die Weiterentwicklung, die glücklicherweise in der UN-BRK ihren Niederschlag fand, natürlich negieren. Zu Ihrem Beitrag (23.03. unten) werde ich noch gesondert eingehen.
    Es ist sehr erfreulich, dass die IVS-Wien erkennen und zuzugeben begonnen hat, dass die bisherigen und derzeitigen Unterstützungsangebote nicht menschenrechtskonform sind und dass an der Unrechtsbehebung gearbeitet wird. Dazu wünsche ich der IVS aufrichtig gutes Gelingen und Durchdringen bei der menschenrechtsheuchlerischen Politik.

  • Herr Lichtenauer: wenn sie immerzu alle die in einem Fachforum nicht ihrer Meinung sind verunglimpfen („Fehlleistungen“; „neuerdings DSA“ etc..)erhöht das nicht die Glaubwürdigkeit.
    Und zum Thema Gemeinwesenintegration als Alternative zur Betreuung in Großeinrichtungen gibt es historische Fakten, die man natürlich auch negieren kann: siehe meinen Beitrag vom 23.03. unten.
    Weiters arbeitet die IVS-Wien daran das Angebot in den Wohngemeinschaften weiter zu entwickeln: Ein wesentlicher Schritt kann darin bestehen, zukünftig die Dienstleistung Assistenz und Betreuung auch in intensiver Form unabhängig vom Wohnen anzubieten. Dazu demnächst mehr — siehe: http://ivs-wien.at/tagung/

  • Korrektur letzter Absatz: … das meine ich im Konnex …

  • Tja, Herr Waldmüller (neuerdings DSA): Erstens haben die Verantwortlichen m.W. noch mit keinem Wort von „gemeinwesenintegrierten Wohngemeinschaften“ gesprochen schon gar nicht von selbstbestimmtem Wohnen und Lebensgestaltung mit konventionskonformen Unterstützungen. Bitte nachlesen und mich korrigieren, wenn ich da was übersehen haben sollte. Was von anderen gutgläubig als Absicht zur völligen Bereinigung von Menschenrechtsverstößen interpretiert wird, könnte sich leider als Wunschdenken entpuppen. Aber es besteht tatsächlich eine reelle Chance und Herausforderung an alle Beteiligten im Prozess, zumindest für einige Betroffene doch einiges richtig zu machen.
    Ausserdem: „Kirchstetten“ – und das meine ich den Konnex mit ihren Fehlleistungen – war (ist?) das genaue Gegenteil von Beidem. Und: wir beide werden uns vermutlich bis zum EGMR nicht aus den Augen verlieren.

  • Wie kann man das verwechseln?
    Kainbach ist das exakte Gegenteil von gemeinwesenintegrierten Wohngemeinschaften. Bitte zur Gemeinwesenintegration nachlesen!

  • @Petra Flieger, da die Einrichtungen der „Lebenswelt Kainbach“ die von den zuständigen PolitikerInnen genannten Kriterien von Sonderwelten zu erfüllen scheinen, in welchen die Schwanberger „Patienten“ künftig „untergebracht“ werden sollen (Behinderteneinrichtung, modern, Wohngemeinschaften), wird nicht auszuschließen sein, dass dort einige Neuzugänge aus Schwanberg zu verzeichnen sein werden.
    Andererseits stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt, dass zumindest einige der ÜbersiedlerInnen wirklich unter mehreren akzeptablen Angeboten bedarfsgerechter und konventionsgemäßer Wohn- und Unterstützungsformen wählen können, um in den vollen Genuss ihrer Menschenrechte jenseits entrechtender und bevormundender Institutionen zu kommen.

  • @ Vater: Ich kenne niemanden, der/die freiwillig in stationäre Einrichtungen gehen wollen. und die dort eingesperrt sind, wollen raus. Im übrigen ändern sich strukturelle Fehler nicht dadurch, dass man die BewohnerInnenzahl reduziert. Einrichtungen sind immer fremdbestimmt, solange die BewohnerInnen nicht das Heft in der Hand haben. Trotzdem ist die geplante Schliessung Schwanbergs ein Fortschritt. Glauben tue ich es aber erst, wenn es tatsächlich zu ist.

  • @A.O.: Danke für diese Einblicke in die real existierende Verfassung „unserer“ „Republik“ und ihrer „Teilrepubliken“.



  • Aufgeschrieen habe ich
    — als die Nachbarfamilie ins KZ weggebracht wurden
    — als unser Vater wegen unliebsamer Religionszugehörigkeit geköpft wurde
    — als unsere ins „“Psiechenhaus““ expedierte Grosstante als Hartheimer Biomasse in einer Urne „aus Bernburg“ zurückkam
    — als unsere Kusine von der Klagenfurter Justizwache ins Koma geprügelt und von Freisler zum Tode verurteilt wurde
    — als der neue Kärnter Bischof zur Weiterverwendung von BF-KZ-Mauern Fluchtpapiere für die Schlächter besorgte
    — als Schularzt Dr. Wurst unsere „private parts“ deprivatisierte
    — als die Ortsfeuerwehr die „deprivatisierten parts“ behindertengerecht „richtigstellte“
    — als wir als rrausgeprüfte Sitzengebliebene dem Unterricht nur noch aus der Letztbank folgen durften
    — als unser Onkel vom eigenen Hof ausgesperrt als „Ziehgauner“ psychiatriert wurde
    — als unser Familiename von der „Sudmark“-Direktorin mit der Volksanwaltschaft noch 50Jahre nach Freisler „umgevolkt“ wurde
    — als weder Polizei, noch Gericht, noch AI, noch „Boltzmänner“, noch Uni Wien/Celovec Bereitschaft zur Anhörung zeigten…

    aber im zur FeWo-Sielung geratenen Bambi-Land war keiner mehr.

  • Nochmals Gratulation zur Ausgliederung von Schwanberg! Gemeinwesenintegrierte Wohngemeinschaften sind ein wichtiger und richtiger erster Schritt aus der „totalen“ Institutionalisierung. Im Zuge der Deinstitutionalisierung in Wien in den Neunzigerjahren wurde das Konzept des Gemeinwesenintegrierten Wohnens ( siehe Berdel, Bernard, Hovorka) erfolgreich umgesetzt:
    So sind ca. 120 kleine Wohngemeinschaften mit 8-10 BewohnerInnen und zugeordneten „Satellitenwohnungen“ entstanden, deren Unterstützungsangebote hochgradig verselbständigend wirken. In Wien leben 15 Jahre später bereits 50% der erwachsenen Menschen mit intellektueller und Mehrfachbehinderung in ihren eigenen Wohnungen und werden nur mehr ambulant begleitet.

    Das heißt alle diese Menschen mit intellektuellen Behinderungen verfügen über ihr persönliches Einkommen, eine eigene Wohnung – die allfällig notwendige mobile Begleitung und Assistenz finanziert die Stadt Wien unabhängig davon!

    Gab es vor 25 Jahren noch deutlich unter hundert ambulant betreuter Plätze so sind bis heute über 1.300 Menschen mit intellektueller Behinderung in Wien aus den kleinen WGs bereits in eigene Wohnungen übersiedelt.

    Genau solche Modelle kann man in Bezug auf die Deinstitutionalisierung von Schwanberg aber auch Kainbach nur sehr empfehlen. (Weitere Aspekte des Wiener Deinstitutionalisierungsprojekts werden u.a. im Blog der IVS- Wien erörtert: http://bloxx.biz/ivs_wien/wo-wohnen-sie-eigentlich/#comments

    Ein Missverständnis liegt möglicherweise dann vor, wenn man aus der UN Konvention ein ausschließliches Recht der Eltern und Angehörige ableitet lebenslänglich über ihre längst erwachsenen schwer behinderten Angehörigen zu bestimmen. Das ist gut gemeint, hat aber mit Selbstbestimmung nichts zu tun. Auch intellektuell schwer mehrfachbehinderte Menschen können mithilfe unterstützter Entscheidungsfindung ihr Leben selbstbestimmt gestalten.

  • Können wir bitte die Diskussion „Sonderschule“ vs. Inklusion unter folgendem Link weitergeführen: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=13074#fid17761

  • Schon so oft hab ich mich zu diesem Thema gemeldet – immer das gleiche es gibt entweder die einen Ganz rechts die einen ganz links! Jeder Mensch ob mit Beeinträchtigung oder auch Ohne hat eigene Bedürfnisse. Inklusion kann nur geschaffen werden wenn die Grundvorraussetzungen gegeben sind & da happert es Schritt auf Schritt! Zuwenig fachgerechte leistbares Personal, schon jetzt jammern Bund, Länder & Gemeinden, dass zu wenig Gelder vorhanden sind. Menschenrechtskonventionen sind eine TOLLE Sache aber erstens sind Sie nicht das Ei des Columbus, zweitens hat jeder dafür einen eigenen Blickwinkel, drittens was ist mit den Betroffenen deren VERSCHIEDENHEIT keine wie immer geplannte Abläufe zulässt, usw.
    Es graut & schaudert mich wenn Moralaposteln die vielleicht vor langer Zeit einmal eine Sonderschule besuchen mußten, jetzt unbedingt glauben eine Schule schlecht reden zu müssen!
    Ich war 8 Jahre Elternvereinsobmann in der Schule für Alle in Linz dort ist auf die jungen Menschen eingegangen worden jeder wurde nach seinen Bedürfnissen gefördert. Es bestand auch dort die Möglichkeit Hauptschulabschlüsse zu machen usw. – Die Verschiedenheit der Behinderungen trägt dazu bei mehrere Formen von verschiedenen Schulen zuzulassen. MANCHE Kinder müssen Integriert werden – Manche Kinder können bzw. sollten nicht Integriert werden. Aber vor allem eins schafft einmal die Grundvoraussetzungen dafür & dann reden wir gerne weiter! Auch ich hab meinen Sohn nicht in eine I-Klasse (HS)gesteckt! Eine Aussprache mit den zur Verfügung gestandenen HS machte mir das UNMÖGLICH –
    Ich wünsche Euch & Euren Familien dennoch ein schönes Wochenende

  • Auch die Steirischen Grünen begrüßen, dass Schwanberg geschlossen wird. Es ist natürlich für die bisher dort beschäftigten Personen eine schwierige Situation, weil sie nun an andere Häuser der Krankenanstalten pendeln müssen. Für die Menschen mit Behinderung ist es jedoch die einzig richtige Lösung! Wir haben im Landtag sehr dafür gekämpft, dass Menschen mit Behinderung eine bedarfsgerechte, wohnortnahe und zeitgemäße Betreuung angeboten bekommen – große Pflegeanstalten müssen der Vergangenheit angehören!

  • @Vater eines Beeinträchtigten: Wenn Sie es als Weltverbesserung ansehen, systemische Exklusionen behinderter Menschen zu überwinden, stimme ich Ihnen ja noch zu. Demokratische Grundsätze verlassen eher Sie, wenn Sie das Menschenrecht auf gesellschaftliche Nichtexklusion und inklusiven Unterricht als nicht bindend betrachten. Die entsprechenden internationlen Vorgaben der Vereinten Nationen (nicht der EU) sind bereits demokratisch legitimiert in nationales Österreichisches (und Kärntner) Recht übergegangen und verbindlich umzusetzen (auch wenn die Länder das großteils noch verleugnen). Auf Basis der Menschenrechts-Konventionstexte würde ich mich auch gerne belehren lassen und würde nicht anstehen, ggf. Irrtümer einzubekennen.
    Gutes Benehmen ist letztlich auch Geschmackssache. Ich versuche halt zu Sachverhalten Klartext zu reden, ohne Personen direkt anzugreifen. Mag sein, dass das nicht immer gelingt. Vom vielen Schönreden hören aus PolitikerInnen- und „ExpertInnen“- Munde wird mir nur übel. Jedenfalls verstecke ich mich nicht hinter der Anonymität wie Sie, sondern kämpfe ungedeckt mit offenem Visier. Mein Einstehen für Menschenrechte als „Radikalität“, „Klisches“ und „ideologische Weisheiten“ abzutun, ist auch nicht gerade vornehm.
    Überlegen Sie doch bitte, weiterhin Inklusion in Frage stellen zu wollen. Konzentrieren Sie sich bitte darauf, ob der geplante Umsetzungsweg Kärntens nicht vielleicht ein ausgemachter Inklusionsschwindel ist, worauf ich mehrmals hinwies. Dort könnten wir uns dann vielleicht als (ohnehin ziemlich ohnmächtige) Kampfgefährten für die Rechte unserer Kinder treffen.

  • Hilfe! Mein Vader (aus Ratschitschach) leidet auch an Sekregationswahn!!
    Das müss eine Kärntner Erbkrankheit sein! EU bitte kommen!

  • Sie würden wohl nicht zaudern, Herrn Lichtenauer wegen „narzisstischem Masochimus“ uä entmündigen zu wollen?
    Was kann er dafür, dass in Koroska „lauta Haschalan daham“ sind?

  • @Gerhard Lichtenauer
    Für ihre „Weltverbesserung“ vergessen sie zuerst ihr gutes Benehmen und zuletzt auch leicht demokratische Grundsätze. Sie wollen das Beste, sie sind überzeugt, dass sie das Beste wollen. Sie glauben, dass die Betroffenen auch ein „Recht“ haben das zu „wollen“, in Wirklichkeit meinen sie aber, dass die Betroffenen wollen müssen …

    Es ist die Inklusion auch nicht schlecht. Nur muss man wissen wovon man redet. Von welcher Inklusion, von welcher Integration, von welcher Fehlentwicklung, von welchem Nachholbedarf … Das alles wird zugedeckt durch die aktuelle Diskussion.
    In Kärnten haben wir die Fluchtbewegung von der Integration in die Sonderschule, weil insbesondere das bfz offensichtlich viel besser funktioniert. Jedem durchschnittlich intelligenten Menschen würde dazu wohl einfallen, dass man die Integration verbessern müsste. Nicht so die Inklusionisten: Die meinen, das die Sonderschulen schuld sind, das die Integration/Inklusion nicht funktioniert!
    Ich bin der Meinung, dass wir alle Ansätze brauchen und dass wir an allen Ansätzen arbeiten können.
    Diskriminierend ist nicht die exklusive Einrichtung, im Gegenteil. Diskriminierend ist deren verbale Abwertung. Ein spezielles Schigymnasium, eine Sporthauptschule oder auch einen Privatunterricht für nichtbehinderte Menschen würde ja auch niemand abwerten.

    Gerhard kommen Sie herunter von Ihrem hohen Ross. In Wirklichkeit diskriminiert nämlich Ihre Radikalität. Sie haben sich ihr „Schicksal“ selbst ausgesucht und machen sich jetzt auf Kosten der Beeinträchtigten mit Ihren ideologischen Weisheiten wichtig….
    Sie arbeiten nicht mit Weitsicht wie Sie sich immer präsentieren.
    Und alleine der Ansatz von „ich bin länger im Geschäft als Sie“ zeigt das es hier um Ihr Ego und nicht um die Menschen geht. Sonst würden Sie eine andere Schiene vertreten…

    Damit gibt es nichts mehr zu sagen….

  • @Vater eines Beeinträchtigten: Ich bin vermutlich schon etwas länger als sie „im Geschäft“, übrigens nicht schicksalhaft, wie sie meinten. Ich verstehe daher auch ihre Positionen, blicke aber vielleicht schon mehr hinter die Kulissen. Keine Sorge, ich versuche immer den gesamten Unterstützungsbedarf im Auge zu behalten und denke dabei sehr viel an möglichst alle Menschen mit Unterstützungsbedarf. Vor allem aber versuche ich auch langfristige Entwicklungen der Vergangenheit und zukünftige Szenarien mit zu berücksichtigen. Die großen gesellschaftlichen Abläufe und Zusammenhänge gehen aber ohnehin über unsere stark begrenzten Lebensbeiträge hinaus. So brauchen Sie auch meine Beiträge in ihrer Wirkung nicht überbewerten. Ich vertrete meine bewusste und begründete Ablehnung der „Behinderten-Apartheid“, sie befürworten die Weiterführung von „nötigen Schutzzonen“. Ich bin froh, dass wir es noch einigermaßen dürfen.

  • Auch Mohammed bekam bei seinen „e.A.“ keine Unterstützung. Und hat trotzdem die zweitgrösste Kirche der Welt gegründet.

  • Inklusion und Integration ist nur dann sozial wenn man die Interessen der Angehörigen, Betroffenen und Mitmenschen im gleichen Maße berücksichtigt. Und nicht nur seine eigenen Interessen mit Verbissenheit vertritt, denn das hat mit sozialen Gedanken genauso wenig zu tun, als die FPK Politik.Wenn man hier von sehr guten, sozialen, offenen Vorzeigeeinrichtungen wie dem bfz, wo die Betreuer beste Arbeit leisten, spricht, diese Betriebe aber Aussonderungseinrichtungen nennt, dann kann man diese emotionsgeladenen Beiträge von gl nicht ernst nehmen. Denn mein Sohn fühlt sich im bfz sehr wohl. Er hat dort Freunde und Betreuer gefunden die ihn verstehen und sich mit größtem Engagement für ihn einsetzen. Für meine Frau, meinen Sohn und mich war die Entscheidung, meinen Sohn ins bfz zu geben die beste unseres Lebens. Mein Sohn wäre in einer Inklusions- oder Integrationsklasse totünglücklich. Durch seine epileptischen Anfälle würde er dort sicherlich nicht die entsprechenden Förderungen bekommen. Ich hoffe unser bfz bleibt erhalten. denn nicht alle Beeinträchtigten würden sich in normalen Schulen wohlfühlen. Schrauben
    sie doch einfach ihre Klisches zurück und ihre persönlichen Schicksale und fangen sie, die sie sich so sozial präsentieren einmal an an andere zu denken…
    danke…

  • @Exklusionsgegner: Der Bankrott der Selektionsgewinnler ist die Spätlese ihrer exklusiven Borniertheit. Wir kriegen sie noch alle. Dass jetzt aber keiner auf die Idee käme, Pakete zu schnüren oder Schirme aufzuspannen um den Segregationswahn vor seiner Selbstzerstörung zu retten.

  • Das hört sich ja tatsächlich epochal an, was da LandespolitikerInnen von sich geben (Zitat Kleine Zeitung): »“Wir wollen die Betroffenen gezielt nach ihren Bedürfnissen versorgen“, betonten Schrittwieser und Edlinger-Ploder. Keine Sparmaßnahme, die Betreuung wäre im Einzelfall sogar teurer, aber im Sinne der Menschen und der UN-Behindertenrechts-Konvention.«
    Ob aber nun die lang ersehnte Epoche des sinnerfassenden Lesens von MR-Konventionstexten durch PolitikerInnen anbrach, wird sich bald daran ersehen lassen, ob bei der versprochenen individuellen Bedarfserhebung auch die Wunsch- und Wahlfreiheiten der Betroffenen, ihre Selbstbestimmungsrechte, Recht auf persönliche Unterstützung/Assistenz u.v.a.m berücksichtigt werden.
    Zweifel sind leider noch angebracht. Nach der verwendeten Terminologie (Zitate ebenfalls aus Kleine Zeitung) bleibt zu befürchten, dass ein ausgemachter Inklusionsschwindel Platz greifen könnte: »“mindestens die Hälfte der Pfleglinge (können) eigentlich in einer Behinderteneinrichtung betreut werden“ und „wollen … die verbliebenen 93 Patienten in kleinen, moderneren Einrichtungen unterbringen.“«
    Die alternativlose Zwangsverfrachtung behinderter Menschen aus kontrollzwänglich paternalistisch konzipierten Massenhaltungs-Anstalten à la Narrenturm alias Guglhupf (1784), die sich über zwei Jahrhunderte als Häuser der „Barmherzigkeit“ etablierten konnten, in „moderne“ als „Wohngemeinschaften“ getarnte, weiterhin aber segregative Mini-Aussonderungsanstalten, die im vorigen Jahrhundert konzipiert wurden, wäre eine Zielverfehlung der UN-BRK aus unserem Jahrhundert.
    Nach der allgemein vorherrschenden Menschenrechtsheuchelei könnten die behinderten Menschen für ihren nächsten Lebensabschnitt vom Regen in die Traufe geraten.

  • Falter 12/12 Seite 51 – Steiermark: Nächste Insolvenz eines Pflegeheimbetreibers: Nach der Humanitas ist nun auch die „Gemeinsam statt einsam“ – GmbH insolvent. Die Gesellschaft ist für sechs Heime in der Steiermark zuständig.