Digitaler Euro kommt: Inklusion von Anfang an mitgedacht
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Eine neue Studie der Österreichischen Nationalbank untersucht den Ausschluss vom digitalen Zahlungsverkehr. Menschen mit Behinderungen sind stark betroffen. Barrierefreiheit und Universal Design sind gefordert.
Der Zahlungsverkehr wird zunehmend digitaler. Das bringt für viele Menschen Vorteile, birgt jedoch gleichzeitig ein großes Risiko: die digitale finanzielle Exklusion. Das bedeutet, dass Menschen von grundlegenden Finanzdienstleistungen ausgeschlossen werden oder nur noch einen stark erschwerten Zugang dazu haben. Vor allem im Hinblick auf den geplanten „digitalen Euro“, der als barrierearmes Zahlungsmittel eingeführt werden soll, hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) eine Studie veröffentlicht. Diese zeigt deutlich, wie groß das Problem in Österreich tatsächlich ist.
Insgesamt sind laut der Studie etwa 8 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 18 Jahren von digitaler finanzieller Exklusion betroffen. Das bedeutet, sie können digitale Finanzdienste gar nicht oder nur mit persönlicher Unterstützung nutzen.
Die Ausgrenzung ist jedoch sehr ungleich verteilt und konzentriert sich massiv auf bestimmte Risikogruppen. Am stärksten betroffen sind wohnungslose Menschen (45 Prozent) und Personen mit geringen Deutschkenntnissen (36 Prozent). Direkt danach folgen mit jeweils 22 Prozent geflüchtete Menschen sowie Personen mit Behinderungen. Auch bei hochbetagten Senior:innen über 80 Jahren ist die Exklusionsrate mit 18 Prozent alarmierend hoch.
Die Studienergebnisse machen deutlich, dass Menschen mit Behinderungen eine der am stärksten gefährdeten Gruppen darstellen. Innerhalb dieser Gruppe sind es vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten, die massiv vom digitalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen sind. Ob beim Online-Shopping, beim Geldüberweisen über Apps oder beim bargeldlosen Bezahlen an der Supermarktkasse – die aktuellen Systeme weisen oft zu hohe Hürden auf.
Die Gründe für die digitale Ausgrenzung sind vielfältig. Als Hauptursachen nennt die Studie mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit (32 Prozent) und fehlende Unterstützung im persönlichen Umfeld (24 Prozent) oder durch Servicepersonal (19 Prozent).
Zusätzlich spielen Probleme mit der Sprache und fehlende Zugänglichkeit bzw. Barrierefreiheit (19 Prozent) eine große Rolle. Auch Stress, geringe digitale Kompetenzen und fehlende finanzielle Mittel tragen dazu bei, dass Menschen von digitalen Zahlungsmethoden ausgeschlossen werden.
Aus den Ergebnissen der Studie geht klar hervor: Wenn digitale Finanzdienstleistungen und speziell der zukünftige digitale Euro für alle nutzbar sein sollen, müssen Maßnahmen zielgruppenspezifisch umgesetzt werden.
Für Menschen mit Behinderungen ist die Forderung unmissverständlich: Digitale Zahlungsmittel müssen zwingend barrierefrei sein und nach den Prinzipien des „Universal Design“ (Design für Alle) entwickelt werden.
Die Studie unterstreicht dabei eine zentrale Forderung der Behindertenbewegung: Um alltagstaugliche und inklusive Lösungen zu schaffen, ist die aktive Einbindung der betroffenen Menschen in den Entwicklungsprozess absolut essenziell.
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Waltraud Friedrich ,
23.07.2026, 14:17Ich bin auch der Meinung daß diese Zahlungsmethode die wir besitzen umbedingt bleiben sollte
Erni ,
23.07.2026, 14:12Ich bin 79 und technisch gut drauf! Kenne allerdings beeintächtigte Menschen, welche mit der digitalen Währung schwer oder garnicht zurecht kommen werden.
Es sollte unbedingt auch die derzeitige Methode bleiben