„Tag der Menschen mit Behinderung – Barrierefreiheit ist kein Luxus!“

Die Selbstbestimmt-Leben-Initiative Oberösterreich nahm diesen Tag, zum Anlass auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen.

Selbstbestimmt-Leben-Initiative Oberösterreich
SLI Oberösterreich

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde und Rechte dieser Menschen fördern soll. Er wurde erstmals im Jahr 1993 begangen.

Die Selbstbestimmt-Leben-Initiative Oberösterreich nahm diesen Tag, zum Anlass auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, da Menschen mit Behinderung noch immer in vielen Bereichen des Lebens diskriminiert werden. Als aktuelles Beispiel nahm SLI OÖ die drohenden Verschlechterungen für den barrierefreien Wohnbau in OÖ:

Barrierfreiheit als Grundlage des Rechts auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

„Eine der wesentlichsten Grundvoraussetzungen damit Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des Lebens teilhaben können ist die Barrierefreiheit“, meint die Obfrau von SLI OÖ, Mag.a Karin Kaufmann.
Sie ist wegen Multipler Sklerose auf den Rollstuhl angewiesen. Sie ist verheiratet und Mutter und gestaltet sich ihr Leben selbstbestimmt mit persönlicher Assistenz.

In Oberösterreich sind nun im Wohnbau einige erhebliche Abstriche im Bereich der Barrierefreiheit geplant:

Einerseits sollen generell nur mehr Erdgeschosswohnungen barrierefrei zu bauen sein, andererseits entfällt das Verbot von Stufen innerhalb von Wohnungen. Weiters sol bei Wohngebäuden mit weniger als 4 Stockwerken kein Liftbau mehr verpflichtend sein. Auch Keller oder Tiefgarage sollen bei Gebäuden unter 4 Stockwerken nicht mehr barrierefrei erreichbar sein müssen.

Wohnhäuser, die bisher keinen Lift hatten, konnten zumindest noch mit einem nachträglichen Einbau rechnen. Für Häuser unter 4 Stockwerken stirbt diese Möglichkeit, sollte der Verordnungsentwurf so umgesetzt werden!

„Die Selbstbestimmt-Leben-Initiative OÖ verwehrt sich vehement gegen derartige Überlegungen. Barrierefreiheit ist nämlich kein Luxus, sondern ein Menschenrecht und stellt eine unentbehrliche Grundlage für Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Lebensqualität dar! Barrierefreiheit nützt nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch älteren Menschen oder Familien mit Kleinkindern und ist letzten Endes für alle Menschen von Vorteil!“, erklärt Mag.a Karin Kaufmann.

Diese Rückschritte im Bereich der Barrierefreiheit entsprechen nicht der UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich bereits 2008 ratifiziert hat und wo es in Artikel 9 heißt:

„(1) Um Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen Zugang zur physischen Umwelt, zu Transportmitteln, Information und Kommunikation ….., zu gewährleisten.
Diese Maßnahmen, welche die Feststellung und Beseitigung von Zugangshindernissen und -barrieren einschließen, gelten unter anderem für

a) Gebäude, Straßen, Transportmittel sowie andere Einrichtungen in Gebäuden und im Freien, einschließlich Schulen, Wohnhäusern, medizinischer Einrichtungen und Arbeitsstätten; …“

„Beim Wohnbau auf Kosten der Barrierefreiheit zu sparen, würde nach unserem Verständnis nicht nur eine Minderung der Lebensqualität, sondern eine vorsätzliche Diskriminierung gegenüber mobilitätseingeschränkten Menschen darstellen, die wir nicht bereit sind, hinzunehmen Wir werden uns daher mit anderen Behindertenorganisationen vernetzen und gemeinsam gegen die Verschlechterungen der Barrierefreiheit im Wohnbau kämpfen!“, erklärt Mag.a Karin Kaufmann.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.